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14.11.2008 15:50

Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung für ehemalige Gießener PhD-Studentin

Lisa Dittrich Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Kinderärztin Dr. Birgit Burkhardt sucht nach neuen Wegen bei Diagnostik und Therapie des "Lymphoblastischen Lymphoms" - Auszeichnung am 11. Dezember 2008 im Rahmen der Promotionsfeier des Fachbereichs Medizin

    Die Kinderärztin Dr. med. Birgit Burkhardt PhD, ehemalige Promotionsstudentin des gemeinsamen PhD-Studiengangs der Fachbereiche 11 - Medizin und 10 - Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen, wird mit dem über 8.000 Euro dotierten "Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung" ausgezeichnet. Die Übergabe des Preises erfolgt am 11. Dezember 2008 im Rahmen der Promotionsfeier des Fachbereichs Medizin, welche um 18 Uhr in der Aula der Universität, Ludwigstraße 23, Gießen, beginnt. Mit der 33-jährigen Ärztin wird eine außergewöhnliche Nachwuchswissenschaftlerin geehrt, deren hervorragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Verbesserung der Therapie und der Erforschung der Non-Hodgkin-Lymphome des Kindes- und Jugendalters national und international eine große Anerkennung gefunden haben.

    Krebs bei Kindern ist eine gefürchtete Diagnose. Glücklicherweise trifft es insgesamt nur wenige Mädchen und Jungen. Rund 50 Kinder allerdings erkranken in Deutschland jährlich neu am "lymphoblastischen Lymphom" (LBL). Obwohl er seit Jahrzehnten bekannt ist, weiß die medizinische Forschung "erstaunlich wenig" über die Entstehung dieses Lymphdrüsenkrebses, sagt Birgit Burkhardt. Mit systematischen Laboruntersuchungen hat die Kinderärztin nun einen genetischen Bereich auf Chromosom 6 von LBL-Zellen eingegrenzt, dessen Veränderung mit einem besonders aggressiven Verlauf der Erkrankung einhergeht. Die Entdeckung könnte, so sie sich in weiteren Studien bestätigt, neue Wege bei Diagnostik und Therapie des LBL ebnen. Die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung unterstützt Birgit Burkhardt deshalb mit einem Graduierten-Stipendium.

    "Das lückenhafte Wissen zur Krankheitsentstehung des LBL steht im krassen Gegensatz zu den sehr guten Behandlungsmöglichkeiten", sagt die Stiftungs-Stipendiatin. Mit einer intensiven siebenmonatigen Chemotherapie und einer anschließenden 17-monatigen "Erhaltungstherapie" können Mediziner fast 90 Prozent der erkrankten Kinder heilen. Durch umfassende klinische Studien wurde die Behandlung immer weiter optimiert. Doch zwei Probleme bleiben: Zum einen die Nebenwirkungen der Therapie und zum anderen die schlechten Überlebenschancen jener Mädchen und Jungen, die nicht ausreichend auf die Chemotherapie ansprechen und infolgedessen einen Rückfall erleiden.

    Schon seit einigen Jahren, zunächst während ihres PhD-Studiums am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und jetzt in Kiel im Rahmen ihrer Facharztweiterbildung, untersucht Birgit Burkhardt, wie sich die Chromosomen in den entarteten Zellen verändern. In methodisch aufwändigen Untersuchungen hat sie Hinweise beleuchtet, wonach Stückverluste in einem bestimmten Bereich auf Chromosom 6 mit dem Verlauf der Krankheit zusammenhängen. "Kinder mit diesen Stückverlusten in ihren Tumorzellen haben möglicherweise ein höheres Rückfallrisiko", sagt die Stipendiatin.

    Sofern sich diese vorläufigen Erkenntnisse in künftigen Studien erhärten, könnten daraus langfristig Verbesserungen für Diagnostik und Therapie resultieren. Zum einen will Birgit Burkhardt mit dem Graduierten-Stipendium der Novartis-Stiftung entsprechende Studien vorantreiben. Zum anderen sollen molekulare Untersuchungen dazu beitragen, die Abläufe und Veränderungen in den Tumorzellen besser zu verstehen. Dann kann vielleicht eines Tages die Therapie gezielter gesteuert werden als heute - mit noch besseren Heilungschancen und geringeren Nebenwirkungen.

    Kontakt:
    Lambert Stamer, Dekanat des Fachbereichs Medizin - PhD-Office
    Rudolf-Buchheim-Straße 6, 35385 Gießen
    Telefon: 0641 99-48030, Fax: 0641 99-48019
    E-Mail: phd@dekanat.med.uni-giessen.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    regional
    Personalia, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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