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20.11.2008 14:59

Zwischen Erfolgs- und Diktaturgeschichte - Start eines Forschungsprojektes zum DDR-Sport in Thüringen

Sylvia Prietz Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit
Universität Potsdam

    Der Bereich Zeitgeschichte des Sports der Universität Potsdam startet jetzt ein neues Forschungsprojekt. Unter dem Titel "Sport in Thüringen - Zwischen Erfolgs- und Diktaturgeschichte" untersuchen Sportwissenschaftler den DDR-Sport in den thüringischen Bezirken Gera, Erfurt und Suhl. Das zweijährige Projekt wird von Prof. Dr. Hans Joachim Teichler geleitete, Projektbearbeiterin ist die Sporthistorikerin Dr. Jutta Braun. Es handelt sich um die erste Regionalstudie, die auch vom Landessportbund mitfinanziert wird. Inhaltlich soll das Projekt sowohl die Sommersportarten als auch den für Thüringen besonders wichtigen Wintersport bearbeiten. Darüber hinaus wird die Sonderrolle des Fußballs im Leistungssport thematisiert.

    Weltrekorde und internationale Spitzenleistungen können nicht auf Befehl erzielt werden, dafür ist eine hohe Motivation der Sportler erforderlich. Die Wissenschaftler haben es also mit dem für die Gesellschaftsgeschichte der DDR eher seltenen Fall einer Interessenidentität des Teilsystems Sport mit den Zielen des Gesamtsystems zu tun. Und daher werden die besonderen Förderstrukturen vor Ort, die gesellschaftlichen Anerkennungen für Leistungssportler, das regionale Bedingungssystem des Leistungssports, aber auch die unterschiedlichen persönlichen Belastungen für die Sportlerinnen und Sportler unter die Lupe genommen. Dazu sollen neben Recherchen in den zentralen, regionalen und lokalen Archivbeständen der zuständigen Stellen von Partei, Staat und Sport auch die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit gesichtet werden. Besonderer Wert wird auf Interviews mit den früheren Aktiven, Trainern und Funktionären gelegt. Einbezogen werden auch diejenigen, die seinerzeit Probleme bei der Verwirklichung ihrer leistungssportlichen Karriere hatten oder sich sogar vom System geschädigt sehen. Im zweiten Projektjahr werden Erinnerungskonferenzen unter anderem mit dem Schwerpunkt Breitensport vor Ort durchgeführt.

    Finanziert wird das Projekt mit Gesamtkosten von insgesamt 70.000 Euro durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Landessportbund Thüringen, den Freistaat Thüringen sowie die thüringische Landesbeauftragte für die Unterlagen der Staatssicherheit.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Für weitere Auskünfte steht Ihnen Prof. Dr. Hans Joachim Teichler aus dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Potsdam telefonisch unter 0331/977-1738, -1050, E-Mail: teichler@uni-potsdam.de zur Verfügung.

    Diese Medieninformation ist auch unter http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2008/pm273_08.htm im Internet abrufbar.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Sportwissenschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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