Lemgo (hs-owl). Zwei große Forschungsvorhaben konnten jetzt von den Elektrotechnikern der Hochschule Ostwestfalen-Lippe eingeworben werden: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite erhält 260.000 Euro und wird sich um die Verbesserung von Rechnernetzen kümmern. Sein Kollege Prof. Dr.-Ing. Jürgen Maas stellt Echtzeit-Schaltungssimulationen in den Mittelpunkt seines Forschungsinteresses, wofür ihm ebenfalls 260.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Beide Projekte wurden im Rahmen des Programms 'IngenieurNachwuchs 2009' eingeworben, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die Fachhochschulen ausgelobt wurde.
Mit dieser Förderlinie will das BMBF die Nachwuchsproblematik bei den Ingenieuren - zu wenig Studierende, bessere Qualifizierung in Forschung und Entwicklung - "auf Grundlage der Kompetenz der Fachhochschulen", so das Ministerium, aufgreifen und lösen. In der Ausbildung des ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchses nehmen die Fachhochschulen in Deutschland mit zurzeit rund 192.000 Studierenden und 26.000 Absolventen jährlich eine zentrale Rolle ein.
Die Professoren des Fachbereichs 'Elektrotechnik und Technische Informatik' der Hochschule OWL sind im dritten Jahr nacheinander erfolgreich bei der Antragstellung in der "IngenieurNachwuchs"-Förderlinie. Zunächst mit drei Forschungsprojekten im Programm mit der Ausrichtung "Maschinenbau", dann mit vier Zusagen für den Bereich "Elektrotechnik". Nun folgte die "Informatik". In der Summe folglich neun genehmigte Forschungsprojekte im Umfang von rund 2,2 Millionen Euro. Fachbereichs-Dekan Prof. Dr.-Ing. Uwe Meier: "Bundesweit sind wir die Nummer Eins beim Einwerben von Forschungsgeldern aus diesem Programm." Mit den nicht unerheblichen finanziellen Zuschüssen wird die Infrastruktur in den Laboren verbessert, und es werden zusätzliche wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt.
Prof. Dr.-Ing. Jasperneite, Chef des Forschungsinstituts inIT der Hochschule OWL, an dem mittlerweile 30 Nachwuchs-Wissenschaftler arbeiten, will in seinem Forschungsvorhaben die Kommunikation in Rechnernetzen vereinfachen. Die Rechner werden gebraucht, um komplizierte Produktionsabläufe, etwa bei den Automobilbauern, zu steuern. Doch bei der Datenübertragung gibt es noch zu häufig Probleme, weil sich die Systeme unterschiedlicher Hersteller im wahrsten Sinne des Wortes "nicht verstehen". Hier setzt Jasperneite an: er will den Anteil an gemeinsam nutzbaren Verfahren erhöhen und gleichzeitig die speziellen Mechanismen und Protokolle, die den Kommunikationsfluss hemmen, reduzieren. 'CAPRI', hat Jasperneite sein Forschungsprojekt überschrieben, ein Kürzel, das für 'Common Automation PRotocol Architecture and Realtime' steht. Als Kooperationspartner stehen die Firmen Siemens (Erlangen), KW-Software (Lemgo) und Hilscher (Hattersheim) an seiner Seite. Wissenschaftlicher Partner ist Prof. Dr.-Ing. Martin Wollschläger von der Fakultät für Informatik der TU Dresden.
Prof. Dr.-Ing. Maas, der als Leiter des Fachgebiets Regelungstechnik und Mechatronik zum dritten Mal nacheinander erfolgreich an diesem Programm teilnimmt, will neue Methoden zur Echtzeitsimulation von Schaltungen und elektrischen Antrieben entwickeln. Er greift damit ein aktuelles Thema auf, das in naher Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. In modernen Autos, etwa bei den Hybridfahrzeugen, werden heute verstärkt leistungselektronisch gespeiste Elektromotoren eingesetzt, für deren Ansteuerung elektronische Steuergeräte entwickelt und getestet werden müssen. Dazu braucht der Fahrzeugentwickler so genannte Echtzeit-Schaltungssimulationen, die zuverlässig arbeiten. Und genau um solche Hardware-in-the-Loop-Simulationsmodelle wird sich Forscher Maas mit seinem Team kümmern. Unterstützt wird er dabei von seinem Partnerunternehmen dSPACE und, als wissenschaftlicher Partner, vom Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau
überregional
Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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