Wiesbaden - Mit einem europaweiten Verbot der Umverpackung von Medikamenten geht die Europäische Kommission jetzt verstärkt gegen Arzneimittelfälschungen vor. EU-Industriekommissar Günter Verheugen legt am 21. Oktober 2008 einen entsprechenden Gesetzesentwurf vor. Dies unterbindet weitgehend auch den gewinnbringenden Reimport von Medikamenten. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) thematisiert die von Medikamentenfälschungen aktuell ausgehenden Gefahren auf dem diesjährigen Herbstsymposium der Korporativen Mitglieder der DGIM am 22. Oktober in Wiesbaden.
Für ein und dieselben Medikamente setzen Pharmaunternehmen in verschiedenen Ländern der Europäischen Union unterschiedliche Preise an. Arzneimittelimporteure nutzen diese Preisunterschiede: Sie kaufen Präparate aus Niedrigpreisländern auf, um sie zu einem höheren Preis - zum Beispiel in Deutschland - wieder zu verkaufen. Dafür ist es nötig, dass sie die Verpackungen öffnen. Denn sie müssen einen Beipackzettel in der jeweiligen Sprache beilegen und die ausländische Schrift auf der Verpackung ersetzen oder überkleben. Reimportierte Präparate erhöhen das Risiko für Fälschungen. Denn die Umverpackung erleichtert Fälschern ihr Handwerk: Durch Öffnen und Überkleben der Packungen können sie gefälschte Medikamente leichter in Umlauf bringen. Für Patienten ist es schwer zu unterscheiden, ob es sich um ein reimportiertes Originalpräparat oder eine Fälschung handelt.
Die von gefälschten Medikamenten ausgehende Risiken, gesetzliche und regulatorische Lösungen und was Ärzte, Gesundheitswesen, Industrie und Politik gegen Plagiate tun können, diskutieren Experten anlässlich des Herbstsymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM und auf der anschließenden Pressekonferenz am 22. Oktober 2008 in Wiesbaden.
Terminhinweis:
Pressekonferenz
anlässlich des Herbstsymposiums der Korporativen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM):
Gefälschte Medikamente gefährden Menschen - schon jetzt "lohnender" als der Handel mit Drogen?
Mittwoch, den 22. Oktober 2008, 13.30 bis 14.30 Uhr
Dorint Hotel Pallas Wiesbaden; Raum Hamburg; Auguste-Viktoria-Straße 15; 65185 Wiesbaden
Themen und Referenten:
Gefälschte Medikamente - eine Gefahr für Mensch, Forschung und Industrie?
Dr. med. Dipl.-Ing. Franz-Josef Wingen
Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM, Bayer HealthCare/Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Plagiate in der Inneren Medizin - welche gesundheitlichen Risiken bergen sie und was kann die DGIM dagegen tun?
Professor Dr. med. Rainer Kolloch
1. Vorsitzender der DGIM, Kongresspräsident des 115. Internistenkongresses, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld
Wie können Klinik und Forschung gegen gefälschte Medikamente vorgehen?
Professor Dr. med. Ulrich Robert Fölsch
Beauftragter der Korporativen Mitglieder der DGIM, Direktor der Klinik für Allgemeine Innere Medizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Gegenmaßnahmen: Arzneimittelkodierungs/-identifizierungsprojekt der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA)
Michael Dammann
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Bereich Marktordnung und Gesundheitssystem
Arzneimittelfälschungen aus regulatorischer Sicht
Professor Dr. rer. nat. habil. Harald G. Schweim
Lehrstuhl "Drug Regulatory Affairs", Rheinische Friedrich-Wilhelm-Universität, Bonn
Kontakt für Journalisten:
Anne-Katrin Döbler/Anna Voormann
DGIM Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Tel: 0711 8931-552
Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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