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18.11.2008 11:12

Insekt des Jahres 2009 - Die Gemeine Blutzikade

Dr. Wohlert Wohlers Pressestelle
Julius Kühn-Institut

    (Berlin) Heute um 11 Uhr proklamierte der Träger des Alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) von 1997, Herr Professor Michael Succow, das Insekt des Jahres 2009, es ist die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata). Die Pressekonferenz fand im Naturkundemuseum statt.

    Insekt des Jahres 2009 ist die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata), die ganz harmlos ist und nur an Pflanzen saugt. Der Name des neun bis elf Millimeter großen, schwarzen Tieres kommt von dem auffallend roten Muster auf den Flügeln, die dachförmig zusammengelegt werden. Sie ist, wie bisher die meisten Insekten des Jahres, recht häufig und soll mit ihrer schönen Färbung für Sympathie für alle Insekten werben. Die Blutzikade hat sich in den letzten Jahren bis zum Nord-Ostsee-Kanal nach Norden verbreitet, den sie wohl aufgrund ihrer schlechten Flugfähigkeit nicht überqueren kann. Zum ersten Mal wird mit der Blutzikade ein Insekt des Jahres für den gesamten deutschsprachigen Raum, also für Österreich, die Schweiz und Deutschland deklariert.

    Die Blutzikade gehört zu den Schaumzikaden, deren Larven in einem Schaumnest leben, der von Kindern landläufig als "Kuckucksspucke" bezeichnet wird. Der klebrige Schaum schützt die Larven vor Feinden und vor Austrocknung. Die Larven der Blutzikade leben unterirdisch an Wurzeln in nicht zu trockenen Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen und Weg- und Grabenrändern, sogar in Gärten, allerdings kaum auf Mähwiesen. Blutzikaden überwintern als Larven im Boden in 10 bis 15 cm Tiefe. Anfang Mai bis Juli sind dann die rotschwarzen Tiere zu sehen.

    Die Blutzikade ist eine gute Springerin, eine Fähigkeit, die sie mit vielen Zikaden, vor allem aber mit den Schaumzikaden gemeinsam hat und die ihr häufig das Leben rettet. Mit ihrer Warnfärbung täuscht sie nur Giftigkeit vor. Bei Gefahr scheidet sie aus den Fußspitzen eine übelriechende, jedoch offenbar ungiftige Flüssigkeit aus, sodass dem Räuber der Appetit vergeht. Wie viele Zikaden singt auch die Blutzikade mit einem besonderen Organ, dem Tymbal, das an beiden Seiten der Basis des Hinterleibrings liegt. Die Männchen schlagen dabei kräftig mit den Flügeln. Manchmal werden die Weibchen mit den Vorderflügeln betrillert. Für menschliche Ohren ist der Gesang zu leise, um ihn wahrzunehmen. Die Eiablage wurde bisher noch nie beobachtet.

    Mit der Blutzikade wurde erstmals eine Zikade zum Insekt des Jahres gekürt. Damit soll auf diese, auch bei uns verbreitete Art aufmerksam gemacht werden. Zikaden sind jedem von Reisen in die Tropen bekannt. Das ohrenbetäubende Zirpen kann zwar störend sein, aber es ist auch schön, eben ferienmäßig tropisch. Die Sänger sind die mehrere Zentimeter großen Singzikaden, ein Name, der vergeben wurde, als noch nicht bekannt war, dass die Kleinzikaden auch singen. Weltweit gibt es etwa 40.000 Zikaden, davon 2.500 Schaumzikaden, in Mitteleuropa 800 Kleinzikaden. Sie saugen an den Leitungsbahnen der Pflanzen mit zuckerreichem Saft.

    Ansprechpartner:
    Dr. Wohlert Wohlers
    Pressesprecher Kuratorium "Insekt des Jahres"
    Tel.: 0531 / 299-3396
    Sekretariat Tel.: 0531 / 299-3205
    E-Mail: pressestelle@jki.bund.de


    Weitere Informationen:

    http://www.jki.bund.de/insektdj - Bilder und Liste der bisherigen zehn Insekten des Jahres


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Kooperationen
    Deutsch


    Wie alle Zikaden legt die Blutzikade die Flügel dachförmig zusammen


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    Blutzikaden haben wie alle Zikaden relativ kurze, feine Antennen


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