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16.10.2008 10:54

Mehr Sicherheit in der Patientenversorgung: Nationale Kampagne zur Händehygiene

Rudolf-Werner Dreier Kommunikation und Presse
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Auftaktveranstaltung im Rahmen der "Aktion Saubere Hände" mit Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz, am 21. Oktober 2008

    Das Universitätsklinikum Freiburg und die Freiburger Medizinische Gesellschaft laden zu einer gemeinsamen Vortragsveranstaltung zum Auftakt der "Aktion Saubere Hände" ein:

    Vortragsveranstaltung zur "Aktion Saubere Hände"
    am Dienstag, den 21. Oktober 2008 um 18.00 Uhr
    im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik
    Hugstetter Straße 55 in Freiburg

    Die nationale Kampagne wird von der Ministerin für Arbeit und Soziales des Landes Baden-Württemberg, Dr. med. Monika Stolz, unterstützt. Die Ministerin eröffnet die öffentliche Veranstaltung mit einem Grußwort. Prof. Dr. Andreas Widmer, Leiter der Krankenhaushygiene des Universitätsspitals Basel, referiert in seinem Gastvortrag über die Evidenz-basierte Infektionsprävention unter dem Titel: "Wir haben es in der Hand!". Professor Widmer ist Coautor der "WHO Guidelines on Hand Hygiene in Health Care" und Mitglied der Task Force der aktuellen weltweiten Kampagne der Weltgesundheitsorganisation WHO "Clean care is safer care", die effektive Maßnahmen zur Verbesserung der Händehygiene als eines von fünf vorrangigen Zielen zur Erhöhung der Patientensicherheit benennt.
    In jedem Jahr tritt bei mehr als 500.000 Menschen in Deutschland bei einem Krankenhausaufenthalt ein zusätzliches gesundheitliches Problem auf: Sie infizieren sich in der Klinik, nicht selten mit multiresistenten Erregern. Infektionen mit solchen Krankenhauskeimen, beispielsweise MRSA, können gerade für immun geschwächte Patienten lebensbedrohlich sein, da gegen diese Bakterien viele Antibiotika nicht mehr wirksam sind. Die Krankenhausinfektionen bedeuten zusätzliches Leid für die betroffenen Patienten, verlängern die Krankenhausverweildauer um durchschnittlich vier Tage und verursachen zusätzliche Kosten für das Gesundheitswesen, in Einzelfällen mehr als 20.000 Euro pro Patient.
    Viele dieser Infektionen sind vermeidbar: Nicht selten ist unzureichende Händedesinfektion des Krankenhauspersonals die Ursache. Um künftig besser sicherzustellen, dass die erfolgreiche Behandlung einer Erkrankung nicht durch unterlassene Händehygiene gefährdet wird, nimmt sich eine nationale Kampagne dieses Themas an. Fast 400 Krankenhäuser beteiligen sich an der "Aktion Saubere Hände".
    "Das Land unterstützt Aktionen zur Vermeidung der Resistenzentwicklung und ihrer weiteren Verbreitung. Dabei reicht es nicht aus, Präventionsmaßnahmen auf das Krankenhaus zu beschränken. Ein MRSA-positiver Patient muss im Krankenhaus, nach der Entlassung, ob ambulant in der Arztpraxis oder im Pflegeheim, und bis zum erneuten Krankenhausaufenthalt betreut werden", sagte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz. "Wir setzen dabei auf lokale Netzwerke. Unser Ziel ist es, ein landesweites einrichtungsübergreifendes Netzwerk zu etablieren, in welches die Kliniken, die Altenpflegeheime und die niedergelassenen Ärzte gemeinsam mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst und der Ärzteschaft eingebunden sind. Auf diese Weise sollen bestehende Strukturen weiter entwickelt, gefördert und besser miteinander vernetzt werden" so die Ministerin über das Konzept des Landes zur Senkung der ansteigenden Rate multiresistenter Keime.
    Die nationale Aktion ist kein Strohfeuer: Am Universitätsklinikum Freiburg wurden seit 2006 bereits zwei größere Projekte zur Verbesserung der Händehygiene durchgeführt und es werden konsequent gezielte Maßnahmen entwickelt, um die Händedesinfektion zu verbessern. So verwendet das Klinikum beispielsweise seit diesem Jahr ausschließlich farbstoff- und parfümfreie Händehygienepräparate, da viele Hände empfindlich gegenüber solchen Zusatzstoffen sind und diese für die Wirksamkeit der Präparate nicht notwendig sind. Außerdem wurde die Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmitteln verbessert, etwa durch so genannte Kitteltaschenflaschen, die auch mittels Clip an der Kleidung getragen werden können.
    Am 22. Oktober 2008, dem bundesweiten Aktionstag für die Bedeutung der Händedesinfektion im klinischen Alltag im Rahmen der nationalen Kampagne, informieren Mitarbeiter des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene und des betriebsärztlichen Dienstes die Mitarbeiter des Klinikums mit Informationsständen und im persönlichen Gespräch an zwei Standorten - im Personalcasino und im Bereich zwischen der Medizinischen und der Chirurgischen Klinik. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit (Compliance) für die Händedesinfektion dauerhaft zu erhöhen. Denn nur eine konsequente Händehygiene schützt Patienten und Personal sicher vor Infektionen.
    Auch für das kommende Jahr sind verschiedene Aktionen zum Thema Händehygiene geplant, darunter eine Wanderausstellung durch die verschiedenen Kliniken und vielfältige Fortbildungsangebote für die Mitarbeiter.
    Weitere Informationen zu der Kampagne unter: http://www.uniklinik-freiburg.de/iuk/live/index.html

    Kontakt:
    Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene,
    Sektion Krankenhaushygiene
    Prof. Dr. med. Markus Dettenkofer
    Tel.: 0761 / 270-8275
    Fax: 0761 / 270-8203
    E-Mail: markus.dettenkofer@uniklinik-freiburg.de
    Dr. Andreas Conrad
    Tel.: 0761 / 270-8262
    E-Mail: andreas.conrad@uniklinik-freiburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uniklinik-freiburg.de/iuk/live/index.html


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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