Im neuen "DSW-Journal" des Deutschen Studentenwerks (DSW) macht sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Bürsch für den Bürgergeist an Deutschlands Hochschulen stark. Sein Credo: Studierende sind keine Kunden, sondern Mitgestalter der Hochschulen.
Der Vorsitzende des Bundestags-Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement, Dr. Michael Bürsch (SPD), macht sich im neuen DSW-Journal des Deutschen Studentenwerks (DSW) für die studentische Mitbestimmung an Deutschlands Hochschulen stark und kritisiert die im Zuge von Studiengebühren eingeführte Metaphorik von Studierenden als "Kunden". Bürsch sagt: "Wir müssen weg von der Hochschule, die Kunden hat, und hin zur Hochschule als Miteigentum aller, die an dieser Hochschule zu tun haben." In der Vorstellung von Studierenden als "Kunden" gehe der "Geist des Bürgers als Mitgestalter" verloren, befürchtet der Engagement-Experte, der gleichzeitig Juryvorsitzender des DSW-Bundeswettbewerbs "Studierende für Studierende" ist.
Bürsch wünscht sich engagierte, mitgestaltende, sich einmischende Studierende - auch wenn dieses Engagement nur kurze Zeit geleistet werden könne: "Besser zeitlich begrenzt engagieren als gar nicht." Die Bundesländer, die Hochschulen sowie die Hochschullehrer fordert Bürsch auf, neue Anreize und Anerkennungen für engagierte Studierende zu entwickeln. Den Studentenwerken schlägt Bürsch vor, das ehrenamtliche Engagement der Studierenden in ihren Gremien stärker zu einem Markenzeichen zu machen.
"Die deutschen Hochschulen könnten sich ein Anreizsystem überlegen", erläuterte Bürsch im Gespräch mit dem DSW-Journal, "da wäre ich mit Blick auf andere Länder durchaus dafür, über Formen von finanzieller Anerkennung nachzudenken." Bürsch weiter: "Credit Points für ehrenamtliches Engagement von Studierenden, Studiengebühren-Befreiung für die studentische Muskelhypothek. Das würde ich durchaus an die Adresse der Länder als Überlegung weitergeben."
Bürsch zeigte sich begeistert von den vielfältigen Formen studentischen Engagements, die das Deutsche Studentenwerk mit seinem jüngsten, dritten "Studentenwerkspreis für besonderes soziales Engagement" dokumentiert. Bürsch: "Die guten Ideen, die ich beim DSW-Wettbewerb 'Studierende für Studierende' kennen gelernt habe, kann man nachahmen. Ich könnte mir einen solchen Wettbewerb auch auf Länderebene vorstellen." Die Preisverleihung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Wettbewerbs findet heute Abend ab 18 Uhr in der Heilig-Geist-Kapelle der Humboldt-Universität zu Berlin statt, unter anderem mit einem "ZEIT CAMPUS DIALOG" zum Thema "Engagiert sich eigentlich niemand mehr?"
Weitere Themen des neuen DSW-Journals 4/2008:
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· "Ein unermesslicher Schaden": Herfried Münkler, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, lässt kein gutes Haar an der Studienstrukturreform
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· Bei der Studienfinanzierungsberatung hat das Studierendenwerk Hamburg die Nase weit vorn
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· Finanzkrise: Märkte können nicht versagen, schreibt DSW-Präsident Rolf Dobischat, es versagen Menschen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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