idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
10.10.2008 16:58

Können wir von Robotern etwas über die Entstehung der menschlichen Sprache lernen?

Torsten Schaletzke Pressestelle
Universität Bielefeld

    ZiF:lecture am 20. Oktober um 18.30 Uhr mit Luc Steels, Freie Universität Brüssel und Sony Computer Science Laboratory, Paris

    Am 20. Oktober feiert das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld sein 40jähriges Jubiläum. Im Rahmen dieser Feier wird der international angesehene Computerwissenschaftler Luc Steels eine öffentliche ZiF:lecture halten zum Thema "Können wir von Robotern etwas über die Entstehung der menschlichen Sprache lernen?"

    Die Entstehung der menschlichen Sprache ist ein faszinierendes Problem, doch bislang hat es einer soliden wissenschaftlichen Erklärung getrotzt. In seinem Vortrag wird Professor Steels aufzeigen, dass die Modellierung der Evolution von Sprache in der letzten Dekade beeindruckende Fortschritte gemacht hat. In den Modellen der Sprachevolution führt man eine Population von rechnergesteuerten 'Agenten' ein, mit denen die kognitiven Fähigkeiten und Interaktionsmuster typischer Sprachbenutzer technisch modelliert werden. Die Agenten werden dann dazu eingesetzt, Sprachspiele miteinander zu spielen; so soll herausgefunden werden, ob sich ein der menschlichen Sprache vergleichbares Kommunikationssystem tatsächlich von Grund auf entwickelt, wenn eine bestimmte Konstellation kognitiver und sozialer Fähigkeiten vorgegeben ist. Dies lässt sich nicht nur in der Computersimulation testen. So weiß man mittlerweile, wie Roboter zu konstruieren sind, die sich selber ein Lexikon und ein in der Wahrnehmung gegründetes Inventar von Konzepten über die Welt schaffen. Neuere Experimente haben im Ansatz gezeigt, wie dann in Roboter-Sprachspielen selbst Kasusgrammatiken, die denen des Menschen ähneln, entstehen können. Im Gegensatz zu der Hypothese, dass Sprache aus einem einzigartigen genetischen Ereignis hervorging, welches ein hochspezialisiertes Sprachorgan im Gehirn entstehen ließ, zeigen diese Modelle, dass entwickelte Kognition und soziale Interaktionsmuster die entscheidenden Faktoren gewesen sein müssen.
    Mit dieser Veranstaltung setzt das ZiF die Reihe öffentlicher Vorträge internationaler Spitzenforscher fort, in der sich bislang u.a. Frans de Waal, Gero von Randow, Manfred Spitzer, Angela Friederici und Harald Welzer präsentierten.
    Für interessierte Journalistinnen und Journalisten steht Professor Steels ab 18 Uhr für ein Gespräch zur Verfügung.
    Der Eintritt ist frei. Der Abend klingt aus mit Piano-Blues von Thomas Gerdiken.

    Kontakt:
    Universität Bielefeld, Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
    Taggungsbüro: Marina Hoffmann / Trixi Valentin
    Tel.: 0521 - 106 27 68 / 69
    Email: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de / trixi.valentin@uni-bielefeld.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).