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05.03.2009 16:42

Portugal ist unser Partner

Beate Koch Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

    Der portugiesische Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva besuchte heute Fraunhofer - Europas größte Organisation für Angewandte Forschung. Portugal und Fraunhofer wollen künftig eng zusammenarbeiten. Kernstück ist ein neues
    Fraunhofer-Zentrum in Porto.

    Gemeinsam IT-Lösungen entwickeln - das ist das Ziel der deutschen Fraunhofer-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und ihrer portugiesischen Kolleginnen und Kollegen: Im neuen Fraunhofer Center for Assistive Information and Communication Solutions (AICOS) in Porto werden sie künftig Konzepte und Lösungen entwickeln, die den Zugang zu und die Nutzung von Informationstechnik für breite Bevölkerungsschichten besser als bisher ermöglichen.

    Die IT-Experten arbeiten beispielsweise an neuartigen intuitiv bedienbaren Mobiltelefonen. Sie verwenden bestehende open source Software und vereinfachen die Schnittstellen zwischen Handy und Internet. So können die Nutzer nicht nur mit ihrem Mobiltelefon fotografieren, sondern mit nur einem Knopfdruck selbsterzeugte Fotos und Videos über das Internet teilen und verbreiten. Der Zugang zu diesen Inhalten ist für Familie, Freunde und Gleichgesinnte ebenfalls ganz einfach: Nicht nur der PC, auch digitale Bilderrahmen, oder der Fernseher sind geeignet.

    "Der Standort Porto bietet ein ideales Umfeld für das neue Fraunhofer Center", erklärt Dr. Alfred Gossner, Finanzvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, beim Besuch des Staatspräsidenten. "Eine exzellente Universität befindet sich in unmittelbarer Nähe, das künftige Gebäude ist umgeben von innovativen Spin-off Unternehmen, es gibt gut ausgebildete Ingenieure und eine Bevölkerung, die aufgeschlossen ist gegenüber neuen Informationstechnologien." Das Center wird, wie alle Fraunhofer-Einrichtungen, an der Schnittstelle stehen zwischen Grundlagenforschung und Praxis.

    Der Anfang ist schon gemacht: Das Center hat seine Arbeit unter der Leitung von Prof. Dirk Elias aufgenommen. Die angesehene Ingenieurfakultät der Universität Porto hat Elias auf einen Lehrstuhl berufen und seine Gruppe zunächst in ihren Räumen untergebracht. Im Sommer 2009 ist der Umzug in einen Neubau der Universität vorgesehen. In der fünfjährigen Aufbauphase wird das Center ein Gesamtbudget von 16 Millionen Euro haben, das gemeinsam von der portugiesischen Stiftung für Wissenschaft und Technologie (Fundação para a Ciência e Tecnologia FCT), der Fraunhofer-Gesellschaft sowie aus Drittmitteln finanziert wird. Nach dem Jahr 2012 werden etwa 100 Forscherinnen und Forscher im AICOS tätig sein. Wird die Aufbauphase erfolgreich evaluiert, soll das Center als Fraunhofer-Institut weitergeführt werden.

    "Unser Ziel ist es, die digitale Schere, die sich derzeit immer weiter öffnet, zu schließen", erklärt Elias. "Die Gesellschaft ist gespalten: Auf der einen Seite gibt es Menschen, für die Informationstechnologie zum täglichen Leben gehört und die Internet, Handy, Laptop oder Blackberry selbstverständlich nutzen, um zu kommunizieren und Informationen zu bekommen. Auf der anderen Seite stehen Gesellschaftsgruppen, die keinerlei Zugang haben zu den neuen Technologien." Zusammen mit seinem Team will er IT-Lösungen für Zielgruppen entwickeln, die bisher von der Industrie kaum wahrgenommen wurden: Menschen, die alt oder gebrechlich sind, die in ländlichen Gebieten leben, die nicht lesen und nicht schreiben können oder einfach keine Lust haben auf komplizierte Technik. "Dabei wollen wir das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Lösungen nutzen um neue Produkte zu generieren - Computernetzwerke und Sensoren beispielsweise oder W-Lan und Mobilfunknetze für die Datenübertragung."

    Portugal ist für Prof. Elias ein ideales Land, um solche den Menschen unterstützenden Informations- und Kommunikationslösungen zu entwickeln: "Die portugiesische Gesellschaft ist Informationstechnologien wesentlich aufgeschlossener als das Gros der Europäer." In diesem Umfeld wollen die Fraunhofer-Forscher künftig zusammen mit ihren portugiesischen Partnern neue Technologien entwickeln und die Akzeptanz prüfen.

    "Von der Kooperation werden alle Beteiligten profitieren", betont Gossner: "Fraunhofer-Forscher werden die portugiesischen Märkte kennen lernen und portugiesische Wissenschaftler die Angewandte Forschung bei Fraunhofer. Für die Industrie wird es neue Produktideen geben und für die Verbraucher neue, bedienerfreundliche Technologien."

    Ansprechpartner:
    Prof. Dirk Elias
    Telefon: +35 12 2040-8303
    Fax: +35 12 2600-5029
    dirk.elias@fraunhofer.pt

    Fraunhofer Center for Assistive Information and Communication Solution AICOS
    4169-007 Porto
    Rua do Campo Alegre 1021/1055
    Portugal


    Weitere Informationen:

    http://www.fraunhofer.pt


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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