Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat die gestern veröffentlichten Zahlen über Studierende und Studienanfänger weiter analysiert. "Die Zahlen geben erste Aufschlüsse über die Umsetzung des Hochschulpakts und die Auswirkungen von Studienbeiträgen", erläuterte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn.
Der Hochschulpakt zeigt zwar Erfolge, doch die Zielzahlen, wie sie von Ländern und Bund vereinbart wurden, werden insgesamt noch nicht erreicht. In den ostdeutschen Hochschulen und den Stadtstaaten ist die Zahl der Studienanfänger zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Von den westdeutschen Flächenländern haben einige die Sollzahlen erreicht, einige bleiben allerdings noch deutlich unter den Vorgaben des Hochschulpakts.
Wintermantel: "Die Zielzahlen zu erreichen, ist allein noch kein Beleg für eine erfolgreiche und verantwortungsvolle Hochschulpolitik. Die einzelnen Länder haben sich unterschiedlich engagiert und damit den Hochschulen auch verschiedene Möglichkeiten für die Gestaltung der neu zu schaffenden Studienplätze gegeben.
Es bleibt noch viel zu tun. Die finanzielle Ausstattung des Hochschulpakts II muss von vornherein einen angemessenen Kostenansatz pro Studierendem zugrunde legen. Insgesamt muss ein jährlicher Mehrbedarf der Hochschulen von durchschnittlich drei Milliarden Euro abgedeckt werden."
"Aus den Zahlen lässt sich nicht ableiten, dass das Studierverhalten oder die Studienortwahl mit den Studienbeiträgen zusammenhängen", erklärte die HRK-Präsidentin. Von den sechs Ländern mit Studienbeiträgen verzeichnen nur zwei Länder (Bayern und Niedersachsen) unterdurchschnittliche Zuwächse bei den Studienanfängern. Bei den zehn Ländern, die keine Studienbeiträge erheben, erzielen nur Brandenburg und Hessen überdurchschnittliche Steigerungen. Wintermantel: "Das weist auch darauf hin, dass die jungen Menschen das Studium zunehmend als Investition in ihre Zukunft begreifen."
Wintermantel verwies auch auf den überproportionalen Anteil der Fachhochschulen an dem Aufwuchs: "Das ist ein positiver Trend; ein höherer Anteil von Studierenden in den besonders stark anwendungsbezogenen Studiengängen ist seit langem angestrebt."
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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