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02.02.2009 23:00

Länger leben mit dem "Langlebigkeits-Gen"

Susanne Schuck Presse und Kommunikation
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kieler Wissenschaftler beweisen: 100-jährige Europäer haben Sequenz des FOXO3A-Gens

Eine Variation in dem Gen FOXO3A übt einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung des Menschen aus und tritt auffällig häufig bei 100-Jährigen auf - und zwar vermutlich weltweit. Eine Forschergruppe aus der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat diese Annahme jetzt bestätigt, nachdem sie DNA-Proben von 388 hundertjährigen Deutschen mit 731 jüngeren Personen verglichen hatte. Die Studie erscheint in dieser Woche online im renommierten Wissenschaftsjournal PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences USA).

Bereits im September 2008 hatte ein amerikanisches Forscherteam um Bradley J. Willcox in PNAS eine Studie veröffentlicht, die eine Anreicherung dieser Genvariation bei langlebigen Amerikanern (95 Jahre und älter) japanischer Herkunft vorschlug. "Solch ein Ergebnis hat jedoch nur wissenschaftlichen Wert, wenn es in einer unabhängigen Studienpopulation bestätigt wird. Sonst haftet ihm immer ein Hauch von Zweifel an", erklärt Professorin Almut Nebel, die wissenschaftliche Leiterin der Kieler "Forschungsgruppe Gesundes Altern". "Für den Zusammenhang zwischen FOXO3A und Langlebigkeit haben wir diesen Zweifel jetzt ausgeräumt, sowohl mit unseren Ergebnissen aus der deutschen Stichprobe als auch mit Unterstützung unserer französischen Partner in Paris, deren Untersuchung den gleichen Trend in hundertjährigen Franzosen zeigt. Dieser Befund ist von besonderer Bedeutung, da Japaner und Europäer genetisch relativ unterschiedlich sind. Jetzt können wir davon ausgehen, dass dieses Gen für das Erreichen eines hohen Alters wahrscheinlich weltweit eine Rolle spielt."

FOXO3A ist für die genetische Altersforschung von großem Interesse, seit es in den 90er Jahren in Wurm und Fliege als altersrelevant beschrieben wurde. Aufgrund dieser Erkenntnisse beschäftigt sich die Kieler Forschungsgruppe am Institut für Klinische Molekularbiologie schon seit längerem mit den menschlichen Varianten des Gens.

"Am schwierigsten ist es, für solch eine Studie hochbejahrte Teilnehmer zu gewinnen, insbesondere 100-Jährige. Interessanterweise sind die genetischen Effekte bei 100-jährigen Personen deutlicher zu sehen als bei 95-jährigen", schildert die Erstautorin Dr. Friederike Flachsbart vom Institut für Klinische Molekularbiologie der Uni Kiel. Mit Unterstützung der schleswig-holsteinischen Biodatenbank Popgen, die zurzeit über 660 DNA-Proben von 100-Jährigen enthält, kann das Kieler Institut mittlerweile auf eine der weltweit größten DNA-Sammlungen von hochalten Probanden zugreifen.

Gefördert wurde das Projekt vom Exzellenzcluster "Entzündung an Grenzflächen" und vom Nationalen Genomforschungsnetz.

http://www.pnas.org
http://www.forschungsgruppe-gesundes-altern.de
http://www.popgen.de

Zwei Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2009/2009-012-1.jpg
Bildunterschrift: Dr. Friederike Flachsbart und Prof. Almut Nebel vom Kieler Institut für Klinische Molekularbiologie untersuchten die genetischen Proben von Hundertjährigen. (Dieses Foto darf nur einmal und nur im Zusammenhang mit dem Pressethema "Länger leben mit dem 'Langlebigkeits-Gen'" veröffentlicht werden.)
Copyright: CAU, Foto: Sandra Ogriseck

http://www.uni-kiel.de/download/pm/2009/2009-012-2.jpg
Bildunterschrift: Für viele ein Lebensziel: Wie Peter Hodes 100 Jahre und älter zu werden. Ein Buch mit Fotos, Lebensläufen und Texten ausgewählter Studienprobanden soll in diesem Jahr erscheinen. (Dieses Foto darf nur einmal und nur im Zusammenhang mit dem Pressethema "Länger leben mit dem 'Langlebigkeits-Gen'" veröffentlicht werden.)
Foto und Copyright: Andreas Labes

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Forschungsgruppe "Gesundes Altern"
Prof. Dr. Almut Nebel
Tel: 0431/597-1373, Fax: 0431/597-1842
e-mail: a.nebel@mucosa.de


Bilder

Ergänzung vom 03.02.2009

Die korrekte Unterüberschrift lautet:
Kieler Wissenschaftler beweisen: Langlebigkeit in Europäern hängt von der Sequenz des FOXO3A-Gens ab


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Gesellschaft, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


 

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