Ein Projekt am MPIWG hat die populäre Kritik der Relativitätstheorie in den 1920er Jahren erforscht.

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02.06.2009 14:42

Ein Projekt am MPIWG hat die populäre Kritik der Relativitätstheorie in den 1920er Jahren erforscht.

Dr. Hansjakob Ziemer Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte

    Am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte ist in einem Projekt die
    öffentliche Kontroverse um Einsteins Relativitätstheorie erforscht worden. Die
    Wissenschaftshistorikerin Milena Wazeck hat gezeigt, in welchem
    Maße Einstein und seine Theorie von Akademikern wie auch von Nichtakademikern als
    fundamentale Bedrohung wahrgenommen wurden. Diese Bedrohung war so stark, dass
    sich ein internationales Netzwerk gegen die Relativitätstheorie formierte, dessen
    Existenz anhand neuen Quellenmaterials belegt wird. Diese Ergebnisse finden sich
    zusammengefasst in einer Studie, die jetzt im Campus-Verlag erschienen ist.

    Milena Wazeck, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MPIWG, beschreibt in ihrem Buch "Einsteins Gegner", wie die Relativitätstheorie eine überwältigende öffentliche Resonanz erfuhr, die jedoch nicht durchweg positiv war: In den 1920er Jahren erschienen zahlreiche Schriften, deren Verfasser beanspruchten, die Relativitätstheorie widerlegt zu haben. Diese Studie geht der Frage nach, aus welchen Motiven heraus und auf welcher Grundlage die Relativitätstheorie so heftig angegriffen worden ist. Es wird gezeigt, dass die Relativitätstheorie nicht nur von Physikern und Philosophen, sondern auch im außerakademischen Bereich als Bedrohung spezifischer Wissensbestände aufgefasst wurde. Die alternativen Auffassungen der Einsteingegner zum Wesen von Raum, Zeit oder Licht werden ebenso diskutiert wie der soziale Prozess der Marginalisierung der Gegner der Relativitätstheorie, die an durch die moderne Physik abgelösten und verdrängten Wissen festhielten. Die Studie greift auf neues Quellenmaterial zurück und hat erstmals die Nachlässe der Einsteingegner Ernst Gehrcke und Arvid Reuterdahl ausgewertet, die die führenden Figuren eines internationalen Netzwerkes von Einsteingegnern in den frühen 1920er waren. Diese Studie war Teil des Schwerpunktes "Rezeption der modernen Physik" der Abteilung 1 des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte.


    Weitere Informationen:

    http://www.mpiwg-berlin.mpg.de - Aktuelle Feature Story auf der Homepage des MPIWG


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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