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08.04.2009 09:38

Dritte Professur für Medienwissenschaft an der Universität Basel

MA Reto Caluori Öffentlichkeitsarbeit
Universität Basel

    Prof. Ute Holl wird neue Ordinaria für Medienwissenschaft an der Universität Basel und erhält damit die neue, dritte Professur in diesem Fach. Weiter wählte der Universitätsrat Prof. Josef Bischofberger zum Extraordinarius für Physiologie, Prof. Peter Weber zum Extraordinarius für Neuropädiatrie und Prof. Karl Gademann zum Extraordinarius für Chemie. Assistenzprofessoren werden Prof. Martin Lengwiler für Allgemeine Geschichte des 19./20. Jahrhunderts und Prof. Elísio Macamo für Afrikastudien.

    Das neu geschaffene dritte Ordinariat für Medienwissenschaft an der Philosophisch-Historischen Fakultät wird mit Prof. Ute Holl besetzt, die derzeit den Lehrstuhl "Medienphilosophie" an der Bauhaus-Universität in Weimar inne hat; daneben arbeitet sie als Filmemacherin und freie Journalistin. Geboren 1960 in Lübeck und aufgewachsen in Deutschland und Südafrika, studierte sie Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Rom. Darauf war sie als Lektorin, freie Dokumentarfilmerin und von 1993 bis 1995 Redaktorin beim Norddeutschen Rundfunk tätig.

    An der Humboldt-Universität Berlin promovierte sie 2001 über die Genealogie des Experimentalfilms in der Psychophysiologie des 19. Jahrhunderts und war darauf Habilitationsstipendiatin an der Bauhaus-Universität Weimar, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität Berlin und Vertretungsprofessorin an der Kunsthochschule für Medien Köln. 2008 reichte sie ihre Habilitationsschrift "Feld-Riss-Raum. Räumliche Wahrnehmung im Kino" ein. Sie forscht unter anderem zur frühen Kino- und Wahrnehmungsgeschichte, zur Wissensgeschichte von Bildern und zum experimentellen und ethnographischen Film. Forschen wird sie in Basel zur Geschichte und Theorie audiovisueller Wahrnehmung mit dem Schwerpunkt auf Akustik unter Bedingung technischer Medien, zur Politik medialer Menschen- und Massenbilder und zur Wahrnehmungsgeschichte des frühen Kinos. Im Rahmen eines studentischen Projektes ist die Herausgabe einer Zeitschrift "Texte zum Kino" geplant. Holl ist verheiratet und Mutter eines Jungen.

    Extraordinarien in Medizin und Chemie ...

    Zum Extraordinarius für Physiologie an der Medizinischen Fakultät hat der Universitätsrat Prof. Josef Bischofberger gewählt, seit 2004 Hochschuldozent am Physiologischen Institut der Universität Freiburg i. Br. Er wurde 1965 in Bad Saulgau geboren und studierte zunächst Physik an der Universität Tübingen und darauf Neurobiologie an der Universität Göttingen. 1995 erwarb er den Doktortitel in Physik, worauf sich ein Postdoktorat an den Universitäten Göttingen und Freiburg anschloss. Dort habilitierte er sich 2004 an der Medizinischen Fakultät in Physiologie und absolvierte 2006 einen Studienaufenthalt am Institute for Cell Engineering der John Hopkins University in Baltimore (MD, USA).

    Seine Forschungsgebiete sind unter anderem die Bildung neuer Nervenzellen im erwachsenen Gehirn und Mechanismen der neuronalen Signalübertragung; er untersucht dies vor allem im Hippocampus, einer Hirnregion, die für Lernen und Gedächtnis von zentraler Bedeutung ist. Hier konnte er unter anderem zeigen, dass neu gebildete Nervenzellen besonders leicht erregbar sind und leichter lernen, ihre Synapsen anzupassen, als die benachbarten alten Zellen. Bischofberger ist verheiratet und hat drei Kinder.

    Neuer Extraordinarius für Neuropädiatrie an der Medizinischen Fakultät wird Prof. Peter Weber. Geboren 1957 im deutschen Bocholt, studierte er Psychologie und Medizin in Münster und bildete sich zum Verhaltens- und Kinderpsychotherapeuten weiter. 1990 promovierte er an der Universität Münster über "Die Motorik hörbehinderter Kinder" und arbeitete anschliessend als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätskinderklinik Münster, unter anderem als stellvertretende Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums. Nach der Facharztprüfung für Kinderheilkunde wechselte er 1998 ans Universitäts-Kinderspital beider Basel, wo er 2009 zum Leitenden Arzt der Abteilung Kinderneurologie und Entwicklungspädiatrie ernannt wurde.

    Weber ist seit 2003 als Lehrbeauftragter an der Universität Basel tätig und habilitierte hier 2006 in Kinderheilkunde. Sein Forschungsgebiet umfasst die neurologischen Grundlagen von Entwicklungsstörungen und die Auswirkung neurologischer Erkrankungen auf die kindliche Entwicklung. Weber ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

    Weiter wurde Prof. Karl Gademann zum Extraordinarius für Organische Chemie an der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät gewählt, derzeit Assistenzprofessor (mit Tenure Track) an der ETH Lausanne. Geboren 1972 in Zürich, absolvierte er sein Chemiestudium an der ETH Zürich, wo er im Jahr 2000 seine Dissertation abschloss. Darauf folgten zwei Postdoktorate in der Forschungsabteilung der Firma Givaudan und 2000/01 an der Harvard University. 2002 begann er seine Habilitation an der ETH Zürich und erwarb dort die Venia legendi im Jahr 2006. Daraufhin wechselte er an die ETH Lausanne, wo er das Laboratorium für chemische Synthese begründete.

    Seine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle von Chemie und Biologie und umfassen die Isolierung und Synthese von Naturstoffen mit dem Ziel, grundlegende Mechanismen in der Biologie zu untersuchen. Gademann erhielt bereits mehrere wichtige wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter 2004 den ETH-Latsis-Preis und 2007 den mit 1,9 Mio. Franken dotierten European Young Investigator Award.

    ... und Assistenzprofessoren in Geschichte und Afrikastudien

    Prof. Martin Lengwiler wurde vom Rektorat zum Assistenzprofessur (mit Tenure Track) für Allgemeine Geschichte des 19./20. Jahrhunderts an der Philosophisch-Historischen Fakultät gewählt. Er ist derzeit Privatdozent für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich, asssoziiertes Mitglied der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und hat in den vergangenen Jahren eine Gastprofessur an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris sowie Lehraufträge in Berlin, Heidelberg und Basel wahrgenommen.

    Geboren 1965 in Winterthur, studierte er Geschichte, Soziologie und Neuere Deutsche Literatur an der Universität Zürich, wo er 1998 über die Anfänge der Militärpsychiatrie in Deutschland und der Schweiz doktorierte. 1999 bis 2002 war er Nationalfonds-Stipendiat und Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Wissen, Gender, Professionalisierung" und absolvierte mehrere Auslandaufenthalte in Europa und den USA. Seine Habilitation über Risikopolitik im Sozialstaat zwischen 1870 und 1970 reichte er 2003 ein, bevor er im Jahr darauf die Venia legendi an der Universität Zürich erlangte. Seine Forschungsschwerpunkte sind die europäische Geschichte, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte und die Wissenschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, besonders die Entwicklung und die Probleme des modernen Sozialstaats.

    Ebenfalls vom Rektorat wurde Prof. Elísio Salvado Macamo zum Assistenzprofessor (mit Tenure Track) für Afrikastudien an der Philosophisch-Historischen Fakultät ernannt. Macamo ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Entwicklungssoziologie der Universität Bayreuth. Geboren 1964 in Mosambik, begann er seine Karriere mit einem Master in Translation and Interpreting an der englischen University of Salford und einem Master in Sociology and Social Policy an der University of North London. 1997 schloss er sein Promotionsstudium in allgemeiner Soziologie, Ethnologie und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth mit der Dissertation ab. Anschliessend arbeitete er als Postdoktorand in Bayreuth und am Zentrum für Afrikastudien in Lissabon.

    1999/2000 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 2008 reichte er an der Universität Bayreuth seine Habilitationsschrift ein. Neben der akademischen Karriere war er von 1984 bis 1990 als Dolmetscher im diplomatischen Dienst und von 1994 bis 2008 unter anderem als Risikoexperte und Gutachter tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Risiken, Krisen und Katastrophen, die politische Soziologie der portugiesischsprachigen Länder Afrikas, die Religionssoziologie Afrikas und die Wissenssoziologie. Die Assistenzprofessur wird vorerst am Soziologischen Institut angesiedelt; die definitive Verortung der Stelle soll spätestens bei Gewährung von Tenure beschlossen werden.

    Neue Titularprofessorinnen und Titularprofessoren
    Der Universitätsrat genehmigte weiter die von der Regenz beschlossene Ernennung folgender Personen zu Titularprofessoren - im Fall von Proff. Ebnöther El Haddad und Schwarz vorbehältlich der ausstehenden Ernennung durch die Regenz:

    * Prof. Dr. Stefano Umberto Bassetti für Innere Medizin, speziell Infektiologie
    * Prof. Dr. Christa Ebnöther El Haddad für Archäologie der Römischen Provinzen
    * Prof. Dr. Irene Hösli-Krais für Geburtshilfe und Gynäkologie
    * Prof. Dr. Christoph Kettelhack für Chirurgie
    * Prof. Dr. Christian Andreas Meyer für Paläontologie
    * Prof. Dr. Peter-Andrew Schwarz für Archäologie der Römischen Provinzen
    * Prof. Dr. Sevgi Tercanli für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    * Prof. Dr. Justin Winkler für Humangeographie
    * Prof. Dr. Michel Zuber für Kardiologie

    Weiter hat der Universitätsrat die Wahl von Prof. Dr. Hedwig J. Kaiser und Prof. Dr. Alex N. Eberle zu Vizerektoren der Universität Basel bestätigt.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

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