"Ich wünsche mir, dass wir immer bessere Botenstoffe finden, mit denen wir erkrankte Zellen zielgenau ansteuern und durch Strahlung bekämpfen können", beschreibt Prof. Dr. Markus Luster das Ziel seiner neuen Tätigkeit an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin. Ulm, so Luster, biete dafür hervorragende Voraussetzungen, weil es ein deutschlandweit ungewöhnlich großes Spektrum an Untersuchungs- und Therapieverfahren sowie die nötige hochwertige Technik dafür bereithalte.
In der therapeutischen Nuklearmedizin werden erkrankte Zellen, beispielsweise Krebszellen, direkt im Körper durch radioaktive Stoffe bestrahlt. Das hat den Vorteil, dass gesunde Zellen dabei oft weniger in Mitleidenschaft gezogen werden als bei einer großflächigen Bestrahlung von außen. Die große Herausforderung ist, die radioaktiven Substanzen zu den erkrankten Zellen zu transportieren. "Dabei nutzen wir Transporterstoffe, die sich eigenständig in bestimmte Organe bewegen, wie z. B. Jod in die Schilddrüse. Schluckt der Patient die radioaktive Substanz, kann sie beispielsweise Schilddrüsenkrebszellen direkt bestrahlen und vernichten, nachdem sie über den Darm aufgenommen und durch das Blut zu den Zellen transportiert worden ist", erklärt Professor Luster das Prinzip.
Ziel der Ulmer Nuklearmedizin mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Sven Norbert Reske ist, dieses bei Schilddrüsenerkrankungen lange etablierte Prinzip verstärkt gegen weitere Krebsarten einzusetzen. "Auch bei Tumoren in anderen, z. B. hormonproduzierenden Drüsen wollen wir in Ulm unsere Thera-pien weiter verfeinern. Dazu arbeiten wir in unserem Team beispielsweise mit radioaktiv markierten Eiweißstoffen und Antikörpern", erläutert Professor Luster, der zuvor am Universitätsklinikum Würzburg tätig war. Eine große Herausforderung ist dabei, die perfekte Dosierung zu finden, die die gesunden Zellen optimal schont. "Das betrifft Zellen in unmittelbarer Nachbarschaft der bestrahlten Krebszellen, aber auch Zellen in Teilen des Körpers, die die radioaktiven Stoffe ebenfalls aufnehmen bzw. ausscheiden. Bei der Schilddrüse ist das beispielsweise das Knochenmark", so Luster. In Ulm konnte eine Klinische Forschergruppe zu dieser Frage bereits umfangreiche Vorarbeiten leisten.
Ein weiteres Ziel des in Trier aufgewachsenen 45-Jährigen ist, bei der Behandlung von Krebs nuklearmedizinische Verfahren, Strahlen- und Chemotherapie besser miteinander zu verzahnen: "Möglicherweise können wir durch bestimmte Bestrahlungsformen Krebszellen für die Chemotherapie empfänglicher machen und damit bessere Heilungserfolge erzielen - daran möchte ich gerne arbeiten."
Gerne vermitteln wir Ihnen ein Gespräch mit Prof. Dr. Markus Luster.
Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze
Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Prof. Dr. Markus Luster
Foto: UK Ulm
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
regional
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Deutsch
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