Berufsschullehrer für Metall- und Elektrotechnik sind gefragt, denn es herrscht bundesweit ein Mangel an ihnen. An der Universität Flensburg löste im Sommer der neue Studiengang "Master of Vocational Education/Lehramt an beruflichen Schulen" den alten Studiengang ab. Der Masterstudiengang richtet sich vor allem an FH-Absolventen und stellt für Ingenieure und Bachelor des Maschinenbaus und der Elektrotechnik, die sich beruflich verändern wollen, eine Alternative dar.
15 Studierende haben im Wintersemester das Studium am Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (BIAT) an der Universität Flensburg aufgenommen, um, nach erfolgreichem Abschluss, Metall- beziehungsweise Elektrotechnik und ein weiteres allgemein bildendes Fach an einer beruflichen Schule unterrichten zu können. Der überwiegende Teil, 12 Studierende, arbeitete vorher in ihrem Beruf als Ingenieur. Nicolai Heinrich, 28 und Regina Kampner, 38 gehören zu dieser Gruppe. Nicolai Heinrich arbeitete nach dem Bachelor-Studium in Telekommunikationsinformatik in der IT-Branche, Regina Kampner als Ingenieurin in der Verfahrenstechnik. Was beide verbindet, ist ihre Freude daran, andere Menschen zu unterrichten und der Wille, sich beruflich noch einmal zu verändern. Prof. Dr. Reiner Schlausch vom BIAT weiß, dass Ingenieure in der Wirtschaft gefragt sind. Er sieht das Studium an seinem Institut als Alternative für Ingenieure, die ihre didaktischen Fähigkeiten schulen und anwenden möchten, sei es gleich nach dem Ingenieurstudium oder nach einer Zeit der Tätigkeit in der Industrie. In Schleswig-Holstein sei gerade die Metall- und Elektrotechnik ein Mangelfach, es fehle den Berufsschulen an geeigneten Lehrern. Die Berufsaussichten seien deshalb hervorragend - nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern bundesweit, sagt der Wissenschaftler.
Diese guten Aussichten hatten die beiden Studierenden schon im Blick, als sie sich für das Studium an der Universität Flensburg entschieden. Doch das war nicht alles. Es sei schön wieder etwas zu lernen, gerade in der Pädagogik, sagt Regina Kampner. Nicolai Heinrich sieht das ähnlich: "Es ist spannend, in andere Themengebiete einzutauchen, Themen, die in einem Ingenieurstudium nicht behandelt werden."
Vier Semester dauert das Studium. Im kommenden Sommersemester werden die Studierenden Berufsschulen von innen genauer kennen lernen. Dort werde handlungsorientiert in Lernfeldern unterrichtet, ein Lernen und Lehren praktiziert, das sich von den allgemein bildenden Schulen unterscheide, erläutert Prof. Dr. Schlausch. Die Schüler arbeiten vielfach in Gruppen an einem berufsbezogenen Thema, das aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Theorie und Praxis werden dabei sehr eng miteinander verschränkt. Da Innovationen immer schneller auf den Markt kommen, Berufe sich verändern, müssen Berufsschullehrer sich ständig fortbilden und einen engen Kontakt zu den Unternehmen pflegen, um im Unterricht immer aktuell zu bleiben und damit dessen Qualität zu gewährleisten.
Informationen zum Studiengang unter www.biat.uni-flensburg.de, nächstmöglicher Studienbeginn: Wintersemester 2009/2010, Bewerbungen sind vom 01.06.09 bis voraussichtlich zum 31.08.09 möglich, Auskünfte erteilt die zentrale Studienberatung, Tel. 0461/805-2193, Email: studienberatung@uni-flensburg.de.
Kontakt:
Prof. Dr. Reiner Schlausch Institut Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (BIAT), 0461 805 2162, E-Mail: reiner.schlausch@biat.uni-flensburg.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Maschinenbau
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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