Prof. Dr. Gerhard Ertl ML, Berlin, Nobelpreis für Chemie 2007:
"Vom Atomaren zum Komplexen - Reaktionen an Oberflächen"
Termin: Dienstag, 9. Dezember 2008, 16.30 Uhr
Ort: Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, 06110 Halle
Chemische Reaktionen an den Oberflächen von Festkörpern sind u. a. verantwortlich für die heterogene Katalyse, die die Grundlage der chemischen Industrie, aber auch von Prozessen für den Umweltschutz (Autoabgas-Katalyse) darstellt. Moderne physikalische Methoden erlauben die Aufklärung bis ins atomare Detail. Unter bestimmten Bedingungen treten dabei Effekte zweidimensionaler Musterbildung auf, die im Rahmen der nichtlinearen Dynamik beschrieben werden und in ähnlicher Weise auch in vielen anderen Bereichen beobachtet werden.
Gerhard Ertl: Studium der Physik an der Technischen Hochschule Stuttgart und an den Universitäten Paris und München (1955-1961), Promotion an der Technischen Hochschule München (1965), Habilitation ebendort (1967). Ordentlicher Professor an der Technischen Universität Hannover (1968-1973), ordentlicher Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1973-1986). Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin, (1986-2004) seit 2004 Professor emeritus ebendort. Forschungsaufenthalte am California Institute of Technology, USA (1976/77), an der University of Wisconsin-Milwaukee (1979) und an der University of California in Berkeley (1981/82). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a. Leibniz-Preis der DFG (1991), Japan-Preis (1992), Wolf-Preis in Chemie (1998), Otto Hahn-Preis (2007), Nobelpreis für Chemie (2007). Mitglied in zahlreichen Akademien, u. a. National Academy of Sciences, American Academy of Arts and Sciences, Academia Europaea, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Österreichische Akademie der Wissenschaften. Ehrenmitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften.
Forschungsschwerpunkte: Oberflächenchemie und Grenzflächenreaktionen
Seit 1986 ist Gerhard Ertl Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (Sektion Chemie).
Kontaktadresse: Prof. Dr. Gerhard Ertl, Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Faradayweg 4-6, 14195 Berlin
Zur Akademie Leopoldina
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaft¬lerinnen und Wissenschaftler, und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Im Juli 2008 wurde die Leopoldina im Rahmen eines Festaktes offiziell zur Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland ernannt. Der Leopoldina gehören zur Zeit etwa 1300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, Technik-, empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen auszeichnen. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 32 Mitglieder der Leopoldina.
http://www.leopoldina-halle.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Chemie, Physik / Astronomie
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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