Villingen-Schwenningen, 20.01.2009.
Signifikantes Wachstum
Im dynamischen konjunkturellen Umfeld des Geschäftsjahres 2008 erzielte das Institut für Mikro- und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft (HSG-IMIT) in Villingen-Schwenningen einen Haushalt von 8,2 Mio. €. Damit liegt das HSG-IMIT das 4. Jahr in Folge auf Wachstumskurs. Der Haushalt des Instituts ist von 4,9 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 8,2 Millionen Euro im Jahr 2008 angestiegen, ein Wachstum um 67 Prozent innerhalb von 3 Jahren. Die Industrieeinnahmen legten im Zeitraum 2005 bis 2008 sogar um 116 Prozent zu und haben sich damit innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. Dementsprechend ist im selben Zeitraum auch die Zahl der Mitarbeiter von 57 im Jahr 2005 auf 89 Vollzeitkräfte im Jahr 2008 gestiegen.
Erfolgreiche Evaluation
Das HSG-IMIT sei technisch, wirtschaftlich und strategisch hervorragend aufgestellt. Dieses Zeugnis stellt eine Gutachterkommission des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, die alle elf anwendungsnahen Forschungsinstitute des Landes Baden Württemberg evaluiert hat, dem HSG-IMIT aus. Die Ergebnisse der Begutachtung haben die Institutsleiter Prof. Dr. Holger Reinecke, Prof. Dr. Yiannos Manoli und Prof. Dr. Roland Zengerle am Dienstag der Presse vorgestellt.
Seit Berufung der drei Institutsleiter im Jahr 2005 habe sich das HSG-IMIT außerordentlich positiv verändert, heißt es im Kommissionsbericht. Das Institut verfolge eine "extrem überzeugende" Strategie. Dem HSG-IMIT gelinge es in hervorragender Weise Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung über anwendungsorientierte Entwicklungsprojekte in den Markt zu überführen. Es habe visionäre Technologiethemen aufgegriffen und habe damit international große Potenziale.
"Wir sehen dadurch unsere Position als Innovationspartner der heimischen Industrie in vollem Maße bestätigt", betont Prof. Dr. Holger Reinecke, Sprecher der Institutsleitung. Unter anderem hatten die Prüfer festgestellt, dass die breite technische Kompetenz des HSG-IMIT gut zum Bedarf der regionalen Unternehmen passe und dass das Institut seiner Rolle als Innovationsmotor für die regionale Industrie vorbildlich gerecht wird.
Die Symbiose mit dem Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg (IMTEK) wird als "ideale Konstellation" gewertet und gilt als ein wesentlicher Grund für die heutige Stärke des HSG-IMIT. Die drei Institutsleiter sind Inhaber von Lehrstühlen am IMTEK, sie ergänzen sich in ihren jeweiligen Kompetenzfeldern und sind in diesen jeweils weltweit anerkannt. Nicht zuletzt ist es Ihnen erfolgreich gelungen Nachwuchswissenschaftler nach Villingen-Schwenningen zu holen und damit den Standort nachhaltig zu stärken.
Industriegerechtes Niveau - weiteres Wachstum
Das HSG-IMIT arbeite nach Einschätzung der Kommission auf einem industriegerechten Niveau. Besonders hätte die Kommission anerkannt, dass es dem HSG-IMIT gelungen ist, die Betriebskosten seines 600 Quadratmeter großen Reinraumlabors um 30 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig die Auslastung mehr als zu verdoppeln. Das Labor trage sich inzwischen durch Industrieaufträge selbst, bei denen für die regionale Industrie erfolgreich neue Produkte im Kleinserienmaßstab gefertigt werden.
Für die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaft spreche, dass es das HSG-IMIT schafft, deutlich mehr als die geforderten 2/3 seines Budgets aus Drittmitteln zu bestreiten. Drittmittel sind Gelder, die das Institut mit Direktaufträgen aus der Industrie sowie aus national und international geförderten Forschungsprojekten erwirtschaftet, während die Grundfinanzierung durch das Land Baden-Württemberg getragen wird.
Neue Schwerpunkte entwickeln sich erfolgreich
Die neuen Bereiche Mikromedizintechnik, energieautarke Systeme und flexible Mikrosysteme haben sich seit 2005 gut entwickelt. Energieautarke Systeme gewinnen elektrische Energie durch Vibrationen oder Wärme aus ihrer Umwelt und benötigen keine Stromzufuhr. Für seine Entwicklungen auf diesem Gebiet wurde das Institut mit einem renommierten koreanischen Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Auch wurden die Arbeiten von einer wissenschaftlich hochkarätigen Jury in das vom Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch herausgegebene Buch "100 Produkte der Zukunft" aufgenommen.
Hintergrund
Innovationsallianz Baden-Württemberg:
wirtschaftsnahe Forschung auf hohem Niveau
Eine Reihe außeruniversitärer und wirtschaftsnaher Einrichtungen in Baden-Württemberg leistet Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf hohem Niveau. Gemeinsam bilden sie die Innovationsallianz Baden-Württemberg. Ein namhafter Partner in der Allianz ist die Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. (HSG) mit ihren Instituten HSG-IMAT in Stuttgart und HSG-IMIT in Villingen-Schwenningen. Die Vertragsforschungseinrichtungen sind rechtlich selbstständige Institute, die in der Regel als Stiftungen oder Vereine organisiert sind. Zwar trägt das Land Baden-Württemberg überwiegend die Grundfinanzierung, dennoch müssen sich diese Institute am Markt bewähren. Dazu akquirieren sie Industrieaufträge und geförderte Verbundforschungsvorhaben.
Aufgabe der Institute ist es, für die Wirtschaft relevante Technologiefelder in Vorlauf- und Eigenforschung rechtzeitig aufzugreifen und zu erschließen. Das Angebotsspektrum umfasst ferner Beratungsleistungen und reicht bis hin zu Weiterbildungs- und Schulungsangeboten; bei den eher branchenorientierten Instituten werden ferner forschungsbezogene Prüfleistungen, Labortests und Untersuchungen angeboten. Die Leiter der meisten Institute sind zugleich Inhaber eines Lehrstuhls oder leiten ein Universitätsinstitut. Dadurch wird ein Wissens- und Personalaustausch zwischen den Forschungsinstituten und den Universitäten sichergestellt. Einige der Institute sind in das von der Industrie getragene Innovationsnetz der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen Otto-von-Guericke e.V. (AIF) eingebunden.
"Die außeruniversitären, wirtschaftsnahen Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg leisten unverzichtbare Beiträge zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Sie erfüllen damit Aufgaben, die weder von Universitätsinstituten noch von den Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft in dieser Form geleistet werden", hat die zuständige Gutachterkommission im Sommer 2008 festgestellt. Die Gutachter hatten im Auftrag des Wirtschaftsministeriums unter dem Vorsitz von Professor Dr.-Ing. Helmut Hügel sowie der Assistenz des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) alle Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg, die eine jährliche institutionelle Förderung des Landes erhalten, einer Fachevaluation unterzogen. Die Gutachter aus Wirtschaft und Wissenschaft hatten die Aufgabe, die Position und die zukünftigen Aufgaben der zehn Forschungseinrichtungen eindeutig zu identifizieren und zu überprüfen sowie den spezifischen Nutzen der Institute für Unternehmen und Wirtschaft darzustellen.
Kernaussagen der Evaluation sind:
- Alle Institutsstrategien basieren auf klar definierten Zielen.
- Alle evaluierten Institute sind gut bis hervorragend auf ihren spezifischen Märkten positioniert.
- Die Wissenschaftsbindung der Institute ist überwiegend gut bis exzellent gelungen.
- Die Transferkompetenz der Institute wird als sehr gut bewertet.
Aktuell seien die Institute zur Erreichung ihrer Ziele gut aufgestellt. Empfohlen wurde die Auflösung des an vielen Instituten bestehenden Investitionsstaus. Das Land will in den nächsten Jahren entsprechende Mittel bereitstellen, hat das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg angekündigt. Die Gutachter sprachen sich für die Schaffung zusätzlicher Leistungsanreize als Basis für die Gewinnung hoch qualifizierter und motivierter Mitarbeiter aus und empfahlen eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).