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18.11.2008 13:54

Moderne Form der Promotion

Margarete Pauli Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Bamberg steht für Schmerz, Würzburg für Emotionen - aber nur, wenn es um die Zusammenarbeit im neuen Doktorandenprogramm der beiden Universitäten geht. Erforscht werden darin die biologisch-psychologischen Grundlagen für die Entstehung und Aufrechterhaltung von negativen Emotionen und Schmerzen. Den Doktoranden hat das Programm einiges zu bieten.

    Eine moderne Form des Promovierens zu verwirklichen - dieses Ziel verfolgen die Väter des Projekts, die Psychologie-Professoren Paul Pauli (Würzburg) und Stefan Lautenbacher (Bamberg). Bei der Kooperation würden verschiedene wissenschaftliche Methoden verknüpft, und das trage zu einer exzellenten Weiterbildung der Doktoranden bei.
    Natürlich erwarten die Professoren auch neue Impulse für die Behandlung von Patienten. "Während in Bamberg der Schwerpunkt auf der Schmerzforschung liegt, steht in Würzburg die Beschäftigung mit negativen Emotionen im Vordergrund", erläutert Pauli. Die Kombination der zwei Gebiete ist sinnvoll, weil Patienten mit chronischen Schmerzen oft auch an Depressionen oder Angststörungen leiden - und auf diesem Feld ist der Forschungsbedarf noch groß.
    Das Ausbildungsprogramm erstreckt sich auf drei Jahre und richtet sich an Biologen, Mediziner und Psychologen. Ein gemeinsames Komitee aus erfahrenen Wissenschaftlern betreut die Nachwuchsforscher, so dass ihnen eine vielseitige fachliche Unterstützung garantiert ist.
    Summer Schools und Fachtagungen sorgen außerdem für die Einbindung der Doktoranden in internationale Netzwerke. Daraus sollen Forschungsarbeiten entstehen, die international beachtet und frühzeitig publiziert werden. Die jungen Wissenschaftler können auf diese Weise das unabhängige Forschen lernen und akademische Fertigkeiten erwerben.
    Schon jetzt sind acht Doktorandinnen und ein Doktorand in das Programm eingebunden. Vier von ihnen arbeiten in Würzburg, fünf in Bamberg. Pro Jahr sollen maximal vier neue Mitglieder dazukommen. Bewerbungen sind jederzeit möglich, mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage des Doktorandenprogramms.
    In der Region München existieren derartige Programme zwischen Universitäten schon seit längerem. 2005 dann meldete sich die so genannte Mittelstraß-Kommission zu Wort - sie sollte im Auftrag des Wissenschaftsministeriums die bayerische Hochschullandschaft bewerten. Die Kommission forderte unter anderem eine bessere Zusammenarbeit zwischen den nordbayerischen Universitäten. Das habe den Anstoß gegeben, entsprechende Pläne zu entwickeln, so Pauli.
    In München allerdings mache es die bessere Verkehrsinfrastruktur den Promotionskandidaten leichter, von einer Hochschule zur anderen zu kommen, betonte Lautenbacher. Bamberg und Würzburg dagegen liegen 80 Kilometer auseinander; die Bahn braucht für diese Strecke eine Stunde. "Diese Distanz und auch die Neuartigkeit des Vorhabens machen das Ganze zwar nicht einfach, aber nichtsdestotrotz sinnvoll und zukunftsträchtig", meint Pauli.
    Die beiden Universitäten haben ihr gemeinsames Doktorandenprogramm "Biopsychologie von Schmerz und Emotionen" am 3. November feierlich in der Aula der Universität Bamberg eröffnet.
    Dort begrüßten die Präsidenten der beiden Hochschulen die Ambitionen des Programms. "Die Zusammenführung von Biologie und Psychologie schafft ein interdisziplinäres Arbeitsgebiet", sagte Axel Haase, Präsident der Universität Würzburg. Hierfür sei die klassische Individualpromotion nicht immer passend, ein Betreuerteam mit verschiedensten Spezialisten aber eine gute Alternative.
    Durch das Doktorandenprogramm wachse den federführenden Professoren auch eine spezielle Verantwortung zu, so Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg. Denn nur bei einem Erfolg des Projekts würden andere Fachbereiche folgen, und dadurch könne die Leistungsfähigkeit der kleineren und mittleren Universitäten weiter erhöht werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.biopsych-bawue.de/


    Bilder

    Die Väter des gemeinsamen Doktorandenprogramms: Professor Paul Pauli (Würzburg, rechts) und Professor Stefan Lautenbacher (Bamberg). Foto: Andreas Christ, Pressestelle Uni Bamberg
    Die Väter des gemeinsamen Doktorandenprogramms: Professor Paul Pauli (Würzburg, rechts) und Professo ...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Psychologie
    regional
    Kooperationen, Studium und Lehre
    Deutsch


     

    Die Väter des gemeinsamen Doktorandenprogramms: Professor Paul Pauli (Würzburg, rechts) und Professor Stefan Lautenbacher (Bamberg). Foto: Andreas Christ, Pressestelle Uni Bamberg


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