Letzter Band des Verfasserlexikons "Die deutsche Literatur des Mittelalters" ist erschienen
Das "Jahrhundertwerk" der Altgermanistik "Die Deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon" ist soeben durch das Erscheinen des 14. Bandes 37 Jahre nach Beginn der Arbeiten abgeschlossen worden. Die Bände 9 - 14 wurden von dem Tübinger Mediävisten Burghart Wachinger zusammen mit Gundolf Keil, Werner Schröder und Franz Josef Worstbrok herausgegeben. Wachinger hatte diese Aufgabe von Kurt Ruh übernommen. Das Verfasserlexikon ist das wichtigste Nachschlagewerk der Altgermanistik. In etwa 5500 alphabetisch geordneten Artikeln, die von 700 internationalen Experten verfasst wurden, werden die deutschsprachigen Autoren und anonymen Werke des Mittelalters von 800 bis etwa 1520 vorgestellt. Hinzu kommen eine breite Auswahl der lateinisch schreibenden Autoren des deutschen Sprachraums und alle wichtigen anonymen Werke.
Der Literaturbegriff des Verfasserlexikons ist umfassend: Neben der 'schönen Literatur' (etwa Minnesang, Nibelungenlied, Wolfram von Eschenbach) werden auch geistliche, historiographische, juristische, medizinische und andere sachunterweisende Texte behandelt. Das Spektrum reicht von Zaubersprüchen bis zum gedruckten "Bamberger Rechenbüchlein", von Predigten, Bibelübersetzungen bis zu den Reimversen der Kremser Ketzer, von Enzyklopädien und allegorischen Naturbüchern bis zu Rechtsbüchern und Stadtchroniken. Die interdisziplinäre Vernetzung und sorgfältig geprüften Informationen zu den Autoren und Texten haben das Verfasserlexikon zu einem wichtigen Arbeitsinstrument für viele historisch arbeitende Fächer gemacht. Mit dem Verfasserlexikon ist ein Wissensarchiv von einzigartiger Präzision und Vollständigkeit entstanden, das neue Deutungsenergie freisetzen, neue Forschungen anstoßen und junge Menschen für den Gegenstand der mittelalterlichen Literatur einnehmen kann. Eine digitalisierte Fassung des Werks wird vorbereitet.
Die Fülle der Informationen, die die Artikel des Verfasserlexikons bieten, wird durch drei Registerbände erschlossen, denen die Arbeit der letzten Jahre galt. Im Rahmen des Möglichen liefern die Register auch Korrekturen und Ergänzungen.
Gefördert wurde das Langfristunternehmen 1972 bis 1989 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von 1990 bis 2005 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften als Langfristprojekt der Akademien. In den letzten Jahren erfolgte die Finanzierung durch den Verlag Walter de Gruyter Berlin, New York.
Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon.
Begründet von Wolfgang Stammler, fortgeführt von Karl Langosch.
Zweite, völlig neu bearbeitete Auflage unter Mitarbeit zahlreicher Fachgelehrter
herausgegeben von Kurt Ruh (Bd. 1 - 8) und Burghart Wachinger (Bd. 9 - 14)
zusammen mit Gundolf Keil, Werner Schröder, Franz Josef Worstbrock.
Redaktion Kurt Illing, Christine Stöllinger (Bd. 1), Christine Stöllinger (Bd. 2 - 4), Christine Stöllinger-Löser (Bd. 5 - 14).
14 Bände, Walter de Gruyter Berlin, New York, 1978 - 2008.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Burghart Wachinger
Neuphilologische Fakultät
Wilhelmstr. 50
burghart.wachinger@uni-tuebingen.de
EBERHARD KARLS UNIVERSITÄT TÜBINGEN
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit · Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
E-Mail: presse1@verwaltung.uni-tuebingen.de
Wir bitten um Zusendung von Belegexemplaren!
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Musik / Theater, Sprache / Literatur
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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