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20.03.2009 11:30

"Pharmakogenetik: Der Weg zur personalisierten Medizin"

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

    Öffentlicher Vortrag der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina zu dem Thema

    "Pharmakogenetik: Der Weg zur personalisierten Medizin"
    Prof. Dr. Peter J. Meier-Abt ML , Basel

    Termin: Dienstag, 24. März 2009, 16.30 Uhr
    Ort: Vortragsgebäude der Akademie Leopoldina
    Emil-Abderhalden-Straße 36, 06108 Halle (Saale)

    Arzneimittel wirken nicht bei allen Menschen gleich. Diese Tatsache ist schon lange bekannt, doch die Ursachen für die individuellen Unterschiede von Arzneimittelwirkungen sind auch heute noch erst teilweise bekannt. Neben umweltbedingten, resp. erworbenen Faktoren gibt es vor allem genetische Faktoren, die das erwünschte Ansprechen auf gewisse Arzneimittel und vor allem das Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen mitbestimmen. Solche pharmakogenetischen Unterschiede gibt es vor allem in der Fähigkeit des Körpers, Arzneimittel abzubauen und auszuscheiden. Menschen, die infolge spezifischer Rezeptor-, Enzym- oder Transportdefekte auf gewisse Arzneimittel nicht ansprechen oder sie nur sehr langsam aus dem Körper ausscheiden können, müssen mit alternativen Arzneimittelklassen oder mit deutlich reduzierten Dosierungen behandelt werden. Umgekehrt können übernormale Ausscheidungsraten für ungenügende Arzneimittelwirkungen verantwortlich sein, was bei den entsprechenden Patienten für eine erfolgreiche Behandlung deutliche Dosissteigerungen notwendig macht. Tumorspezifische molekulargenetische Unterschiede sind insbesondere auch für das individuelle Ansprechen, resp. Nichtansprechen, von Tumorerkrankungen auf gewisse Arzneimittelklassen verantwortlich. Pharmakogenetische Unterschiede müssen in der zukünftigen Arzneimitteltherapie vermehrt berücksichtigt werden, um das Therapiepotential der verfügbaren und neuen Arzneimittel optimal zu nutzen und den Weg zur personalisierten Medizin zum Wohle der Patienten weiter zu entwickeln.

    Peter J. Meier-Abt: Professor für Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Basel; Forschungsschwerpunkte: Bedeutung der identifizierten Transportsysteme für Arzneimittelinteraktionen und arzneimittelinduzierte Leberschäden sowie der Regulation ihrer Expression auf transkriptioneller Ebene und in Zellkultur.
    Seit 2004 ist Peter J. Meier-Abt Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und gehört der Sektion Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie an.
    Kontaktadresse: Prof. Dr. Peter J. Meier-Abt, Vizerektor Forschung, Rektorat Universität Basel, Petersgraben 35, 4003 Basel, Schweiz

    Zur Akademie Leopoldina
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaft¬lerinnen und Wissenschaftler, und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Im Juli 2008 wurde die Leopoldina im Rahmen eines Festaktes offiziell zur Nationalen Akademie der Wissenschaften in Deutschland ernannt.
    Der Leopoldina gehören zur Zeit etwa 1300 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus 30 weiteren Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur-, Technik-, empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 31 Mitglieder der Leopoldina.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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