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29.01.2009 08:52

Alzheimer-Auslöser: Konferenz zu neuen Analysemethoden

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Es sind sogenannte Amyloidfibrillen, die für eine Reihe von Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Creutzfeldt-Jakob verantwortlich gemacht werden. Wie diese faserartigen Eiweiß-Verklumpungen aufgebaut sind, wie sie sich bilden und analysieren lassen, darüber diskutieren mehr als 200 Wissenschaftler vom 8. bis 11. Februar 2009 auf einer internationalen Konferenz in Halle (Saale). Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und die die Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung organisieren die Konferenz zusammen mit weiteren Partnern.

    "Mit dieser Konferenz bringen wir Forschergruppen zusammen, die bereits Durchbrüche bei der Erforschung der Thematik erzielt haben oder von denen zu erwarten ist, dass in den nächsten Jahren wesentliche Ergebnisse liefern können", sagt Tagungsleiter PD Dr. Marcus Fändrich von der Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung. Unter seiner Führung wird im biowissenschaftlichen Exzellenznetzwerk der Martin-Luther-Universität im April ein neuer Forschungscluster eingerichtet, der sich mit der Proteinfaltung bei der Alzheimerschen Krankheit beschäftigt. "Das Thema unserer Konferenz passt eben hervorragend zum Forschungsstandort Halle", so Fändrich.

    Die Bildung von Amyloidfibrillen ist ein Charakteristikum mehrerer schwerer Krankheiten. "Die Amyloidfibrillen sind abnormale Strukturzustände von prinzipiell normalen, körpereigenen Eiweißen", erläutert Marcus. Fändrich. "Ihre genaure Struktur ist bislang unzureichend verstanden, mit den traditionellen Verfahren der biophysikalischen Analyse können sie nur schwer bearbeitet werden." Die Arbeitsgruppe von Marcus Fändrich wendet daher in Zusammenarbeit mit der Gruppe von Niko Grigorieff (Brandeis University, Waltham, USA) die Kryo-Elektronenmikroskopie an. Im vergangen Jahr gelang es ihnen, das bislang genaueste Bild einer Alzheimer-Amyloidfibrille zu erzeugen. "Die Entwicklung verbesserter oder neuer Verfahren zur Strukturanalyse führte in der letzten Zeit zu einer Fülle neuer Daten, die uns bereits vieles besser verstehen lassen", führt Fändrich aus. "Wir lernen den Gegner, den es zu bekämpfen gilt, immer konkreter kennen."

    Mehr als 200 Teilnehmer aus über 20 Ländern werden zur Konferenz im Audimax der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erwartet. 17 hochkarätige Vortragende sind eingeladen, darunter drei der weltweit angesehensten Proteinwissenschaftler: Professor Christopher M. Dobson (University of Cambridge), David Eisenberg (University of California, Los Angeles) und Jeffrey W. Kelly (The Scripps Research Institute in La Jolla, Kalifornien).

    Die Tagung "Structure of Amyloid Fibrils and Mechanism of Amyloid Formation" wird von folgenden Partnern veranstaltet: Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), DFG-Sonderforschungsbereich 610, DFG-Graduiertenkolleg 1026, Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie, Center for Integrated Protein Science München (CIPSM).

    Ansprechpartner:
    PD Dr. Marcus Fändrich
    Max-Planck-Forschungsstelle für Enzymologie der Proteinfaltung
    Telefon: 0345 55 24970
    E-Mail: fandrich@enzyme-halle.mpg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.enzyme-halle.mpg.de/amyloid2009


    Bilder

    Aufsicht auf den Querschnitt einer Alzheimer-Amyloidfibrille
    Aufsicht auf den Querschnitt einer Alzheimer-Amyloidfibrille
    Quelle: Abbildung: C. Sachse, M. Fändrich, N. Grigorieff

    PD Dr. Marcus Fändrich
    PD Dr. Marcus Fändrich
    Quelle: Foto: privat


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Aufsicht auf den Querschnitt einer Alzheimer-Amyloidfibrille


    Zum Download

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    PD Dr. Marcus Fändrich


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