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16.03.2009 10:44

Europäische Studiengangskooperationen brauchen bessere politische Rahmenbedingungen

Britta Hoffmann-Kobert Bereich Dialog und Veranstaltungen
CHE Centrum für Hochschulentwicklung

    Studie wertet Erfahrungen mit "Joint Degrees" aus

    Wenn sich die europäischen Wissenschaftsminister Ende April 2009 in Leuven zu ihrer fünften Bologna Follow-Up-Konferenz treffen, wird es vor allem um eine Frage gehen: "Wie gut ist es bisher gelungen, einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum aufzubauen?". Einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage leistet eine Studie, welche das CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) und CHEPS (Center für Higher Education Policy Studies) im Auftrag der EUREGIO erstellt haben. Hauptergebnis: Strukturell haben sich die europäischen Hochschulsysteme durch die gemeinsame Bachelor-Master-Struktur zwar aufeinander zubewegt, doch insbesondere bei den finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es immense Disharmonien. Besonders deutlich zeigen sich diese bei der Umsetzung von "Joint Degrees", welche ein wesentlicher Indikator für die Stärken und Schwächen des Bologna-Prozesses sind.

    In der Studie zu "Joint Degrees im europäischen Hochschulraum" werden zum einen Erfahrungen aus dem deutsch-niederländischen Projekt CUNE ("Companies' and Universities' Network in Europe") ausgewertet, bei dem die Fachhochschulen Osnabrück und Münster mit der Saxion Hogeschool in Enschede in einem mehrjährigen Projekt verschiedene binationale Studiengangsmodelle und deren Akkreditierung erprobten. Zum anderen werden die Ergebnisse weiterer europäischer Umsetzungsinitiativen analysiert. Am Ende werden die gewonnenen Erkenntnisse zu Handlungsempfehlungen zusammengefasst. Diese richten sich sowohl an Hochschulen, die Joint Degree-Programme betreiben bzw. einrichten wollen, als auch an Hochschulpolitik und Fördereinrichtungen.

    Zentrale Empfehlungen sind:
    Die europäische Hochschulpolitik ist gefordert, bessere gemeinsame Rahmenbedingungen für Studiengangskooperationen zu schaffen. Solange insbesondere die bestehenden rechtlichen und finanziellen Unterschiede nicht weiter harmonisiert werden, sind die Hochschulen darauf angewiesen, Spielräume in den nationalen Hochschulgesetzgebungen zu nutzen und Ministerien auf Lücken hinzuweisen. Vor Beginn der Entwicklung transnationaler Studienprogramme empfiehlt sich unbedingt die Durchführung einer Machbarkeitsstudie. Diese hilft, Zeit und Ressourcen sinnvoll einzusetzen und möglicherweise frühzeitig zu erkennen, ob das Projekt umsetzbar ist oder nicht. Dabei sollten auch die Anforderungen der nationalen Qualitätssicherungs- bzw. Akkreditierungssysteme berücksichtigt werden. Ebenso zahlt es sich aus, die Anteile, welche die Partnerhochschulen zur Umsetzung des gemeinsamen Studienprogramms beisteuern, vorher zu auszuhandeln und verbindlich festzulegen. Nicht zuletzt sollte darauf geachtet werden, dass sich die Lehrenden in Bezug auf Entscheidungskompetenz, Status und Qualifikationsniveau als gleichwertige Partner ansehen. Die Erfahrungen zeigen, dass das Selbstverständnis von Hochschullehrer/innen kulturell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, was vor allem zu Problemen im fachlichen Austausch und in der Zusammenarbeit nach sich zieht.

    Die Studie ist in vier Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch. Sie kann kostenlos von der Website des CHE heruntergeladen werden.

    Für Rückfragen: Dr. Sigrun Nickel, Projektleiterin,
    Email: sigrun.nickel@che-concept.de,
    Tel. 0049/5241/976123
    http://www.che-concept.de

    Nähere Informationen zur EUREGIO finden Sie unter:
    http://www.euregio.de


    Weitere Informationen:

    http://www.che.de/downloads/JointDegrees_deutsch_final.pdf
    http://www.che.de/downloads/JointDegrees_english_final.pdf
    http://www.che.de/downloads/JointDegrees_francais_finale.pdf
    http://www.che.de/downloads/JointDegrees_nederlands_final.pdf


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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