Kommunikation und Kontakte standen im Mittelpunkt des 13. Industrietags der Fachhochschule Bingen. Mit 49 teilnehmenden Firmen und Institutionen verzeichnete diese wichtige Kontaktbörse einen neuen Ausstellerrekord. Die Veranstalter im Fachbereich Technik, Informatik und Wirtschaft waren selbst gespannt, ob die gegenwärtige Wirtschaftkrise vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Ingenieurbedarf die Einstellungspraxis der Unternehmen dämpft.
Weit sichtbar und einladend ragte das große Zelt im Forum zwischen den Campusgebäuden auf, das Audimax reicht schon lange nicht mehr, um die Präsentationsstände der Firmen am jährlichen Industrietag der Fachhochschule Bingen zu beherbergen. 49 Firmen und Institutionen, rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, zeigten ihr Spektrum, beantworteten Fragen der Studierenden zu Berufseinstieg, Praxissemester und Abschlussarbeiten und knüpften Kontakte zum Fachkräftenachwuchs. Viele Aussteller bereicherten das Programm mit Vorträgen, von Netzschutztechnik, Qualitätsmanagement, über die Bedeutung von kommunikativen Fähigkeiten für die Ingenieurkarriere bis hin zu Unternehmensprofilen und Einstiegsmöglichkeiten reichten die Themen. Präsident Dr. Friedrich Uffelmann stellte die dramatisch veränderte wirtschaftliche Situation in den Fokus seiner Begrüßung vor über 500 Gästen. Als Exportweltmeister sei Deutschland, wo mittlerweile jeder vierte Arbeitsplatz am Exportgeschäft hänge, stärker von der Krise betroffen als andere Länder. Dennoch sehe er gute Chancen durch die Attraktivität unserer hochwertigen Investitionsgüter im internationalen Wettbewerb. "Sobald die Weltnachfrage wieder anzieht, wird Deutschland gestärkt daraus hervorgehen. Wir können also zuversichtlich in die Zukunft sehen", so seine ermutigende Botschaft an die Studenten, Absolventen und Unternehmen. "Der Industrietag ist unsere wichtigste und sehr erfolgreiche Kommunikationsplattform im Dialog zwischen Hochschule und Unternehmen, zwischen Studierenden und Personalverantwortlichen, in einer Zeit, in der unsere Ingenieure und Informatiker heftig umworben werden", hob Dekan Professor Klaus Lang die Bedeutung der Kontaktbörse heraus. Er ermutigte all jene, die durch stagnierende Einstellungspolitik oder Kurzarbeit von der Krise betroffen sind, die Flaute zur Weiterqualifizierung in einem der Master- oder Bachelorstudiengänge zu nutzen. Die hohe Ausstellerzahl trotz Rezessionsphase sei Beleg für das starke Interesse an gut ausgebildetem Nachwuchs, und nicht ohne Stolz verwies er auf den Spitzenplatz, den die Informatik in Bingen im kürzlich veröffentlichten Hochschulranking (CHE-Ranking) erreichte. Die Nutzung unserer hohen Innovationskraft ermöglicht einen nachhaltigen Ausstieg aus der Krise, darin waren sich viele Hochschulmitglieder einig, und auch, dass die Studierenden und Absolventen entschlossen und motiviert sind, ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung des Technologie-Standortes Deutschland zu leisten. Mit Spannung erwartet wurde der Eröffnungsvortrag vom Geschäftsstellenleiter des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Mitte, Ralf Mertel. In seinem Beitrag "Ingenieur, ein Beruf mit Zukunft" ließ er keinen Zweifel, dass die Branche bis 2015 trotz der gegenwärtig verhaltenen Einstellungspolitik einen Bedarf von mindestens 115.000 Ingenieuren aufgrund demografischer Veränderungen habe. In einer wirtschaftlich schwierigeren Situation müsse der Ingenieurnachwuchs mit größeren Anstrengungen rechnen und Durchhaltevermögen zeigen. Wichtig bei der Suche nach einem Arbeitsplatz sei aber vor allem Flexibilität und fundiertes Grundlagenwissen. "Gut ausgebildete Ingenieure haben immer bessere Chancen als Bewerber in anderen Sparten, das belege auch die Statistik der Arbeitsagentur", so der Experte. Ähnlich sieht es Thomas Breier, Absolvent der FH Bingen und Geschäftsführer von Teetronic (Bretzenheim), der zum fünften Mal auf dem Industrietag ausstellte. Für sein 2004 gegründetes Unternehmen mit inzwischen 28 Mitarbeitern, das auf kunststoffgerechte Konstruktion mechatronischer Baugruppen mit dem Schwerpunkt Automobilindustrie spezialisiert ist, hat er zwar die geplante Einstellung von neuen Ingenieuren zunächst verschoben. Er sei aber zuversichtlich, dass der Knoten bei seinen Kunden bald platzt und rechne mit Besserung bereits im Herbst. Dann könnten auch die Einstellungen folgen, so der Kleinunternehmer. Lothar Kretschmar vom Technologiekonzern Schott beurteilte die Situation differenzierter: "Aufgrund unser breiten Produktaufstellung zeigen sich Auswirkungen der Flaute bei uns eher branchenbezogen". Während die Sparten Automobil und Konsumelektronik unter der Rezession leiden, verzeichneten die Sparten erneuerbare Energietechnik und Pharmabedarf Zuwächse. Mit 16 aktuellen Stellenangeboten in unterschiedlichen Ingenieurdisziplinen kam er zum Industrietag nach Bingen.
http://www.fh-bingen.de/Industrietag.600.0.html
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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