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10.12.2008 13:22

Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Paul-Ehrlich-Institut starten neue gemeinsame Forschungsinitiative

Petra Giegerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Kooperation zur Entwicklung von neuen Tiermodellen - Analyse der Wirksamkeit und Verträglichkeit biologischer Arzneimittel soll verbessert werden

    (Mainz, 10. Dezember 2008, lei) Die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und das Paul-Ehrlich-Institut in Langen haben vereinbart, im Rahmen gemeinsamer Grundlagenforschungsprojekte verbesserte Modelle zu entwickeln, die für die nichtklinische Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von neuen biomedizinischen Arzneimitteln dringend gebraucht werden. Die Initiatoren dieser Forschungskooperation sind die Immunologen Ulrich Kalinke, ehemaliger Abteilungsleiter der Abteilung Immunologie am Paul-Ehrlich-Institut, jetzt Leiter vom TWINCORE Institut in Hannover und Gastwissenschaftler am Paul-Ehrlich-Institut, und Helmut Jonuleit, Universitäts-Hautklinik Mainz, und der Virologe Klaus Cichutek, Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Sie werden im Verbund mit einer Vielzahl von Forschergruppen aus Universität und Bundesinstitut neue Tiermodelle zur verbesserten nichtklinischen Analyse der Wirksamkeit und der Verträglichkeit biologischer Arzneimittel entwickeln.

    Neuartige biologische Arzneimittel, sogenannte "Biomedicines", greifen immer spezifischer in die Stoffwechselprozesse des Menschen ein. Dieser Prozess in der biomedizinischen Forschung ist erfreulich, denn er lässt Patienten auf die Entwicklung deutlich verbesserter Medikamente hoffen. Andererseits werden Forscher, Arzneimittelentwickler und Zulassungsbehörden gleichermaßen vor völlig neue Herausforderungen hinsichtlich der Arzneimitteltestung vor der Erstanwendung am Menschen gestellt. Insbesondere Substanzen, die immunologische und molekularbiologische Prozesse beim Menschen beeinflussen, zeigen häufig speziesabhängige Wirkungen. Sie müssen im Hinblick auf ihr therapeutisches Potenzial, aber auch hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit in tierexperimentellen Modellen getestet werden. Seltene, für die Patienten jedoch gravierende Fehlschläge in der klinischen Prüfung zeigen jedoch, dass vorhandene Modelle manchmal nur bedingt geeignet sind, sichere Vorhersagen über Wirkungen und Nebenwirkungen von biologischen Wirkstoffen zu treffen.

    Das Paul-Ehrlich-Institut genehmigt klinische Prüfungen und bewertet im Netzwerk europäischer Arzneimittelbehörden Zulassungsanträge von biologischen Arzneimitteln. Die dazu notwendige Expertise bezieht das Paul-Ehrlich-Institut unter anderem aus der Grundlagenforschung im Bereich dieser Arzneimittel. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat eine große Tradition in der biomedizinischen Forschung. Beide Einrichtungen werden in Zukunft gemeinsam die Entwicklung neuer, aussagekräftiger Modelle zur Testung von biologischen Arzneimitteln vorantreiben. Der Vizepräsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, sagt dazu: "Die Verfügbarkeit aussagekräftiger Modelle zur Testung neuer Therapiekonzepte und zur pharmakologisch-toxikologischen Untersuchung neuer biologischer Wirkstoffe wird auch die Bewertung neuer biologischer Arzneimittel vereinfachen. Die Grundlagenforschung des Paul-Ehrlich-Instituts soll dazu gezielt beitragen." Aussagekräftige Untersuchungen, insbesondere vor der Erstanwendung am Menschen, werden in der Zukunft ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Entwicklung dieser Medikamente in Europa sein. Ebenso sieht die Universität die Notwendigkeit, ihre Aktivitäten nicht nur auf die Erforschung von biomedizinischen Grundlagen zu beschränken, sondern auch die Übersetzung der Erkenntnisse in die klinische Anwendung im Blick zu behalten. Dazu meint der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Georg Krausch: "Die biomedizinische Forschung an der Johannes Gutenberg-Universität steht in der Tradition, Forschung zu betreiben, die letztlich dem Menschen zugute kommen soll." Erstmals kooperieren jetzt eine Universität und ein forschendes Bundesinstitut, um die Übertragung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zum Wohle der Patienten durch die Entwicklung verbesserter nichtklinischer Untersuchungsmodelle zu fördern.

    Kontakt und Informationen:
    HD Dr. rer. nat. Helmut Jonuleit
    Universitäts-Hautklinik
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Tel. 06131 17-2957
    Fax 06131 47-3541
    E-Mail: jonuleit@hautklinik.klinik.uni-mainz.de


    Weitere Informationen:

    http://www.klinik.uni-mainz.de/index.php?id=8511


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

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