Positiv bewertet hat der Wissenschaftsrat die Entwicklung des Akademienprogramms, für das er im Jahr 2004 eine tiefgreifende Reform empfohlen hatte. "Die Union der Akademien hat die damaligen Empfehlungen des Wissenschaftsrates weitestgehend umgesetzt. Die vorgenommenen Struktur- und Verfahrensänderungen hatten und haben sehr positive Effekte, insbesondere für die inhaltliche Modernisierung des Programms und seine Anbindung an die aktuelle geisteswissenschaftliche Forschung, aber auch für die Qualitätssicherung", fasst der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Peter Strohschneider, die Ergebnisse der aktuellen Bewertung zusammen. So wurden unter anderem die Antragsverfahren für Forschende, die nicht Mitglied einer Akademie sind, geöffnet und die Evaluationsverfahren an gängige Standards angepasst. Die Laufzeiten der Vorhaben wurden überprüft und teilweise verkürzt, Neuvorhaben von vornherein auf 25 Jahre begrenzt. Das Akademienprogramm ist ein von Bund und Ländern finanziertes und von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften getragenes Förderinstrument für langfristige Forschungsprojekte insbesondere in den Geisteswissenschaften. Seine zentrale Funktion ist die Erschließung, Sicherung und Vergegenwärtigung kultureller Überlieferung.
Der positiven Entwicklung des Programms sollten die Zuwendungsgeber durch eine langfristig verlässliche finanzielle Mittelzuweisung Rechnung tragen. Außerdem sollten Fördermittel des Akademienprogramms künftig bei Projektleitenden, die an einer Universität tätig sind, wie Drittmittel in der leistungsbezogenen Mittelvergabe honoriert werden.
"Größere Aufmerksamkeit muss künftig der Weiterqualifizierung der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vorhaben des Akademienprogramms gewidmet werden", fordert Strohschneider. "Die Union der Akademien sollte ein Konzept hierfür entwickeln, um den notwendiger Weise oftmals hoch spezialisierten Beschäftigten eine Qualifizierung auch für Tätigkeiten außerhalb des Akademienprogramms zu ermöglichen." Bei positiver Bewertung dieses Konzepts sollten die Zuwendungsgeber für die Umsetzung Mittel in angemessener Höhe bereitstellen. Ein projektspezifisches Konzept zur Weiterqualifizierung des wissenschaftlichen Personals sollte künftig eine Fördervoraussetzung sein.
Eine große Herausforderung besteht in der digitalen Aufbereitung der Daten und Ergebnisse aus den Vorhaben und deren langfristiger Archivierung und Zugänglichkeit. Sie wird nur durch ein systematisches Vorgehen der Union in langfristiger Kooperation mit einschlägigen Partnern zu meistern sein.
Hinweis: Die "Stellungnahme zum Akademienprogramm" (Drs. 9035-09) wird im Netz als Volltext (www.wissenschaftsrat.de) veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail (post@wissenschaftsrat.de) angefordert werden.
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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