Zum 1. Juni 2009 nehmen im Rahmen des Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Nanostrukturierte Thermoelektrika: Theorie, Modellsysteme und kontrollierte Synthese" bundesweit 18 Verbundprojekte unter der Beteiligung von insgesamt 35 Arbeitsgruppen ihre Arbeit auf. Die Federführung des Programms liegt bei Prof. Dr. Kornelius Nielsch vom Department Physik. Neben dem Koordinationsprojekt werden vier wissenschaftliche Verbundprojekte an der Universität Hamburg durchgeführt. Weitere Standorte mit mehren Verbundprojekten sind Dresden, Freiburg, Duisburg/Essen und Mainz.
Im Schwerpunktprogramm "Nanostrukturierte Thermoelektrika" geht es um Aspekte regenerativer Energien bzw. der Energierückgewinnung: bearbeitet werden neue Fragestellungen zur Umwandlung von Wärme in elektrische Energie und zum Transport von Wärme mit elektrischem Strom. Das Grundprinzip der Thermoelektrik wurde um 1820 von Thomas Johann Seebeck in Berlin einige Jahre vor dem Ohm'schen Gesetz entdeckt. Mit den Fortschritten der Nanotechnologie erlebt die Thermoelektrik derzeit weltweit eine Renaissance aufgrund beachtlicher Effizienzsteigerungen (50-200%) durch Nanostrukturierung. Neben vielfältigen Anwendungen im Bereich der Sensorik ermöglichen Thermoelektrika die Nutzung nahezu jeder Abwärme, um elektrischen Strom zu erzeugen. Langfristig können Thermoelektrika z.B. den Einsatz von Lichtmaschinen in Automobilen überflüssig machen, was zu einer Treibstoffeinsparung von 5-10% führt. Entwickelt werden sollen Materialien mit sehr guter Wärmedämmung, aber vergleichbaren elektrischen Leitfähigkeiten, wie sie Metalle aufweisen. Dabei werden Fragestellungen der Physik, der Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik, der Mess- und Energietechnik sowie der Materialwissenschaften verbunden. Die jetzt beginnende Förderphase endet 2012 und wird mit ca. 8,7 Millionen Euro gefördert, wobei rund 1,2 Millionen Euro dieser Drittmittel an die Universität Hamburg fließen werden. Eine weitere Förderphase von 2012 - 2015 soll folgen.
Im April 2008 hatte Prof. Dr. Kornelius Nielsch von der DFG den Zuschlag für die Einrichtung dieses Schwerpunktprogramms erhalten. Über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich mit ihren Projekten um eine Zusammenarbeit beworben. Von diesen wurden von einem Kuratorium der DFG nun die besten 18 Vorhaben ausgewählt, wobei in jedem Verbundprojekt zwei bis fünf WissenschaftlerInnen arbeiten. Ziel der DFG-Schwerpunktprogramme ist der Aufbau von interdisziplinären und überregionalen Forschungsverbünden im Bereich der Grundlagenforschung mit internationaler Strahlkraft. Im Schwerpunktprogramm "Nanostrukturierte Thermoelektrika" findet ein überregionales Ausbildungs- und Mentorenprogramm für ca. 35 Doktorandinnen und Doktoranden statt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden Kooperationen zwischen dem Schwerpunktprogramm und Gymnasien in Norddeutschland aufgebaut.
Bildmaterial kann bei der Pressestelle der Universität Hamburg angefordert werden.
Für Rückfragen:
Prof. Dr. Kornelius Nielsch
Universität Hamburg
Institut für Angewandte Physik
Tel.: (040) 428 38- 6521
Mobil: 0176 2404 6772
E-mail: knielsch@physnet.uni-hamburg.de
Mit freundlichen Grüßen
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Universität Hamburg
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
-Pressestelle-
Tel.: (040) 4 28 38-29 68
Fax: (040) 4 28 38-24 49
E-Mail: presse@uni-hamburg.de
Internet: http://www.uni-hamburg.de
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Energie, Physik / Astronomie
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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