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04.12.2008 09:19

Fraunhofer ISST beweist Interoperabilität von eFA-Lösungen

Niklas Reinhardt Öffentlichkeitsarbeit / Marketing / Institutsteil Berlin
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

    Führende Systemanbieter der Gesundheitswirtschaft zeigten am 3. Dezember, dass ihre Lösungen der gültigen Spezifikation der elektronischen Fallakte entsprechen.

    Im Rahmen des "eFA Connectathon" demonstrierten Siemens, iSOFT und ISPro am 3. Dezember 2008, wie elektronische Fallakten (eFA) über Systemgrenzen hinweg angelegt und genutzt werden können. In der vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST ausgerichteten Veranstaltung wurde damit erstmals die Interoperabilität von eFA-Systemlösungen live nachgewiesen und damit der Grundstein für eine Standardisierung des Datenaustausches in regionalen Gesundheitsnetzwerken gelegt.

    Nachweis an typischen Szenarien

    Nach dem Vorbild der etablierten Prüfverfahren von IHE (Integrating the Healthcare Enterprise) wurde die Interoperabilität der Systemlösungen an typischen Anforderungen regionaler Gesundheitsnetzwerke nachgewiesen. Dafür wurden vom Fraunhofer ISST rund 30 Szenarien mit fiktiven Ärzten, Patienten und Einrichtungen definiert. Die Szenarien umfassen sowohl den Zugang autorisierter Ärzte und Organisationen auf individuelle Fallakten als auch den Zugriff auf verteilt vorgehaltene Patientendaten in verschiedenen Kliniken sowie das dezentrale Bearbeiten von Fallakten aus Arztpraxen.
    Um sicher zu stellen, dass die demonstrierten Systeme nicht nur untereinander interoperabel, sondern auch konform zur gültigen eFA-Spezifikation Version 1.2 sind, wurde als Referenz-System die eFA-Implementierung des Fraunhofer ISST genutzt. Sie setzt alle für die Interoperabilität von Fallakten geforderten Schnittstellen spezifikationskonform um.

    Konformitätsstufen industrieller Produkte

    Entsprechend den Szenarien des "eFA Connectathon" sind für alle industriellen Systemlösungen verschiedene Konformitätsstufen vorgesehen, die die Produkte durch erfolgreich durchlaufene Tests erreichen können.
    eFA Client Kompatibilität: Aus dem System des Herstellers heraus kann auf eine Fallakte, die in einem anderen System gepflegt wird, lesend und schreibend zugegriffen werden.
    eFA Services Kompatibilität: Fallakten in einem System dieser Stufe können aus Systemen der Stufe "eFA Client Kompatibilität" gesucht und bearbeitet werden.
    eFA Peer-to-Peer Kompatibilität: Systeme dieser Stufe sind zusätzlich in der Lage, sich mit anderen Systemen dieser Konformitätsstufe nach einem Peer-to-Peer Modell zu vernetzen. Auf diese Weise können Ärzte auf Daten in verschiedenen Einrichtungen zugreifen.

    Die elektronische Fallakte (eFA)

    Vor rund drei Jahren ist das Konsortium elektronische Fallakte (eFA) angetreten, um Kliniken und niedergelassenen Ärzten in einem Behandlungszusammenhang den sicheren Austausch erforderlicher medizinischer Patientendaten über unterschiedliche IT-Systeme hinweg zu ermöglichen. Wesentlich für die unter Federführung des Fraunhofer ISST entwickelte eFA-Plattform ist deren dezentrale Struktur: Sie ermöglicht Kliniken, Praxen und Ärztenetzen, lokal vorgehaltene Daten selektiv den anderen Partnern zur Verfügung zu stellen, ohne eine zentral kontrollierte Datenhaltung nötig zu machen.
    Durch die Möglichkeit einer Peer-to-Peer Vernetzung von Fallakten-Systemen können Ärzte über einen eFA-Zugangspunkt eines beliebigen Krankenhauses einheitlich auf sämtliche Daten in allen vernetzten Krankenhäusern zugreifen, zu denen sie entsprechend der Einwilligungen ihrer Patienten berechtigt sind. Hiermit wird der Schritt von einfachen Zuweisernetzen zu regionalen Versorgungsverbünden aus mehreren Kliniken und Ärztenetzen vollzogen.

    Statements:

    "Die Fallakte hat mit dem heutigen Connectathon einen wichtigen Schritt hin zu einem Produkt gemacht, das für alle Krankenhäuser als vorgefertigte Industrielösung verfügbar ist", so Dr. Jörg Caumanns, Experte für das Geschäftsfeld eHealthcare am Fraunhofer ISST.

    Siemens hält die Fallakte für einen wichtigen Schritt bei der flächendeckenden Etablierung von institutionsübergreifender Zusammenarbeit von Leistungserbringern unter Wahrung der datenschutzrechtlichen Anforderungen im deutschen Gesundheitswesen und der Transparenz für die Patienten: "Aus diesem Grund sind die eFA-Spezifikationen auch Bestandteil unserer Produktplanung für die Produkte Soarian® Integrated Care und DirX, welche die Basis von Anwendungs- und Sicherheitsarchitektur für elektronische Fallakten sind", betonte Dr. Peter Heil, Geschäftsverantwortlicher Health Information Exchange bei Siemens Healthcare.

    "ISPro tauscht Gesundheitsdaten nun auch eFA-konform aus, weil direkte Wege und gute Informationen zu bester Behandlungsqualität führen. Wir freuen uns, schon heute mit den HELIOS Kliniken, dem städtische Klinikum München und der Charité herausragende Partner für die Weiterentwicklung an unserer Seite zu haben", sagt Michael Franz, Geschäftsführer der ISPro GmbH.

    "Mit der jetzt erfolgten Umsetzung der eFA-Spezifikation in den iSOFT-Produkten wurde die Tür zur Zukunft des institutionsübergreifenden standardisierten Austausches von Dokumenten zur effizienteren Behandlung von Patienten geöffnet", so Jens-Uwe Thieme, Portfolio-Manager HIS&ERP bei iSOFT.


    Weitere Informationen:

    http://www.fallakte.de - weitere Informationen zur elektronischen Fallakte (eFA)


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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