Wiesbaden, 22. April 2009 - Der 115. Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden geht heute zu Ende. Tausende Teilnehmer besuchten von Samstag bis Mittwoch die verschiedenen Kurse, Symposien, Vorträge und Workshops. Zu den Schwerpunkten des Kongresses gehörten in diesem Jahr Bluthochdruck als Volkskrankheit, Gefäßerkrankungen, Schlaganfall und die Behandlung mehrfach Erkrankter. Angesichts einer kontinuierlich steigenden Lebenserwartung stellte Kongresspräsident Professor Dr. med. Rainer E. Kolloch zudem die fachübergreifende internistische Behandlung älterer Patienten in den Vordergrund.
Im Jahr 2050 beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung voraussichtlich 94 Jahre. "Dies liegt nicht zuletzt an einer sinkenden Zahl von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von mehr als 60 Prozent seit den 70er Jahren", so Kolloch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Evangelisches Krankenhaus Bielefeld, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster. Diese gründe vor allem auf besserer Primär- und Sekundärprävention: Weniger Menschen rauchen, Risikopatienten sind medikamentös besser kontrolliert. Dadurch gelte es aber auch, immer mehr vielfach erkrankte Ältere zu behandeln. "Ziel hierbei ist es, diesen alten Menschen geistige und körperliche Beweglichkeit und damit Eigenständigkeit zu bewahren", sagt Hypertensiologe Kolloch. Denn nach wie vor ist nur ein Drittel der etwa 37 Millionen Patienten mit Bluthochdruck in Deutschland ausreichend behandelt. Die übrigen sind verstärkt den Gefahren von Schlaganfall und Herzinfarkt ausgesetzt.
Für die zukünftige Entwicklung des Gesundheitssystems sieht der Kongresspräsident eine stärkere Einbeziehung der Patienten als unerlässlich an. "Nur dadurch lässt sich Therapietreue erzeugen, die Voraussetzung ist für eine effiziente, langfristige und erfolgreiche Behandlung", sagt Professor Kolloch. Darüber hinaus seien Vorbeugung von Krankheit, Förderung der Forschung und ein Mehr an Qualität wichtige Bausteine für das Gesundheitssystem der Zukunft. Entscheidend sei es auch, den medizinischen Nachwuchs umfassend auszubilden.
Junge Ärztinnen und Ärzte nahmen den diesjährigen Internistenkongress intensiv wahr. Sie beteiligten sich rege an den Diskussionsforen mit Vertretern aus Medizin und Gesundheitswesen. "Insgesamt besuchten mehr als 8 500 Teilnehmer die Veranstaltungen des Kongresses", sagt Kolloch. Auch der Patiententag zog viele Besucher an: Gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden widmete die DGIM erneut ein umfassendes Programm ausschließlich Betroffenen, Angehörigen und Interessierten. Im Rathaus und auf dem Wiesbadener Schloßplatz informierten internistische Experten in kostenlosen Seminaren, Vorträgen und Diskussionen über Herzerkrankungen, Krebs, Rheuma, Schlafstörungen und auch Vorsorge während der Schwangerschaft.
Der Kongress endet wie jedes Jahr mit dem Wechsel der Präsidentschaft. Für das Jahr 2009/2010 übernimmt Professor Dr. med. Jürgen Schölmerich von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Regensburg den Vorsitz der DGIM. Er löst damit Professor Kolloch im Amt ab.
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Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Medizin
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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