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01.12.2008 15:02

Vom Uni-Präsidenten zum Repräsentanten der Zukunftsforschung

Barbara Debus Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung

    Am 2. Dezember wird Prof. Dr. Rolf Kreibich 70 Jahre alt. Seit über 25 Jahren leitet Prof. Kreibich das IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin. Von ihm stammt die bis heute griffigste Definition, was unter wissenschaftlicher Zukunftsforschung zu verstehen ist. Vielen Berlinern ist er bis heute als Präsident der Freien Universität (FU) ein Begriff. Denn in den Jahren zwischen 1969 und 1976 gelang es dem damals erst 31-jährigen Rolf Kreibich als jüngstem Universitäts-Präsidenten, eine Reform der verkrusteten akademischen Strukturen durchzusetzen.

    Mehrere "Zukünfte"
    "China 2030" - wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag stellte der Berliner Zukunftsforscher Prof. Dr. Rolf Kreibich auf der Jahrestagung der WirtschaftsWoche kontroverse Szenarien zur Zukunft der asiatischen Wirtschaftsmacht vor. Mögliche, wünschbare und wahrscheinliche Zukunftsentwicklungen - damit beschäftigt sich der Physiker und Soziologe mit Verve seit über 30 Jahren. Von ihm stammt die bis heute griffigste Definition, was unter wissenschaftlicher Zukunftsforschung zu verstehen ist. Unermüdlich weist er darauf hin, dass es nicht eine unabwendbar kommende, sondern dass es immer mehrere "Zukünfte" gibt, die jede und jeder einzelne mitgestalten kann. Als Zukunftsforscher befasst sich Kreibich mit einem breiten Themenspektrum, beispielsweise mit zukunftsfähigen Energiesystemen, ökologischem Wirtschaften, Informationstechniken sowie demographischen Entwicklungen und der Nachhaltigkeit. Er versucht vor diesem Hintergrund die zukunftswissenschaftliche Erkenntnis in die Öffentlichkeit zu tragen, dass die Verbesserung der menschlichen Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität nur auf der Grundlage einer Nachhaltigen Entwicklung zu erreichen ist.

    IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (ab 1981)
    Prof. Dr. Rolf Kreibich begründete 1981 und leitet bis heute das IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, eine der führenden Einrichtungen für Zukunftsforschung in Europa. Zudem gründete er 1990 zusammen mit dem damaligen Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes NRW, Dr. Christoph Zöpel, das Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ) in Gelsenkirchen.
    Das unabhängige und gemeinnützige Berliner Zukunftsforschungsinstitut IZT wirbt Forschungsmittel von der EU-Kommission, von Bundes- und Länderministerien, Bundesforschungsanstalten, Stiftungen sowie namhaften Unternehmen und Verbänden ein. Es erhält keine Grundfinanzierung, sondern arbeitet auf der Grundlage erfolgreicher Akquisition von Aufträgen durch den agilen Wissenschaftlichen Direktor und die 25 Wissenschaftler(innen).

    Weltumweltkonferenz in Rio (1992)
    Schon früh erkannte Professor Rolf Kreibich, wie bedeutsam ressourcenschonendes Wirtschaften ist. 1992 gehörte er zur deutschen Delegation, die mit dem damaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die erfolgreichen Verhandlungen zum Abschluss der Rio-Deklaration, der Agenda 21 sowie der Konventionen zum weltweiten Schutz der Wälder und zum Klimaschutz führte. 1996 überreichte ihm der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) seinen begehrten Umweltpreis.

    Mitglied im Weltzukunftsrat (ab 2007)
    2007 wurde Prof. Dr. Kreibich zusammen mit 50 internationalen Zukunftsdenkern, Menschenrechts- und Umweltaktivist(innen) in den neugegründeten World Future Council (Weltzukunftsrat) berufen. Mitglieder sind dort auch Bianca Jagger und mehrere Träger des Alternativen Nobelpreises. Der World Future Council betrachtet sich als globalen Fürsprecher für die Interessen zukünftiger Generationen in der internationalen Politik und versucht die zahlreichen Aktivitäten vor allem zivilgesellschaftlicher Gruppen, Netzwerke und Organisationen für Menschenrechte und eine zukunftsfähig-nachhaltige Entwicklung zu verknüpfen und gegenüber Politik, Wirtschaft und Medien zu vertreten.

    Präsident der Freien Universität Berlin (1969-1976)
    Vielen Berlinern ist Professor Kreibich bis heute als erster Präsident der Freien Universität (FU) nach Verabschiedung des neuen Berliner Universitätsgesetzes von 1969 ein Begriff. Denn in den Jahren zwischen 1969 und 1976 gelang es dem damals erst 31-jährigen Rolf Kreibich als jüngstem Universitäts-Präsidenten, eine Reform der verkrusteten akademischen Strukturen durchzusetzen.

    "Global denken, lokal handeln"
    Der Prämisse "global denken, lokal handeln" hat sich Rolf Kreibich auch im Rahmen regionaler Aktivitäten stets verpflichtet gefühlt. Als Wissenschaftler arbeitete er über Jahrzehnte in zahlreichen Gremien und Kommissionen mit, u.a. in der Enquete-Kommission "Zukunftsfähiges Berlin" des Berliner Abgeordnetenhauses, im Energiebeirat des Senats von Berlin und im Brandenburger Landesimmissionsausschuss als langjähriger Vorsitzender. Seit 2007 ist er Mitglied im Nachhaltigkeitsrat des Landes Brandenburg, wo er unter anderem für eine konsequente neue Energiepolitik zur Steigerung der Energieeffizienz, des Einsatzes regenerativer Energien und neuer Energiespeichersysteme sowie für den mittelfristigen Ausstieg Brandenburgs aus der Braunkohle wirbt. Hervorgetan hat sich Kreibich auch durch sein bürgerschaftliches Engagement, z.B. als Begründer der Bürgerinitiative "Bürger gegen den Bankenskandal", sowie als gebürtiger Dresdner für die "Erhaltung des Weltkulturerbes Dresdener Elbtal".

    Professor Kreibich ist mit der Malerin und Psychologin Dr. Renate Kreibich verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkelkinder, die alle in Berlin leben.

    Weitere Informationen zu Lebenslauf und Gremienmitgliedschaften:
    http://www.izt.de/uploads/tx_iztcoworkers/VITA_Prof.Kreibich.pdf


    Weitere Informationen:

    http://www.izt.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Umwelt / Ökologie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


     

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