Öffentlicher Vortrag über "Gewalt und Vertrauen" am 26. Januar
Zu einem öffentlichen Vortrag des Hamburger Professors Dr. Jan Philipp Reemtsma lädt das am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt am Montag, dem 26. Januar 2009 ein. Er wird um 19 Uhr im Hörsaal des Kollegs am Hügel 1 zum Thema "Gewalt und Vertrauen. Grundzüge einer Theorie der Gewalt in der Moderne" sprechen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
"Rätsel werden meist dadurch produziert, dass man falsche Fragen stellt", so Reemtsma. "Nicht die Frage, wie es denn sein könne, dass 'ganz normale Männer' zu extremen Gewalttaten fähig seien, ist interessant, sondern die, warum sich angesichts der Weltgeschichte diese Frage so hartnäckig hält und für interessant gehalten wird". Der Vortrag versucht, auf diese Frage eine Antwort zu geben, indem er das besondere Verhältnis, das die "Moderne" genannte Kulturformation gegenüber der Gewalt - nicht zuletzt der eigenen - herausgebildet hat, thematisiert. Es wird auch zu fragen sein, warum es bisher keine befriedigende Soziologie der Gewalt gibt - obwohl genau dieses Fehlen bemerkt und beklagt worden ist - und auf welches Fundament sie zu stellen wäre: systematisch hinsichtlich einer Phänomenologie körperlicher Gewalt und einer Analyse des Zusammenhangs von Macht und Gewalt sowie der kommunikativen Funktion von Gewalt, historisch hinsichtlich der Frage, wie sich das besondere Verhältnis der Moderne zur Gewalt herausgebildet hat und welchen Veränderungen es angesichts der Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts unterworfen ist.
Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, lebt und arbeitet vorwiegend in Hamburg. Er ist Geschäftsführender Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und Vorstand der Arno Schmidt Stiftung.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Philosophie / Ethik, Recht
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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