Die Vorlesungs- und Gesprächsreihe "Dialoge zwischen Kunst und Wissenschaft" an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (HMTH) steht in diesem Semester unter dem Thema "Populäre Musik - eine Kulturgeschichte zwischen 1500 und heute". In der am 27. Oktober in Hörsaal 202 beginnenden Ringvorlesung soll danach gefragt werden, wie, warum und unter welchen Bedingungen Musik populär war und ist. Welche Kriterien eine Musik hierfür erfüllen muss und wie über populäre Musik gesprochen wurde bzw. aus historischer und systematischer Perspektive sinnvoll nachgedacht und geforscht werden kann, wird ebenfalls von Interesse sein.
'Pop music' war nicht nur eine umwälzende Neuerung des 20. Jahrhunderts, die mit neuen Medien und Technologien die Hör- und Konsumgewohnheiten revolutioniert hat und heute ein Forschungsfeld vor allem der Musikpsychologie, Musikpädagogik sowie der Kultur- und Medienwissenschaften ist. 'Populäre Musik' gab es zu allen Zeiten und hat als beliebte, bekannte, gemeinverständliche und suggestive Musik schon immer ihre Wirkung auf ein größeres Publikum entfaltet.
Damit verdient sie auch als historisches Phänomen Aufmerksamkeit. Diese wurde ihr allerdings seitens der älteren Musikgeschichtsschreibung nur bedingt zuteil. Denn wo das Interesse eher künstlerisch herausragenden Werken, Gattungen und MusikerInnenpersönlichkeiten gilt, rückt jene Musik aus dem Blick, die einer breiten Masse gefiel oder aus ihr heraus entstanden war. So vielfältig sich die Bedeutungen des Adjektivs 'populär' im Laufe der Jahrhunderte aufspalten, so gehört es doch semantisch zum Wortfeld 'Volk'. Und damit trägt es bereits die ästhetische Qualität des vermeintlich 'Einfachen' und 'Niedrigen' in sich, von der sich die Musikwissenschaft zunächst zwangsläufig distanziert hat, um ihren Platz als Kunstwissenschaft neben den Sozial- und Geisteswissenschaften zu behaupten.
So vielfältig die Fragen rund um dieses Thema sind, so vielfältig sind die vertretenen Disziplinen: Für die historische Musikwissenschaft an der HMTH stehen neben den Veranstalterinnen Sabine Meine und Nina Noeske Katrin Eggers, Lorenz Luyken, Ruth Müller-Lindenberg und Stefan Weiss. Die systematische Perspektive wird von Reinhard Kopiez, die musikethnologische Perspektive von Kerstin Klenke und Raimund Vogels vertreten werden, einen Beitrag aus musikmedizinischer Sichtweise wird Eckart Altenmüller beisteuern. Als Gäste konnten die MusikwissenschaftlerInnen Nils Grosch, Florian Heesch, Dietrich Helms, Knut Holtsträter, Katharina Hottmann, Matthias Tischer und Melanie Unseld gewonnen werden.
Termine:
27.10.08 Was macht Musik populär? Fragen an die Musikgeschichte
PD Dr. Sabine Meine, Dr. Nina Noeske, HMTH
03.11.08 Über das Alter der Populären Musik und die Erfindung des Volkslieds
Dr. Nils Grosch, Deutsches Volksliedarchiv, Freiburg
10.11.08 "Amore è musico". Verführungsmacht Musik - eine Erfolgsgeschichte der frühen Neuzeit
PD Dr. Sabine Meine, HMTH
17.11.08 ...für lange Ohren? Das Populäre in der Musikgeschichte und die Geschichte der Populären Musik
Prof. Dr. Dietrich Helms, Universität Osnabrück
24.11.08 Virtuosität, Massenerfolg und gewisse moralische Bedenken - ein Beitrag zur Wertungsforschung
Dr. Nina Noeske, HMTH
01.12.08 "Ich bin eine Tochter Usbekistans, ich bin ein Kind Chorezms": Popularmusik und Patriotismus in Usbekistan
Kerstin Klenke, M.A., HMTH
08.12.08 Dialog-Runde I: Revolver als Forschungsgegenstand? Drei Perspektiven auf ein Beatles-Album
Prof. Dr. Reinhard Kopiez, Dr. Lorenz Luyken und Prof. Dr. Stefan Weiss, HMTH
15.12.08 Ultimative Pop-Hits und andere Musik mit Gänsehautfaktor
Prof. Dr. Eckart Altenmüller und Prof. Dr. Ruth Müller-Lindenberg, HMTH
22.12.08 Stille Nacht, heilige Nacht - Musik | Kitsch | Weihnachten
Katrin Eggers, M.A., HMTH
12.01.09 Subkulturelle Abgrenzungen zur Popularität. Die Entwicklung des Extreme Metal
Dr. Florian Heesch, Hochschule für Musik Köln
19.01.09 Der Crooner, die Sehnsucht und die Medien
Dr. Knut Holtsträter, Universität Bayreuth
26.01.09 Dialog-Runde II: Und täglich grüßt die Nachtmusik. Klassik-Hits oder die 'Popmusik' des Repertoires
Prof. Dr. Melanie Unseld, Universität Oldenburg, Prof. Dr. Raimund Vogels
02.02.09 "Artig zwitschernde Waschmädgen und laute Hummerausrufer". Bürgerliche Geselligkeit und Popularität im Hamburger Lied der Aufklärung
Dr. Katharina Hottmann, Universität Hamburg
09.02.09 Pet Sounds und Sgt. Pepper - Sound und Producer als zentrale Kategorien des Popmusikbegriffes
Dr. habil. Matthias Tischer, Berlin
Alle Veranstaltungen finden in der Hochschule für Musik und Theater Hannover jeweils um 18:00 Uhr in Raum 202 statt.
http://www.fmg.hmt-hannover.de/de/aktuelles/vorlesungsreihen/populaere-musik-ein... - Überblick und Flyerdownload
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Musik / Theater
überregional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).