Bayreuth (UBT). Mit über 250 Teilnehmern startet morgen (17. Oktober) das Symposium des 2-tägigen 1. Bayreuther Zukunftsforums, das sich mit dem Thema "Was den Menschen heilig ist - Religionen und Werte im Wandel" beschäftigt. "Wir hatten uns den Zuspruch erhofft, aber nicht erwartet", kommentiert der Bayreuther Religionswissenschaftler und Hauptorganisator der Tagung, Professor Dr. Christoph Bochinger, die in den letzten Tagen deutlich verbesserte Resonanz. Beim Zukunftsforum sollen gesellschaftlich brisante Themen diskutiert und auf die Öffentlichkeit zugegangen werden.
Die Zufriedenheit über die Teilnehmerbeteiligung gilt trotz unvorhersehbarer Absagen prominenter Referenten. So musste die frühere Bundesministerin und Bundestagspräsidentin Professor Rita Süssmuth krankheitshalber passen, und die bayerische Landesvorsitzende der FDP und Bundestagsabgeordnete Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wird durch die Koalitionsverhandlung ihrer Partei an einer Reise nach Bayreuth gehindert.
Doch Ersatz wurde gefunden, vielleicht nicht von der öffentlichen Bekanntheit her, doch mit Sicherheit hinsichtlich prägnanter inhaltlicher Aussagen zum Thema. Dieses gilt für den angesehenen Bayreuther Verfassungsrechtler, mehrfachen Ehrendoktor und Geschäftsführer der Bayreuther Forschungsstelle für Europäisches Verfassungsrecht, den emeritierten früheren Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Kirchenrecht, Professor Peter Häberle. Und es gilt gleichermaßen für den Erlanger Professor für Islamische Religionspädagogik, Dr. Harun H. Behr, der als einer der Wegbereiter der Integration von Minderheiten zu gelten hat und den Schulversuch Islamunterricht in Bayern voran treibt.
Optimistisch ist auch Bayreuths Universitätspräsident Professor Dr. Dr. h.c. Helmut Ruppert dass es gelingt, mit dem Zukunftsforum bewusst den Schritt von der Wissenschaft in die Öffentlichkeit zu realisieren. In einem Grußwort schreibt Professor Ruppert, in einer als zunehmend komplex wahrgenommenen, globalisierten Welt nehme der Bedarf an Orientierungshilfe und Lebensberatung merklich zu. Neben Reflexionen über den Ist-Zustand gelte es, tragfähige Zukunftskonzepte zu diskutieren. "Das Ziel besteht in der Entwicklung von nachhaltigen Lösungsansätzen zu Themen, die als zukünftige Problemfelder identifiziert werden", schreibt der Universitätspräsident.
Er wird morgen (13.30 Uhr, Audimax der Universität) auch das erste Zukunftsforum zusammen mit Bayreuths Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl eröffnen, zumal die Stadt sowie die Stiftung für Zukunftsfragen der BAT die Forumsidee generell mittragen. Bei den ersten Veranstaltungen sind zudem die Oberfrankenstiftung, das Evangelische Bildungswerk und auch E.ON Bayern als Förderer dabei.
Anschließend beginnt der erste Fachvortrag, bei dem sich Symposiumsorganisator Professor Dr. Christoph Bochinger mit "Rückkehr der Religion? Religionen und Werte zwischen Erhalt, Auflösung und Neubegründung" befassen wird. Mit Spannung wird dann (14.15 Uhr) der Beitrag des Präsidenten des Amtes für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet), quasi der "türkische Religionsminister", Prof. Dr. Ali Bardakoglu, erwartet, der sich mit "Wertegemeinschaft und Wertevielfalt aus islamisch-theologischer Perspektive" auseinandersetzen wird.
Nach einer Fragerunde von Studierenden und einer kurzen Pause präsentiert der bekannte Hamburger Freizeitforscher Prof. Dr. Horst W. Opaschowski (Stiftung für Zukunftsfragen der British American Tobacco) die Ergebnisse einer Repräsentativstudie über das, was den Deutschen wirklich heilig ist (15.45 Uhr).
Ein Podiumsgespräch von Journalisten (16.15 Uhr), die nahe ihrem Metier der Frage nachgehen, was den Medien heilig ist und wie es um Religionen und Werte in der öffentlichen Wahrnehmung steht, beschließt den ersten Forumstag. Moderiert von Privatdozent Dr. Ronald Uden, Christliche Publizistik, Erlangen, diskutieren Matthias Drobinski (Süddeutsche Zeitung), Georg Streiter (BILD-Zeitung), Rieke Harmsen (Evangelischer Presseverband Bayern) sowie Wolfgang Küpper, der Leiter der Redaktion für Religion und Kirche des Bayerischen Rundfunks.
Einen Höhepunkt bildet am Abend im Markgräflichen Opernhaus (ab 19.30 Uhr) die Verleihung des ersten Markgräfin-Wilhelmine-Preises der Stadt Bayreuth für Toleranz und Humanität in kultureller Verschiedenheit an den ersten afrikanischen Literatur-Nobelpreisträger und Ehrendoktor der Universität Bayreuth Professor Wole Soyinka (Nigeria/USA). Die Lobrede hält Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble. Die Stadt hatte den mit 10.000 Euro dotierten Preis aus Anlass des neuen Zukunftsforums gestiftet. Er soll dann jährlich bei den folgenden Veranstaltungen des Zukunftsforums an Persönlichkeiten vergeben werden, die dem Stiftungszweck dienen, also Toleranz, Humanität und kulturelle Vielfalt verkörpern. Der Preisverleihung schließt sich ein Empfang im Evangelischen Gemeindehaus an.
Mit dem Titel "Junge Menschen in Deutschland" setzt sich am Samstag (18. Oktober, 9.00 Uhr) der bekannte Islamische Religionspädagoge Professor Dr. Harun H. Behr, ein Schüler Professor Bochingers, mit Fragen von Religion und Integration auseinander. Anschließend behandelt Privatdozent Dr. Arne Manzeschke, Theologische Ethik und Anthropologie, Bayreuth, in seinem Beitrag die Bedeutung "religiöser Werte" in säkularen Diskursen (9.30 Uhr), bevor um 10.00 Uhr der Staatsrechtler Peter Häberle mit dem Thema "Verfassung - Kultur - Gottesklauseln" zu Worte kommt.
Nach einer Pause spricht (ab 11.00 Uhr) der Religionswissenschaftler Prof. Dr. Hans G. Kippenberg (Bremen/Erfurt) mit dem Titel "Wie christlich ist das Abendland? Religiöse Vielfalt und Wertekonsens". Dem schließt sich die Podiumsdiskussion des zweiten Tages an, die nach gemeinsamen Werten fragt und die Rolle der Religionen im politischen Rahmen der Zukunft beschreiben soll. Auf dem Podium sitzen die Professoren Hans G. Kippenberg, Harun H. Behr und Christoph Bochinger sowie Dr. Ulrich Reinhardt von der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen der BAT. Die Moderation übernimmt Wolfgang Küpper vom Bayerischen Rundfunk.
Beschlossen wird das erste Bayreuther Zukunftsforum mit einem Fazit (13.00 Uhr) von Prof. Dr. Reiner Anselm, Ethik und Theologie, Göttingen/Zürich.
Zur Erinnerung
Pressekonferenz
zum Zukunftsforum
17 Uhr, Theatersaal im unteren Foyer beim Audimax
mit
Prof. Opaschowski und
Prof Bochinger
Außerdem:
Signierstunde mit Wole Soyinke
Freitag, 11:30 Uhr, Thalia-Buchhandlung im Rotmain-Center
und Lesung von Wole Soyinka
Samstag, 18. Oktober, 15 Uhr
IWALEWA Haus, Münzgasse 9
http://www.zukunftsforum.uni-bayreuth.de Alle Infos zun Forum
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Philosophie / Ethik, Religion
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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