idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
22.04.2009 17:10

Netzwerke im Kampf gegen multiresistente Erreger - Ulmer Symposium Krankenhausinfektionen eröffnet

Petra Schultze Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm

    Mit rund 800 Teilnehmern gehört der Ulmer Kongress zu den größten infektiologischen Kongressen in Deutschland, den Fachleute aus den Bereichen Klinikhygiene, Medizinische Mikrobiologie, Virologie, Infektiologie und dem öffentlichen Gesundheitsdienst besuchen. Schwerpunktthemen sind in diesem Jahr die Händehygiene, der Schutz immungeschwächter Patienten und die Be-kämpfung multiresistenter Keime.

    "Der Ulmer Kongress widmet sich den wichtigen Themen der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Infektionen im Krankenhaus", betonte Prof. Dr. Steffen Stenger, Ärztlicher Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene am Ulmer Universitätsklinikum, dessen Team das Symposium organisiert. "Wir wollen den aktuellen Wissensstand zeigen und neue Ansätze diskutieren."

    Ein großes Thema des Kongresses sind die Vorbeugung und der Kampf gegen Infektionen durch multiresistente Erreger, d. h. solche, die gegen gängige Antibiotika widerstandfähig sind. Häufig werden sie durch beisedelte Patienten zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen hin- und hergetragen. "Diesen Zirkel können wir nur durchbrechen, wenn Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeheime und Arztpraxen systematisch zusammenarbeiten", erklärte Prof. Dr. Martin Mielke, Leiter der Fachgruppe Angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene am Robert-Koch-Institut Berlin und berichtete über das Konzept entsprechender Netzwerke. Entscheidend sei beispielsweise, ein sinnvolles Screening-Verfahren zu entwickeln, um Infektionen zu erkennen und bekannte weiter zu verfolgen. "Eine Schlüsselfunktion haben auch gemeinsame Initiativen zum sinnvollen Antibiotika-Einsatz", so Professor Mielke.

    Dass auch die Information der Patienten eine wichtige Rolle spiele, darauf wies die Leiterin der Klinikhygiene des Universitätsklinikums Ulm, Prof. Dr. Heike von Baum, hin: "Das Recht des Patienten auf sachgerechte Behandlung und der Schutz vor der Weiterverbreitung der Erreger müssen gleichermaßen gewährleistet werden. Dazu sind Aufklärung und Transparenz notwendig."

    Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses ist der Schutz von Patienten mit geschwächtem Immunsystem: Dank vieler Fortschritte in Diagnostik und Therapie überleben Patienten mit Krebs oder anderen schweren Erkrankungen heute länger. Das Abwehrsystem dieser Patienten ist aber häufig als Folge der Krankheit geschwächt oder wird durch die Vorbereitung z. B. einer Knochenmarks- oder Stammzelltransplantation gezielt unterdrückt.
    "Die Zahl immungeschwächter Patienten in den Krankenhäusern nimmt stetig zu, daher müssen alle Berufsgruppen, die an ihrer Versorgung beteiligt sind, sowie die Patienten selbst und ihre Angehörigen besondere Präventionsmaßnahmen einhalten", erläuterte Privatdozent Dr. Arne Simon vom Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe Immunsuppression der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut Berlin, die dazu derzeit aktuelle Empfehlungen entwickelt. "Auf der Basis nationaler und internationaler Studienlage umfassen die Empfehlungen je nach Grad und Art der Abwehrschwäche z. B. den sinnvollen Einsatz von speziellen Luft- und Wasserfiltern, die richtige Schutzkleidung und Desinfektion bis hin zu besonderen Anforderungen an diagnostische und therapeutische Arbeitsabläufe", so PD Dr. Simon. "Dabei müssen wir sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich die Patienten und ihre Angehörigen als Partner in die Infektionsprävention aufnehmen."

    Zum dritten Schwerpunkt des Kongresses, der Händehygiene, ist am Dienstagabend eine Ausstellung der Kindermalgruppe des Familienzentrums Neu-Ulm unter der Leitung von Tatjana Hoffmann eröffnet worden, die bis zum Kongressende geöffnet bleibt.

    Wir helfen Ihnen gerne bei Recherchen und Interviewanfragen.

    Mit besten Grüßen,
    Petra Schultze

    Universitätsklinikum Ulm
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Albert-Einstein-Allee 29
    D - 89081 Ulm


    Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
    Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
    Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
    Internet: http://www.uniklinik-ulm.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-ulm.de/khinfekt - Kongressseiten
    http://www.uniklinik-ulm.de/mikrobiologie - Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Ulmer Universitätkslinikums


    Bilder

    MRSA-Erreger auf Spezialnährboden
    MRSA-Erreger auf Spezialnährboden
    Quelle: Foto: UK Ulm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    MRSA-Erreger auf Spezialnährboden


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).