idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
03.12.2008 15:39

Studieren mit Kind: Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Stefan Grob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Studentenwerk

    Die Studierenden mit Kind benötigen mehr campusnahe, zeitliche flexible Betreuungsangebote; zwischen dem Anspruch eines familienfreundlichen Studiums und der Wirklichkeit gibt es eine deutliche Diskrepanz, stellen die 58 Studentenwerke fest.

    "Zwischen den familien- und bildungspolitischen Postulaten eines familienfreundlichen Studiums und der tatsächlichen Lebens- und Studiensituation der 7% Studierenden mit Kind gibt es eine erhebliche Diskrepanz. Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander." Mit diesen Worten begründet Prof. Dr. Rolf Dobischat, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), seine Forderung an Bund, Länder, Kommunen und Hochschulen, gemeinsam mit den Studentenwerken die Kinderbetreuung an Deutschlands Hochschulen auszubauen. Die Studierenden mit Kind benötigen laut Dobischat vor allem mehr campusnahe, zeitlich flexible Betreuung sowie spezifische Beratung. "Vom Ausbau der Kindertagesbetreuung müssen auch die Studierenden mit Kind profitieren", sagte Dobischat mit Blick auf die Vorhaben von Bund und Ländern.

    7% der Studierenden sind Eltern. Ihre wirtschaftliche und soziale Lage hat das Deutsche Studentenwerk in einer Studie untersuchen lassen, durchgeführt vom Hochschul-Informations-System (HIS), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

    Studierende mit Kind müssen Studium, Kinderbetreuung und Job unter einen Hut bekommen. Ihr Studium verläuft weniger reibungslos als das ihrer kinderlosen Mitstudierenden. Studierende mit Kind unterbrechen ihr Studium viermal häufiger; die Unterbrechung dauert im Schnitt fünf Semester. Mehr als die Hälfte der studentischen Eltern ist nebenher erwerbstätig. Jede vierte studentische Mutter erzieht ihr Kind allein. Fast die Hälfte aller Kinder ist jünger als drei Jahre. Studierende mit Kind haben einen großen Beratungsbedarf, vor allem zu Finanzierungsfragen. "Die Studentenwerke müssen ihre Beratungsangebote weiter ausbauen, allerdings benötigen sie dazu die Unterstützung der Länder", sagte Dobischat. Derzeit bieten die Studentenwerke bundesweit 187 Kindertageseinrichtungen mit rund 6.000 Plätzen und beraten Studierende mit Kind.

    "Nur 60% er Studierenden mit Kind hält Studium und Kind prinzipiell für vereinbar", beklagte Dobischat auf der Jahresversammlung aller Studentenwerke in Berlin. "Ein Viertel der Studierenden mit Kind, die wir befragt haben, würde sich jedoch nicht noch einmal für ein Studium mit Kind entscheiden. Hier müssen Bund, Länder, Kommunen, Hochschulen und Studentenwerke gegensteuern und kreative Lösungen für mehr Kinderbetreuung im Studium finden."


    Weitere Informationen:

    http://www.sozialerhebung.de - Sonderauswertung Studieren mit Kind
    http://www.studentenwerke.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).