In zwei Veranstaltungen zur Rechtswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) in den Jahren 1933 bis 1945 setzt sich die Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit ihrer Vergangenheit während des sogenannten Dritten Reichs auseinander. Am 29. Januar 2009 findet ein Workshop statt, bei dem Studierende ihre Ergebnisse einer mehrmonatigen Recherche vorstellen, gefolgt von einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Vertieft wird die Thematik bei einer wissenschaftlichen Konferenz am 3. Februar.
Die beiden Veranstaltungen bilden den Beitrag der Fakultät zur Wanderausstellung "Justiz im Nationalsozialismus - Über Verbrechen im Namen des deutschen Volkes", die am 27. Januar 2009 um 16:30 Uhr im Landgericht Halle eröffnet wird.
An der seit über einem Jahr laufenden Vorbereitung der Ausstellung in Halle hat die Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von Anfang an mitgewirkt. Beiden wissenschaftlichen Veranstaltungen liegt der Gedanke zugrunde, dass das Rechtsleben des Nationalsozialismus nicht nur durch die Praxis der Justiz, sondern auch durch Lehre und Forschung der Rechtswissenschaft gestaltet wurde.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung zur Justiz im Nationalsozialismus in Sachsen-Anhalt lenkt das den Blick auf das Wirken der damaligen Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät in Halle. Der Forschungsstand zu Publikationen und Personen der Fakultät zwischen 1933 und 1945 ist unzureichend. Mit den beiden Veranstaltungen will die heutige Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Anstöße auch für weitere Forschung geben.
In einem Workshop am 29. Januar 2009 stellen fünf Studierende der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät die Ergebnisse einer mehrmonatigen Recherche von Aufsätzen vor, die in den Jahren 1933 bis 1945 von Hochschullehrern der damaligen Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Halle verfasst und in juristischen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind. Ziel der Textauswertungen ist es, einen möglichst authentischen Zugang zu Denk- und Schreibweisen von halleschen Rechtslehrern während des Nationalsozialismus zu eröffnen.
Die Befunde der Literaturauswertung werden anschließend auf einem Podium diskutiert. Daran nehmen teil: die Ministerin der Justiz des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Angela Kolb, die Richterin am Landgericht Dr. Henrike Franz, der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Naumburg a. D. Dieter Miosge, der Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek Dr. Heiner Schnelling, die Historiker Daniel Bohse und Michael Viebig von der Gedenkstätte "Roter Ochse" und die Professoren Heiner Lück und Armin Höland von der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU.
Der Workshop findet am 29. Januar 2009 ab 10 Uhr im Hörsaal XX im Melanchthonianum, Universitätsplatz 9, statt.
Erweitert und vertieft wird die Thematik auf der wissenschaftlichen Konferenz "Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät Halle im Nationalsozialismus", die am 3. Februar 2009 ab 10 Uhr in der Aula im Löwengebäude, Universitätsplatz 11, stattfindet. Den inhaltlichen Teil dieser Konferenz eröffnet Prof. Dr. Heiner Lück mit einem Vortrag über "Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät in der NS-Zeit. Zugänge - Probleme - Analysen". Es folgen Referate der halleschen Rechtsprofessoren Armin Höland, Michael Kilian und Joachim Renzikowski zu Publikationen und Personen der NS-Zeit in den Rechtsgebieten des Bürgerlichen Rechts und Arbeitsrechts, des Staatsrechts und des Strafrechts. Der Privatdozent Ralf Frassek schließt dann die Untersuchung des Fakultätsgeschehens in Halle in der Zeit von 1933 bis 1945 ab mit einem Beitrag zur national-sozialistischen Studienreform in Halle.
Der öffentliche Abendvortrag um 17 Uhr von Prof. Dr. Joachim Rückert von der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, einem ausgewiesenen Kenner des nationalsozialistischen Rechtslebens, steht unter dem Thema "Zwölf Jahre Dienst am Recht?"
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Heiner Lück
Telefon: 0345 55 23200
E-Mail: lueck@jura.uni-halle.de
Prof. Dr. Armin Höland
Telefon: 0345 55 23150
E-Mail: hoeland@jura.uni-halle.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Recht
regional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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