idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
27.11.2008 11:42

TUCar: Vier Clausthaler Institute forschen am Auto der Zukunft

Christian Ernst Pressestelle
Technische Universität Clausthal

    Clausthal-Zellerfeld. Sicherer, sauberer, sparsamer, selbstständiger - das Auto der Zukunft wird die heutigen Modelle in vielerlei Hinsicht abhängen. Auch an der Technischen Universität Clausthal (TUC) wird am "Auto 2020" geforscht. "TUCar" heißt das Projekt, in das sich vier Institute der Oberharzer Hochschule einbringen. "Wir wollen möglichst schon 2009 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main einen ersten Prototypen präsentieren, der mit einem komplett neuen Rechnernetz ausgestattet ist", sagt Professor Harald Richter vom Institut für Informatik. Bei ihm laufen die Fäden aller beteiligten Einrichtungen zusammen.

    Der erste Abschnitt des Projektes ist geschafft. "Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Bleistiftskizze in ein mechanisches Fahrwerksmodell umgesetzt worden ist", berichtet Dr. Christian Vetter vom Institut für Prozess- und Produktionsleittechnik. Unter Anleitung des Ingenieurs haben die Maschinenbau-Studenten Christoph Löhr und Steffen Horn das "TUCar" zusammengeschraubt und -geschweißt, dessen Materialwert derzeit 16.000 Euro beträgt. In seinen Ausmaßen entspricht das Modell dem Golf V Variant. Die Bauteile für den Clausthaler Forschungsansatz hat der Volkswagenkonzern aus Wolfsburg bereitgestellt, die Firma Lenze liefert den Motor. Darüber hinaus ist der brasilianische Automobil-Zulieferer DHB Componentes Automotivos, Marktführer bei Lenkungssystemen in Lateinamerika, an der Forschungsarbeit interessiert. "Und auch die Hochschulleitung unterstützt uns", sagt Professor Richter, "mit 50.000 Euro."

    Vor rund vier Jahren hatte der Wissenschaftler damit begonnen, auf dem Gebiet der schnellen Datenkommunikation im Automobil (Projekt CarRing II) zu forschen. CarRing II ist ein Echtzeit-Rechnernetz, das bereits an einer elektronischen Lenkung getestet wurde. Ein schneller Datenaustausch zwischen allen Elektronikkomponenten eines Autos ist Voraussetzung für viele moderne Funktionen aus dem Fahrerassistenz- und -informationsbereich, etwa für die elektronische Lenkung oder das elektronische Gas. Damit wiederum kann unter anderem die Sicherheit der Insassen erhöht werden.

    Das Projekt CarRing II wurde 2007 auf Einladung der Veranstalter auf der IAA präsentiert und im gleichen Jahr als eine der 20 Top-Innovationen in Niedersachsen ausgezeichnet. Nun will Professor Richter den computergestützten Ansatz auf vier Räder stellen und auf das gesamte Fahrzeug ausdehnen. "Denn selbst in einem neuen Porschemodell steckt noch eine alte Informationstechnik", weiß Richter. Neben der Lenkung sollen künftig auch Bremse, Gaspedal, Licht, Spiegel und Videotechnik an ein modernes Rechnernetz angeschlossen werden. Ziel ist das "mitdenkende", intelligente Auto. Ein Vierrad, das beinahe um die Ecke fahren kann, muss keine Illusion bleiben.

    Dafür hat sich der Informatiker Richter Unterstützung geholt. Außer dem Institut für Prozess- und Produktionsleittechnik, das den mechanischen Teil übernommen hat, füllen das Institut für Elektrische Energietechnik (Elektrik) und das Institut für Elektrische Informationstechnik (Elektronik) den interdisziplinären Ansatz mit Leben. Auch Studierende können von dem Forschungsvorhaben, unter dem sich jeder etwas vorstellen kann, profitieren. "Es liefert eine hervorragende Chance, eine praxisnahe Diplomarbeiten zu schreiben", animiert Dr. Vetter die angehenden Ingenieure. Als das "TUCar" im November "Richtfest" feierte, haben schon zahlreiche Interessierte das neue Chassis in Augenschein genommen.


    Weitere Informationen:

    http://www.in.tu-clausthal.de/abteilungen/technische-informatik-und-rechnersyste...


    Bilder

    Ein komplett neues Rechnernetz soll auf dem Fahrwerksmodell installiert werden.
    Ein komplett neues Rechnernetz soll auf dem Fahrwerksmodell installiert werden.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Ein komplett neues Rechnernetz soll auf dem Fahrwerksmodell installiert werden.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).