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14.05.2009 14:57

Auslandsmobilität von Studiernden "kein gutes Zwischenergebnis für Bologna"

Stefan Grob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Studentenwerk

    Die heute vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgestellten Daten zur Auslandsmobilität deutscher Studierender sind für das Deutsche Studentenwerk "kein gutes Zwischenergebnis für den Bologna-Prozess". Es fordert, die soziale Dimension endlich zu konkretisieren.

    Berlin/Bonn, 14. Mai 2009. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) zeigt sich besorgt angesichts einer neuen Studie zur Auslandsmobilität von deutschen Studierenden, die der Deutsche Akademische Austausch Dienst (DAAD) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung heute in Bonn vorgestellt haben. Laut dieser Studierenden-Befragung durch das Hochschul-Informations-System (HIS) ist die Auslandsmobilität insgesamt zwar zwischen 2007 und 2009 von 23% auf 26% angestiegen, aber vor allem wegen der Mobilität von Studierenden in den alten Studiengängen.

    Insgesamt ist aber der Anteil der obligatorischen Auslandscurricula in den neuen Studiengängen gegenüber 2007 zurückgegangen. Außerdem verlagern sich Auslandsaufenthalte tendenziell in die postgradualen Studiengänge, also in den Master. Zudem hat sich der Anteil der Studierenden mit längeren Auslandsaufenthalten in Bachelor und Master jeweils deutlich halbiert.

    Für DSW-Generalsekretär sind diese Ergebnisse "kein gutes Zwischenergebnis für den Bologna-Prozess, der als eines seiner Kernziele eine viel höhere studentische Mobilität verspricht." An die Adresse der Hochschulpolitik sagt Meyer auf der Heyde: "Wir müssen jetzt handeln, damit Bachelor-Studierende in weit höherem Maße als heute ins Ausland gehen können."

    "Die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen muss deutlicher verbessert, und die neuen Studiengänge müssen flexibler werden, damit auch Bachelor-Studierende leichter ins Ausland gehen können. Vor allem aber muss endlich die soziale Dimension des Bologna-Prozesses konkretisiert werden", fordert Meyer auf der Heyde. "Für einen Auslandsaufenthalt, erst recht für einen längeren, braucht man eine vernünftige Finanzierung, preisgünstigen Wohnraum, gute Beratung. Darüber wird im Bologna-Prozess noch weitgehend geschwiegen."

    Meyer auf der Heyde weist darauf hin, dass eine unzureichende Finanzierung nach wie vor einer der Hauptgründe ist, weshalb Studierende nicht ins Ausland gehen. Auch die aktuelle Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks weist nach: Die Auslandsmobilität ist ganz eng an den sozio-ökonomischen Familienhintergrund der Studierenden gekoppelt. Studierende aus einkommensstarken, hochschulnahen Familien gehen doppelt so häufig ins Ausland wie Studierende aus einkommensschwächeren, hochschulfernen Familien.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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