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17.11.2008 09:14

Öffentliche Vorträge der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

    o "Lebensmittelsicherheit - nehmen die gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher zu?"
    o "Prolin als molekularer Schalter bei der Phageninfektion"

    Termin: Dienstag, 25. November 2008, 16.30 Uhr
    Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina
    Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

    Prof. Dr. Karsten Fehlhaber ML, Leipzig:
    "Lebensmittelsicherheit - nehmen die gesundheitlichen Risiken für den Verbraucher zu?"

    Die in den Industriestaaten produzierten Lebensmittel bieten heute ein weit höheres Maß an Sicherheit als noch vor wenigen Jahrzehnten, in denen große Ausbrüche auch sehr schwerwiegender Erkrankungen vergleichsweise häufig aufgetreten sind. Diese Zunahme an Sicherheit entspricht aber nicht dem "gefühlten" Sicherheitsbedarf großer Teile der Bevölkerung, wie zumindest in den Medien immer wieder herausgestellt wird. Der heutige Sicherheitsanspruch vieler Verbraucher ist nicht mehr vergleichbar mit dem vor 15 oder 20 Jahren. Insbesondere ausgelöst durch die "BSE-Krise", haben die Zweifel an der Lebensmittelsicherheit zugenommen. Neben den Folgen falscher Ernährung (auf die hier nicht eingegangen wird) ist das zentrale Problem das Auftreten einer nach wie vor hohen Anzahl an Lebensmittelinfektionen. Viele von ihnen stehen im Zusammenhang mit den vom Tier stammenden Lebensmitteln. Um welche Erkrankungen es sich handelt, welches ihre Ursachen sind und wie diese Situation verbessert werden kann, sind Schwerpunkte des Vortrages.

    Karsten Fehlhaber: Studium der Veterinärmedizin an der Humboldt-Universität Berlin (1965-1971), Promotion ebendort (1972), Habilitation ebendort (1982). Hochschuldozent für Lebensmittelhygiene an der Humboldt- Universität (1983-1985), ordentlicher Professor für Lebensmittelhygiene an der Universität Leipzig und Leiter des Wissenschaftsbereiches Lebensmittelhygiene (1985-1992), Neuberufung als ordentlicher Professor für Lebensmittelhygiene und Verbraucherschutz (1992). Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene und Fleischhygiene, Studienaufenthalt an der Food and Drug Administration (FDA) in Washington D. C., USA, und an der University of California in Davis, USA (1990). Verschiedene Preise und Auszeichnungen, u. a. Dr. h. c. der Universität Helsinki und Diplomate of the European College of Veterinary Public Health (ECVPH). Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesinstituts für Risikobewertung Berlin, Mitglied im Wissenschaftlichen Rat des Instituts für agrar- und stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität Berlin (seit 1999), Mitglied des Ausschusses Lebensmittel-, Fleisch und Milchhygiene der Bundestierärztekammer (seit 1999). Mitglied im Beirat der Fachzeitschrift "Fleischwirtschaft" (seit 1995) und der "Deutschen tierärztlichen Wochenschrift" (seit 1998).
    Forschungsschwerpunkte: Mikrobiologie tierischer Lebensmittel, Lebensmittelinfektionen, Zoonosen
    Seit 2002 ist Karsten Fehlhaber Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Veterinärmedizin).
    Kontaktadresse: Prof. Dr. Karsten Fehlhaber, Veterinärmedizinische Fakultät, Institut für Lebensmittelhygiene, An den Tierkliniken 1, 04103 Leipzig; fehlhaber@vetmed.uni-leipzig.de

    Prof. Dr. Franz X. Schmid ML, Bayreuth:
    "Prolin als molekularer Schalter bei der Phageninfektion"

    Cis/trans-Isomerisierungen von Prolylpeptidbindungen sind intrinsisch langsame Reaktionen, die die Faltungsraten vieler Proteine bestimmen. In letzter Zeit häufen sich die Hinweise, dass Prolylisomerisierungen nicht nur für die Proteinfaltung wichtig sind, sondern dass sie, möglicherweise gekoppelt mit lokaler Proteinumfaltung oder -entfaltung, als molekulare Schalter verwendet werden, um die Funktion von Proteinen zu regulieren. Filamentöse Bakteriophagen verwenden ein Prolin als molekulare Zeitschaltuhr und steuern damit die Infektion von Escherichia coli. Die cis/trans Isomerisierung von Pro213 im Gelenk zwischen den beiden aminoterminalen Domänen des Gen-3-Proteins schaltet den infektiösen Zustand der Phagen an; die Lebensdauer dieses Zustands wird durch die Rate der Rückreaktion trans/cis bestimmt.

    Franz X. Schmid: Studium der Chemie an der Technischen Universität Berlin und an der Universität Regensburg (1969-1974), Promotion an der Universität Regensburg (1977), Habilitation ebendort (1984). Forschungsaufenthalte an der Stanford University, USA (1977-1978 und 1988). Seit 1988 Professor für Biochemie an der Universität Bayreuth. Verschiedene Preise und Auszeichnungen, u. a. Heisenberg-Stipendium der DFG (1987-1988) und Karl-Winnacker-Stipendium der Hoechst AG (1988-1993). Fachgutachter der DFG für Biochemie (2000-2008), Vorsitzender des Fachbeirates für die Max-Planck-Forschungsstelle "Enzymologie der Proteinfaltung" in Halle/Saale (seit 2001). Gutachter u. a. für die National Science Foundation (USA), den Schweizer Nationalfonds, den Boehringer Ingelheim Fonds, EMBO und den Wellcome Trust. Mitglied des Herausgeberbeirates der Zeitschriften "Structure" und "Biochemistry" und "Journal of Molecular Biology".
    Forschungsschwerpunkte: Katalyse der Proteinfaltung, Triggerfaktor, extrem schnelle Proteinfaltung, evolutive Strategie zur Proteinstabilisierung
    Seit 2000 ist Franz X. Schmid Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Biochemie und Biophysik).
    Kontaktadresse: Prof. Dr. Franz X. Schmid, Biochemisches Laboratorium, Universität Bayreuth, 95440 Bayreuth; fx.schmid@uni-bayreuth.de

    Zur Akademie Leopoldina
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaft¬lerinnen und Wissenschaftler, und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Im Juli 2008 wurde die Leopoldina im Rahmen eines Festaktes offiziell zur Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland ernannt.
    Der Leopoldina gehören zur Zeit etwa 1300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, Technik-, empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 33 Mitglieder der Leopoldina.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Tier / Land / Forst
    regional
    Forschungsergebnisse, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


     

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