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22.12.2008 14:15

Glücksspiel: Sucht oder harmloser Zeitvertreib?

Jens Panse Pressestelle
Universität Erfurt

    Ringvorlesung am 6. Januar mit Marktforscher von der Uni Hohenheim

    Das Glücksspiel ist für viele Verbraucher ein harmloses Freizeitvergnügen. Aber für einige wird das Glücksspiel auch zur Gefahr. "Neben den stoffgebundenen Süchten, wie Alkohol- oder Nikotinsucht, gibt es auch die nicht-stoffgebundenen Süchte, wie Spielsucht oder Kaufsucht. Mit dieser Gefahr der Glücksspielsucht legitimiert der deutsche Gesetzgeber das staatliche Monopol beim Glücksspiel", so Prof. Dr. Tilman Becker, Geschäftsführender Leiter der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim. Ein nicht unerwünschter Nebeneffekt seien die Staatseinnahmen, die hierdurch entstehen.

    Im Rahmen der Ringvorlesung am 6. Januar 2009 um 18 Uhr im Erfurter Rathausfestsaal wird der Marktforscher die verschiedenen Formen des Glücksspiels und deren ökonomische Bedeutung vorstellen. Insbesondere der Markt für Wetten expandiert nach seiner Einschätzung. So sei es im Internet jedem Verbraucher möglich, jede Form der Wette selber anzubieten bzw. auf alles zu wetten, was vorstellbar ist. "Dies reicht von dem Ergebnis der nächsten Bundestagwahl bis dazu, welchen Umsatz ein gerade angelaufener Kinofilm in dem nächsten Monat erreichen wird. Das Gefährdungspotential der verschiedenen Formen des Glücksspiels ist ganz unterschiedlich". Hierauf soll in dem weiteren Verlauf des Vortrags eingegangen werden. "Es zeigt sich", so Becker weiter, "dass der Gesetzgeber gerade die Formen des Glücksspiels, die besonders gefährlich sind, wie das Automatenspiel, nicht oder kaum reguliert, wohingegen vergleichsweise harmlose Formen des Glücksspiels, wie die Klassenlotterien, überreguliert werden". Hier bestehe dringender politischer Handlungsbedarf.

    Becker ist Professor für "Agrarmärkte und Agrarmarketing" am Institut für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre der Universität Hohenheim. Seit 2005 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Verbraucher- und Ernährungspolitik beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Verbraucherverhalten, Entscheidungstheorie, Spieltheorie, Marktanalysen und Regulierung von Märkten.

    Die gemeinsame Ringvorlesung von Universität und Fachhochschule Erfurt im Wintersemester 2008/2009 steht unter dem Titel "Über das Glück". Die mit Unterstützung der Stadtverwaltung Erfurt und der Universitätsgesellschaft Erfurt e.V. veranstaltete und von der Thüringer Allgemeine präsentierte populäre Reihe bietet jeweils dienstags (Beginn 18.00 Uhr) in insgesamt 15 Veranstaltungen Vorträge von Professoren und weiteren Experten aus unterschiedlichen Bereichen.

    Nächster Termin der Reihe:
    13. Januar 2008, 18 Uhr: Rathausfestsaal, Fischmarkt 1; "Glück in künstlerischen Schaffensprozessen"; Prof. Dr. Heidrun Richter; Universität Erfurt


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-erfurt.de/presse/veranstaltungen/ringvorlesung/


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Politik, Recht, Wirtschaft
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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