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29.01.2009 08:48

Armes reiches Land Sudan: RUB-Studierende organisieren Podiumsdiskussion

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Der Sudan, so groß wie West- und Mitteleuropa zusammen, verfügt über riesige Rohstoffvorkommen und gehört doch zu den ärmsten Ländern der Welt. Blutige Putsche vereitelten die Demokratie, Militärregierungen haben das Land zugrunde gerichtet. Wie geht es jetzt weiter? Ist der Friedensfahrplan noch einzuhalten? Darüber diskutieren Experten auf Einladung von Studierenden der Fakultät für Sozialwissenschaft am 6. Februar (ab 18 Uhr, Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum). Die Veranstaltung, die neue Lehrmethoden mit der Information der Öffentlichkeit verknüpft, wird finanziert aus Studienbeiträgen. Der Eintritt ist frei.

    Blutige Putsche und Krieg in Darfur

    Mit dem Sudan verbindet sich beim deutschen Fernsehzuschauer vor allem der Krieg in der Provinz Darfur, der 400.000 Menschen das Leben gekostet und 2,5 Mio. in die Flucht getrieben hat. Er ist aber nur der Gipfel jahrzehntelanger Auseinandersetzungen, die schon vor der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht England 1956 begonnen haben. Diverse Militärregierungen kamen danach an die Macht, blutige Putsche erstickten Demokratiebemühungen. Erst Ende der 1990 Jahre begannen Friedensverhandlungen zwischen dem Norden und dem Süden, die zur Unterzeichnung eines Friedensfahrplans 2005 führten. Für 2009 sind gesamtsudanesische Wahlen geplant, für 2012 ein Referendum zur Zukunft des Landes. Ob der Frieden eine Chance hat, diskutieren auf dem Podium Dr. Melha Mrout Biel, Sudanesischer Politikwissenschaftler, Dr. Elke Grawert (Uni Bremen) und Jürgen Menzel, Berater und Trainer in Konflikttransformation.

    Motivierte Studierende - Best Practice in der Lehre

    Die Podiumsdiskussion schließt das Seminar "Regionalanalyse Sudan: Demokratisierung und Wiederaufbau in (Post)Konfliktgesellschaften" ab, das PD Dr. Ulrike Schultz geleitet hat. Die Studierenden haben die Veranstaltung, die aus Studienbeiträgen finanziert wird, selbst organisiert, die Experten ausgewählt und eingeladen, Flyer und Poster gestaltet, Räume organisiert und das Thema eingegrenzt. Außerdem haben sie eine Broschüre erarbeitet und wollen die Ergebnisse der Diskussion später veröffentlichen. "Die Vorbereitung des Podiums hat bei den Studierenden Interesse geweckt und sie stark motiviert", freut sich Ulrike Schultz. Im Gegensatz zu "üblichen" Seminaren haben sich die rund 40 Teilnehmer auch mehr Wissen angeeignet, sowohl über die Situation im Sudan, aber auch über wichtige entwicklungssoziologische Themen. Nach einer abschließenden Evaluation soll die Veranstaltungsform in der Fakultät als Best Practice Beispiel Schule machen.

    Weitere Informationen

    PD Dr. Ulrike Schultz, Lehrstuhl Internationalisierung und Entwicklung, Fakultät für Sozialwissenschaften, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25411, E-Mail: ulrike.schultz@rub.de

    Redaktion: Meike Drießen


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Politik
    regional
    Studium und Lehre, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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