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29.12.2008 10:09

Ein neues Erdbebenfrühwarnsystem - Oldenburger Physiker publiziert Studie in Physical Review Letters

Gerhard Harms Pressestelle
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

    Erdbeben verlässlich voraussagen: Dies könnte künftig dank einer Methode besser möglich werden, die der Oldenburger Physiker Prof. Dr. Joachim Peinke gemeinsam mit seinem iranischen Kollegen Prof. Dr. Mohhammed Reza Rahimi Tabar entwickelt hat. Die Wissenschaftler berichten darüber in den Physical Review Letters, der weltweit bedeutendsten Physik-Fachzeitschrift ("Turbulentlike Behavior of Seismic Time Series", PRL, 31.12.2008, online ab 29.12.2008). Beide Wissenschaftler forschen im Bereich der Physik intensiv zum Thema "Ausbildung von Extremwerten in komplexen Systemen". Zu solchen Systemen zählen z.B. Turbulenz, Finanzmärkte oder Windfelder.

    Ausgehend von Erkenntnissen über anomale Statistiken der Turbulenz entdeckten Peinke und Tarbar - gemeinsam mit ihren MitarbeiterInnen - bei der Analyse mehrerer Erdbeben eine neue Kenngröße. Diese zeigt schon Stunden vor dem eigentlichen Erdbeben einen signifikanten Wertzuwachs. Außerdem korrespondiert sie mit der Entfernung zum Erdbebenzentrum und der Größe des sich aufbauenden Erdbebens.

    Die Forschungsergebnisse sind Grundlage zur Entwicklung eines neuen Erdbebenfrühwarnsystems. Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Peinke wird von einer britischen Öl- und Gastechnologie-Firma finanziert. "Es wäre für mich eine große Freude, wenn unsere Erkenntnisse für Frühwarnsysteme dazu beitragen, dass in Zukunft große Erdbeben weltweit besser erkannt werden", so Peinke.

    Peinke ist Leiter der Arbeitsgruppe Hydrodynamik und Windenergie am Institut für Physik, Direktor des Zentrums für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung COAST an der Universität Oldenburg sowie Sprecher von ForWind, dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg und Hannover. Sein Kollege Tabar, Hochschullehrer an der Sharif University of Technology (Teheran, Iran), war im vergangenen Jahr im Rahmen eines Alexander von Humboldt-Stipendiums als Gastwissenschaftler in Oldenburg tätig.

    Kontakt: Prof. Dr. Joachim Peinke, Institut für Physik, Tel.: 0441/798-3536 o. -3402, E-Mail: peinke@uni-oldenburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-oldenburg.de/presse/mit


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften, Meer / Klima, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Prof. Dr. Joachim Peinke


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    Prof. Dr. M. Reza Rahimi Tabar


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