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31.03.2009 12:08

Nur die Ampel kann es

Pierre König Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Deutsche Herzstiftung fordert Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel

    (Frankfurt am Main, 31. März 2009) Zu süß, zu fett, zu kalorienreich: Wer sich auf Dauer so ernährt, nimmt nicht nur zu, sondern wird auch krank. Hingegen können Menschen, die ihre Lebensmittel gesundheitsbewusst auswählen, ihr Risiko für Herz-Kreislauf- und andere Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht deutlich senken. "Bei den meisten industriell gefertigten Nahrungsmitteln ist eine schnelle Orientierung über deren Nährwertgehalt bislang allerdings kaum möglich", kritisiert die Münsteraner Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Ursel Wahrburg, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Auf nationaler und europäischer Ebene wird derzeit heftig darüber diskutiert, wie eine verbesserte und einheitliche Lebensmittelkennzeichnung aussehen sollte. Dabei tritt die Deutsche Herzstiftung für eine klare, verbraucherfreundliche und verpflichtende Kennzeichnung im Sinne des Ampel-Modells ein.

    Nur eine einfache Kennzeichnung erreicht die Mehrzahl der Verbraucher

    Beim Ampel-Modell - das zum Beispiel in Großbritannien bereits auf freiwilliger Basis etabliert ist - stehen die Farben Rot, Gelb und Grün für einen hohen, mittleren und niedrigen Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. "Nur wenn die Lebensmittelkennzeichnung auf der Verpackung eines Produkts so einfach wie möglich ist", betont Prof. Wahrburg, "kann sie auch das Gros der Verbraucher erreichen." Dabei geht es nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu erlauben und andere zu verbieten, sondern die Verbraucher vielmehr zu motivieren, während des Einkaufs über ihre Ernährung nachzudenken. Die Definitionen der Referenzwerte für hohe, mittlere und niedrige Nährwertgehalte sollten dabei von einem unabhängigen Gutachtergremium erstellt werden. Die Vorteile der Ampelkennzeichnung liegen für die Deutsche Herzstiftung nicht nur in ihrer Einfachheit und Klarheit für den Verbraucher. Durch eine solche Kennzeichnung wird vor allem auch den Herstellern ein Anreiz gegeben, die Zusammensetzung ihrer Produkte zu überdenken und zu verbessern.
    Europas Lebensmittelindustrie allerdings ist für ein Kennzeichnungssystem - und setzt dieses auf freiwilliger Basis seit einiger Zeit bereits ein -, bei dem die Hersteller den Energie- sowie den Nährstoffgehalt eines Lebensmittels an Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz in Prozent von Tageszufuhr-Richtwerten ("Guideline Daily Amounts", GDA) angeben. Ein solches Eins-plus-vier-Modell wurde erst kürzlich auch von der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner befürwortet. Mit derartigen Angaben, kritisiert die Deutsche Herzstiftung, kann die Mehrheit der Verbraucher jedoch nur wenig oder gar nichts anfangen. Zudem führt diese Kennzeichnung zu Fehlinterpretationen.
    So beziehen sich die Tageszufuhr-Richtwerte auf "Durchschnittsmenschen". Gerade bei der Energiezufuhr, so die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Wahrburg, ist aber die Spannbreite - von Kindern bis zu alten Menschen und von aktiven zu inaktiven - enorm groß, sodass für die meisten Menschen der Bezug gar nicht stimmt. Ebenso problematisch ist es, die Nährwertangaben "pro Portion" zu machen, weil die von den Herstellern definierten Portionsgrößen (zum Beispiel 25 Gramm - nicht mehr als eine Handvoll - Kartoffelchips) willkürlich sind und sehr häufig nicht der Realität entsprechen.

    Die Deutsche Herzstiftung fordert deshalb eine klare Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln auf wissenschaftlicher Grundlage - die dann ein Gewinn für die Verbraucher und deren Gesundheit wäre.

    5/2009
    Informationen:
    Deutsche Herzstiftung e.V.
    Pressestelle
    Dr. Klaus Fleck / Pierre König
    Tel. 069/95 51 28-140
    Fax: 069/95 51 28-345
    E-Mail: koenig@herzstiftung.de


    Weitere Informationen:

    http://www.herzstiftung.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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