DFG fördert interdisziplinäre Forschung zu Osteoimmunologie mit einem Schwerpunktprogramm
Welche Verbindung besteht zwischen Knochen- und Immunsystem? Diese bisher kaum verstandene Frage steht im Mittelpunkt des neuen Schwerpunktprogramms "Osteoimmunologie", das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt fördert. Erkrankungen des Knochens und der Gelenke wie Rheuma, Osteoporose oder Knochenkrebs betreffen allein in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen. Auch Krankheiten der Körperabwehr, des Immunsystems, sind sehr häufig.
Beobachtungen legen nahe, dass das Knochensystem und unser "Abwehrorgan", das Immunsystem, sehr eng miteinander verknüpft sind. So können chronische Entzündungserkrankungen als Folge überschießender Immunreaktionen die Knochen schädigen. Beispiele sind Osteoporose oder Gelenkzerstörungen. Umgekehrt sind Knochen - und hier insbesondere das Knochenmark - ein wichtiger Reifungs- und Rückzugsort für Zellen des Immunsystems. Die genaue Art und Weise, wie sich Knochen und Immunsystem gegenseitig beeinflussen, ist jedoch weitgehend unerforscht und daher Gegenstand des sehr jungen Forschungsgebiets Osteoimmunologie.
Diesen Bereich in Deutschland aufzubauen ist das Ziel des jetzt von der DFG eingerichteten Schwerpunktprogramms, das von Wissenschaftlern aus vier Universitäten initiiert wurde: Sprecher ist Prof. Georg Schett aus Erlangen; Sektionskoordinatoren sind Prof. Thomas Pap aus Münster, Prof. Thomas Kamradt aus Jena sowie Prof. Ulf Müller-Ladner aus Giessen/Bad Nauheim. Die vier Ärzte und Wissenschaftler sind Mitglied im Kompetenznetz Rheuma - der Arbeitsgemeinschaft für Forschungsbelange in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.
Ab 2010 können führende Forscher aus der Knochen- und Gelenkforschung sowie der Immunologie im Rahmen des Schwerpunktprogramms Anträge für gemeinsame Projekte stellen. "Wir müssen ganz neue Ansätze entwickeln, um die Wechselwirkung zwischen Knochen und Immunsystem besser zu verstehen. Das erfordert unbedingt die fachübergreifende Kooperation von Immunologie, Rheumatologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Molekularbiologie sowie Forschern anderer Disziplinen", sagt Prof. Georg Schett. Und Prof. Thomas Pap, der die Projekte zur Grundlagenforschung koordiniert, ergänzt: "Statt sich auf einzelne Zellen entweder des Knochens oder des Immunsystems zu konzentrieren, geht es um die Kommunikation zwischen diesen Zellen. Nur so werden wir neue therapeutische Ansätze für diese komplexen Erkrankungen entwickeln können."
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Ein Netzwerk für die Rheumaforschung
Das Kompetenznetz Rheuma ist als Arbeitsgemeinschaft seit 2004 in die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) integriert und repräsentiert die Forschungsaktivitäten der Gesellschaft. Wichtigstes Ziel des Forschungsverbunds ist es, den Transfer von Forschungsergebnissen vom Labor zum Krankenbett zu unterstützen und zu beschleunigen. Der zentrale Gedanke ist die Vernetzung aller forschungsaktiven Gruppen in Deutschland miteinander und mit führenden klinischen Gruppen und Zentren in der Rheumatologie, um eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern an Forschungsinstituten, Universitätskliniken und rheumatologischen Krankenhäusern sowie niedergelassenen Rheumatologen zu erreichen.
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Pressekontakt:
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
Sandra Wittig
Luisenstraße 41
10117 Berlin
Tel: 030/240484 -80
Fax: 030/240484-79
sandra.wittig@dgrh.de
http://www.dgrh.de/forschung.html - hintergrundinformationen zum Kompetenznetz Rheuma
http://www.dfg.de/aktuelles_presse/pressemitteilungen/2009/presse_2009_15.html - Information der Deutschen Forschungsgemeinschaft
v.l.n.r.: Prof. Th. Kamradt, Prof. U. Müller-Ladner, Prof. G. Schett, Prof. Th. Pap
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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