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16.03.2009 16:43

Lebensmittelqualität für Äthiopien

Britta Rollert Pressestelle
ttz Bremerhaven

    Die Schwarzbunte ist nicht nur auf norddeutschen Weiden zuhause - auch in Äthiopien haben Kühe diese Fellzeichnung, da sie von der gleichen Rasse abstammen. Diesen und andere Aha-Effekte ergaben sich bei einem Besuch von Vertretern des Ethopian Meat & Dairy Technology Institutes in der Seestadt. Ameha Sebsibe und Desalegn Gebre Medhin nutzten die Gespräche mit dem Forschungsunternehmen ttz Bremerhaven sowie den Besuch von Milch- und Mastbetrieben als informative Starthilfe für den Aufbau eines unabhängigen Instituts in ihrem Land.

    ttz Bremerhaven unterstützt Know-how Transfer für Fleisch- und Milchinstitut in Südafrika

    Geben frierende Kühe weniger Milch? Im gut durchgelüfteten Stall auf Schlepi´s Milchhof in Sievern brachten die beiden Besucher des Ethopian Meat & Dairy Technology Institutes Landwirt Carsten Schlepegrell zum Schmunzeln. Den norddeutschen Kühen mache eher die Hitze im Sommer zu schaffen, berichtete er den verdutzten Gästen. Die beiden Wissenschaftler suchten das Gespräch mit Erzeugern, Maschinenbauern und Vertretern des ttz Bremerhaven, das im Bereich Qualitätssicherung eng mit Lebensmittelproduzenten und verarbeitender Industrie kooperiert. Das Forschungsunternehmen erarbeitet unter anderem Trainingsmaßnahmen für Lebensmittel- und Umwelttechnologie in aller Welt. Noch gibt es keine Produktionsstandards in Äthiopien. "Private Viehhalter versorgen Familie, Freunde und Bekannte. Die Milchleistung ist dabei sehr gering: 1,44 Liter Milch gibt eine Kuh in Äthiopien am Tag, " berichtet Generaldirektor Ameha Sebsibe. Die mit Kraftfutter gestärkten norddeutschen Kühe bringen es bis auf 30 Liter, teilweise sogar mehr.

    Wer in Äthiopien im großen Stil Viehzucht betreiben will, muss dafür Land vom Staat pachten. Landwirte mit mehreren Hektar Eigentum gibt es nicht. Schlepi´s Milchhof gilt mit 35 Hektar eigenem und 20 Hektar gepachtetem Weideland für 60 Kühe in Norddeutschland als kleiner Betrieb. Die überschaubare Dimension ermöglicht die Abgabe von so genannter Vorzugsmilch - diese Rohmilch wird nicht erhitzt oder homogenisiert, nur gefiltert. Lediglich 40 Unternehmen in Deutschland erreichen diesen Qualitätsstandard. Ein Viertel der Milch wird direkt an Abnehmer verkauft. Fünfzig Prozent der Milch werden pasteurisiert und zu Quark und Joghurt verarbeitet. Ein hofeigener Lieferservice bringt die Produkte frisch an den Mann. Die restlichen 25 Prozent gehen an eine Molkerei, die täglich den Qualitätszustand anhand des Gesamtkeimgehaltes prüft. "Einmal im Monat lassen wir auf eigene Kosten zudem eine umfassende Qualitätskontrolle durchführen," berichtet Carsten Schlepegrell.

    Am ttz Bremerhaven informierten sich die äthiopischen Experten über molekular-genetische Schnelltests zur Überprüfung von Milchqualität. "Gerade bei hohen Außentemperaturen muss die Lieferkette der Milch überwacht werden. Es gibt ver-schiedene Schnelltests, die die Entwicklung und Konzentration von Bakterien zu-verlässig detektieren. In diesem Bereich können wir Methodenwissen bereitstellen, um die Lebensmittelqualität in Äthiopien zu verbessern", erläutert Professor Carsten Harms, Leiter des Geschäftsbereiches Molekulargenetik am ttz Bremerhaven. Um die Zusammenarbeit zu festigen und den Know-how Aufbau in Äthiopien zu forcieren, werden die Bremerhavener Forscher noch in den nächsten Monaten zum Gegenbesuch in Südafrika erwartet. Die Wissenschaftler aus dem Heimatland des Kaffees haben große Pläne: Die Versorgung der Bevölkerung mit Milch und Fleisch soll durch eine professionalisierte und kontrollierte Produktion deutlich verbessert werden. Für die Zukunft wird sogar Export in Nachbarländer des mittleren Ostens angestrebt.

    Kontakt:
    ttz Bremerhaven
    Britta Rollert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Telefon: 0471 / 4832-121/-124, Fax: 0471 / 4832-129
    E-Mail: brollert@ttz-bremerhaven.de


    Weitere Informationen:

    http://www.ttz-bremerhaven.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
    Deutsch


     

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