TU Ilmenau entwickelt Technologien zur Gewährleistung von Mobilkommunikation in Katastrophenfällen

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09.02.2009 10:18

TU Ilmenau entwickelt Technologien zur Gewährleistung von Mobilkommunikation in Katastrophenfällen

Bettina Wegner Pressestelle
Technische Universität Ilmenau

Die Technische Universität Ilmenau erforscht Technologien zur Gewährleistung der mobilen Kommunikation in Extremsituationen.

Insbesondere in Katastrophenfällen, etwa bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Sturm- oder Flutkatastrophen, und bei terroristischen Anschlägen ist es lebenswichtig, die zusammengebrochene Kommunikationsinfrastruktur für Handys und andere mobile Geräte schnell und effektiv wiederherzustellen. Häufig genügen auch die vorhandenen Einrichtungen den besonderen Anforderungen von Extremsituationen nicht und werden im Notfall entsprechend angepasst.

Zu diesem Forschungszweck richtet die Universität im Juli ein Graduiertenkolleg ein. Das Kolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG mit sechs Millionen Euro über viereinhalb Jahre gefördert und bei positivem Verlauf auf neun Jahre ausgedehnt.

Sind Teile der Infrastruktur des öffentlichen Netzes zerstört worden, sollen alle noch verfügbaren Ressourcen umkonfiguriert und durch innovative Ad-hoc-Maßnahmen ergänzt werden. So wird ein neues funktionierendes Kommunikationsnetz aufgebaut. Clou des neuen Systems: Es ist selbstorganisierend, das heißt, es erkennt automatisch, ohne menschliches Zutun, dass die Mobilkommunikation zusammengebrochen ist, und repariert ebenso eigenständig umgehend das schadhafte Kommunikationsnetz.

Eine Möglichkeit, die Kommunikationsinfrastruktur wiederherzustellen oder vorübergehend zu verstärken, besteht darin, eine Luftbrücke aus kleinen fliegenden Robotern aufzubauen. Sogenannte "Quadrocopter", ca. 80cm große Hubschrauber mit vier Rotorblättern (Foto: Prototyp), werden in das Zielgebiet eingeflogen, um den unterbrochenen Handyempfang wieder zu ermöglichen oder um Betroffene im Katastrophengebiet orten zu können.

Im Graduiertenkolleg "Selbstorganisierende Mobilkommunikationssysteme für Katastrophenszenarien" werden bis zu 28 Wissenschaftler tätig sein, 14 dieser Stellen werden von der DFG finanziert. Da das Kolleg der TU Ilmenau stark international ausgerichtet ist, rekrutiert die Universität Forscher aus der ganzen Welt. Um deren hohe interdisziplinäre Qualifikation zu gewährleisten, läuft derzeit ein besonderes Auswahlverfahren. Informationen: www.tu-ilmenau.de/gs-mobicom


Ergänzung vom 09.02.2009

Kontakt:
TU Ilmenau
Professor Reiner Thomä, Tel. 03677 / 69-2621/69-2622
Professor Kai-Uwe Sattler, Tel. 03677 / 69-4579


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsprojekte, Studium und Lehre
Deutsch


Prototyp des Quadrocopter


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