·Deutsches Studentenwerk (DSW) lädt mehr als 100 Beraterinnen und Berater aus den Studentenwerken zum Jahrestreffen nach Oldenburg
·Stellvertretende DSW-Generalsekretärin Andrea Hoops: "Die Luft wird dünner für alle, die nicht dem Typus des finanziell sorgenfreien Vollzeitstudierenden entsprechen"
·Studentenwerke: Studierende haben Verschuldungsängste stehen unter hohem Zeit- und Leistungsdruck
Oldenburg/Berlin, 4. November 2008. "Die Luft an Deutschlands Hochschulen wird dünner für all jene Studierenden, die nicht dem Typus des finanziell sorgenfreien Vollzeitstudierenden entsprechen", warnte Andrea Hoops, Stellvertretende Generalsekretärin des Deutschen Studentenwerks (DSW), heute in Oldenburg, wo sich mehr als 100 Beraterinnen und Berater aus den Studentenwerken über die drängendsten Problemlagen der Studierenden und neue Ansätze in der Beratungspraxis austauschen. "Die zeitlich verdichteten und stärker reglementierten Bachelor-Studiengänge lassen den Studierenden weniger Freiräume für eine individuelle Studienorganisation. Das ist besonders schwierig für Studierende mit Kind, für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit, das ist aber auch schwierig für Studierende, die mit finanziellen oder persönlichen Problemen konfrontiert sind."
Hoops warb für die "niedrigschwelligen, in aller Regel kostenlosen und individuellen Beratungsangebote der Studentenwerke. "Die Studentenwerke bieten Studienfinanzierungsberatung, Sozialberatung, Psychologische Beratung, sowie Beratung für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit. Diese Beratung zeigt Lösungswege und hilft beim Studienerfolg."
Laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks bieten derzeit 41 Studentenwerke Psychologische Beratungsstellen an; 21.600 Studierende nahmen im Jahr 2007 diese Beratung in Anspruch. Man zählte insgesamt 66.000 Beratungskontakte. "Typische Probleme von Studierenden sind Probleme bei der Arbeitsorganisation und beim Zeitmanagement sowie Prüfungsängste, immer stärker aber auch depressive Verstimmungen", erläuterte Hoops.
"Die Generation Bachelor hat ein sehr hohes Leistungsideal verinnerlicht und will um jeden Preis die Leistungsvorgaben im Studium erfüllen. Dabei überfordern sich viele. Die psychologischen Beratungsdienste der Studentenwerke verzeichnen entsprechend mehr stressbezogene Symptomatiken", referierte Hoops in Oldenburg Erfahrungsberichte aus den Studentenwerken.
Hoops erinnerte daran, dass für 40% der Studierenden die Studienfinanzierung unsicher ist und zwei Drittel nebenbei jobben. Entsprechend groß sei laut Hoops die Nachfrage der Studierenden nach Informationen und Hilfe zur Studienfinanzierung. "Offenbar geht die soziale Schere bei den Studierenden weiter auf. Viele haben keinerlei finanzielle Sorgen, viele dagegen erhebliche finanzielle Nöte und auch deutliche Verschuldungsängste."
Die Tagung der Beraterinnen und Berater dauert noch bis Donnerstag; Gastgeber ist das Studentenwerk Oldenburg, das gemeinsam mit der Universität Oldenburg die "Psychosoziale Beratungstelle (PSB)" betreibt. Den heutigen Eröffnungsvortrag hält der Politikwissenschaftler und Publizist Prof. Dr. Herfried Münkler von der Humboldt-Universität zu Berlin; er spricht über "Struktur und Freiheit: Welchen heimlichen Lehrplan bewirkt die Studienstrukturreform?". Dr. Elke Middendorff vom Hochschul-Informations-System (HIS) referiert die für die Studentenwerks-Beraterinnen und -Berater wichtigsten Ergebnisse aus der von HIS durchgeführten 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden.
Expertinnen und Experten von Hochschulen und Forschungsinstituten tragen ebenfalls in Oldenburg vor. Es geht unter anderem um Möglichkeiten und Grenzen der Online-Beratung von Studierenden, um Drogenprävention am Beispiel von Cannabis oder Beratung im interkulturellen Kontext.
Das Tagungsprogramm finden Sie hier:
http://www.studentenwerke.de/pdf/Programm_Fachtagung_Beratung_2008.pdf
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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