idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
10.06.2009 11:19

Gewählt: Neues Uni-Rektoratsteam. Beschlossen: 8-Punkte-Programm für die Zukunft

Claudia Leitenstorfer Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Konstanz

    Der zukünftige Rektor der Universität Konstanz Prof. Dr. Ulrich Rüdiger hat sein neues Rektoratsteam zusammengestellt. Heute wurden die drei neuen Prorektoren vom Senat gewählt. In einem 8-Punkte-Programm formuliert das neue Rektorat die Pläne für die Zukunft der Universität Konstanz.

    Das neue Rektorat hat sich formiert: Der Sprachwissenschaftler Prof. Carsten Eulitz wird der neue Prorektor für Lehre. Die Psychologin Prof. Sabine Sonnentag wird Prorektorin für Forschung. Eine weitere Wissenschaftlerin im Bunde, die Politikwissenschaftlerin Prof. Katharina Holzinger, wird Prorektorin für Internationales werden. Anfang Oktober 2009 wird Rüdiger mit dem neuen Team an den Start gehen. "Ich freue mich darauf, mit diesem Team zusammenzuarbeiten", sagt Rüdiger voller Tatendrang. Alle Prorektoren werden drei Jahre lang im Amt bleiben. Nicht allein neue Gesichter werden sein Rektorat prägen, sondern auch eine Umwidmung der Ressorts. Statt einem Ressort für Allgemeine Vertretung hat Rüdiger ein Ressort Internationales vorgesehen.

    Gleich zwei Wissenschaftlerinnen werden im neuen Rektorat vertreten sein. "Eine bewusste und zufällige Entscheidung zugleich. Wir wollen den Anteil der Wissenschaftlerinnen an der Universität weiter erhöhen. Das gilt auch für den Managementbereich und die Führungspositionen. Gleichzeitig hat es sich einfach ergeben, dass gleich zwei Frauen genau das richtige Rüstzeug für die Aufgaben im Rektorat mitbringen sowie eine Topqualifikation als Wissenschaftlerinnen", so Rüdiger. Bis zum offiziellen Start des neuen Teams wollen sich die neuen Prorektoren sehr aktiv in die neuen Aufgaben einarbeiten.

    In einem 8-Punkte-Programm formuliert das neue Rektorat, wo es zukünftig Arbeitsschwerpunkte setzen möchte: Ganz oben steht die zweite Phase der Exzellenzinitiative. "Hier steht vor allem die dritte Förderlinie vorne an. Wir werden natürlich die beschlossenen Strategien weiter umsetzen. Es geht aber auch darum, neue Ideen zu entwickeln, wie wir unser jetziges Exzellenzprogramm weiter ausbauen und stärken können. Wir müssen sehr überlegt entscheiden, wo wir wissenschaftliche Schwerpunkte stärken und wo auch neue ins Spiel kommen", meint Rüdiger.

    Ein zweites großes Thema ist der Generationswechsel. Der, so Rüdiger, sei in der Amtszeit von Rektor Graevenitz weitgehend vollzogen worden. Jetzt gehe es um einen zweiten grundlegenden Schritt, nämlich darum, die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in Sprecherfunktionen der Forschergruppen, Sonderforschungsbereiche und Graduiertenschulen zu etablieren.

    Ein Top-Thema bleiben die Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Universität habe die Umstellung auf die neuen Studiengänge sehr schnell und entschlossen vollzogen. "Jetzt muss auf Hochtouren an den Feinheiten gearbeitet werden. Der Bachelor muss zudem wirklich gelebt werden. Was wir in diesem Bereich auch dringend brauchen ist eine forschungsnahe Lehre und eine Offenheit gegenüber allen Spielarten, die der Bachelor den Studierenden bietet. Und das ist eine Menge", sagt Rüdiger.

    Auch auf der Agenda des Rektorats: Die Problematik des doppelten Jahrgangs 2012 und der Einsatz der Studiengebühren. Beides keine einfachen Aufgaben. Durch die Geschwisterregelung sind der Universität rund ein Drittel der eingeplanten Gebühren weggebrochen. Eine Summe, die die Universität nicht ohne weiteres aus dem Ärmel schüttle. "Mit diesem Geld wollten wir eigentlich qualifizierte Stellen im Bereich der Lehre einrichten und unser Personal und damit die Betreuung der Studierenden weiter ausbauen", sagt Rüdiger nachdenklich. Mit der Umwidmung eines Prorektorats Allgemeine Vertretung zu Internationales möchte das neue Rektorat die Internationalisierung der Universität stärken. "Die Formel: 'Internationalisierung ist einfach alles auf Englisch' geht einfach nicht auf. Es kommt vielmehr darauf an, dass unser englischsprachiges Studienangebot verlässlich und in allen Fachbereichen zu finden ist. Wer aus dem Ausland kommt, der plant langfristig. Und genauso langfristig müssen wir auch planen, damit alles passt. Die Wohnfrage bleibt ebenfalls aktuell. Wenn wir gezielt Studierende und Doktoranden aus dem Ausland anwerben, dann müssen wir auch Wohnraum anbieten können", so der zukünftige Rektor.

    Weiterhin aktuell bleiben die bauliche Entwicklung und Sanierung. Auch die Modularisierung der Lehramtsstudiengänge bleibt ein wichtiges Thema. "Es gibt Studierende, die von Anfang an ganz klar sagen: Ich will Lehrer werden. Es gibt andere, die später diesen Wunsch entwickeln und passende Schnittstellen benötigen, um vom Bachelor ins Lehramt zu wechseln."

    Mehr Informationen zu den neuen Prorektoren:

    Prof. Sabine Sonnentag
    Bei der neuen Prorektorin für Forschung, der gebürtigen Münchnerin Prof. Sabine Sonnentag, steht die Arbeits- und Organisationspsychologie im Focus. Wegfahren oder zu Hause bleiben, Kurzurlaub oder einen ganzen Monat Urlaub pur, neue Kraft tanken im hektischen Berufsalltag. Nicht allein zur Urlaubszeit, sondern auch im Berufsleben tauchen viele Fragen auf, die in Sonnentags wissenschaftlichem Zentrum stehen. Dabei geht es Sonnentag nicht allein um den bloßen Wechsel von Arbeit und Erholung, sondern auch darum, wie Erholungsphasen ausgestaltet werden müssen, um wirklich wirksam zu sein. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Art der Tätigkeit und die Erlebnisqualität einen Effekt auf die Erholung haben", so die Wissenschaftlerin. Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte sind die Prozesse, die von der innovativen Idee zum innovativen Produkt führen, sowie Lernen und Leistung im Arbeitskontext, also das lebenslange Lernen, das sich abseits von formalen Lernprozessen abspielt.

    Sonnentag hat seit 2004 eine Professur Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Konstanz inne. Sie studierte Psychologie an der Freien Universität Berlin und promovierte 1991 an der Technischen Universität Braunschweig. Habilitiert hat sie sich 1997 an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1995 bis 1999 war sie Universitätsdozentin an der Fakultät für Psychologie der Universität von Amsterdam. Es folgte 1998/1999 eine Lehrstuhlvertretung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1999 bis 2001 hatte Sonnentag eine Professur für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Universität Konstanz inne, anschließend wechselte sie an die Technische Universität Braunschweig und kehrte 2004 an die Universität Konstanz zurück. Seit 2007 ist sie Gastprofessorin an der Universität Nijmegen in den Niederlanden. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen prägen die wissenschaftliche Laufbahn der renommierten Wissenschaftlerin. Im Rahmen der Exzellenzinitiative betreut sie universitäre Projekte wie 'Gesundheitsbezogenes Verhalten' oder 'Dual Career Couples'. Seit 2008 ist Sonnentag Fachbereichssprecherin für den Fachbereich Psychologie.

    Prof. Katharina Holzinger
    Um Internationale Politik und Konfliktforschung dreht sich alles bei der Politikwissenschaftlerin Prof. Katharina Holzinger, der neuen Prorektorin für Internationales, die auch alle frauen- und familienpolitischen Fragestellungen betreuen wird. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören innergesellschaftliche Konflikte und Bürgerkriege sowie kommunikative Verfahren der Konfliktbeilegung oder Verhandlungstheorie. Einen zweiten Schwerpunkt der Wissenschaftlerin bilden die politischen Prozesse im Rahmen der Europäischen Union sowie die europäische und internationale Umweltpolitik.

    Prof. Dr. Katharina Holzinger ist seit 2007 Inhaberin des Lehrstuhls für Internationale Politik und Konfliktmanagement am Fachbereich. Sie studierte Politikwissenschaft, Germanistik und Logik und Wissenschaftstheorie an der Universität München, promovierte 1993 in Politikwissenschaft an der Universität Augsburg und habilitierte im Jahr 2001 an der Universität Bamberg. Nach der Promotion war sie von 1993 bis 1997 am Wissenschaftszentrum Berlin und von 1998 bis 2003 in der Max-Planck-Projektgruppe zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn tätig. Das Jahr 2002/2003 verbrachte sie als Jean-Monnet-Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Im Wintersemester 2003/2004 vertrat sie eine Professur für Politische Theorie an der Universität Duisburg Essen. Von 2004-2007 war sie an der Universität Hamburg Professorin für Regierungslehre und Direktorin am Centrum für Globalisierung und Governance. Prof. Holzinger ist seit 2006 Mitglied des Vorstands und stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) und seit Frühjahr 2008 Fachkollegiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

    Prof. Carsten Eulitz
    Der wissenschaftliche Schwerpunkt von Prof. Carsten Eulitz, dem neuen Prorektor für Lehre, liegt im Bereich der Neurolinguistik. Eulitz untersucht Sprachprozesse im menschlichen Gehirn. "Bei allen Leistungen des Gehirns entstehen elektrische Ströme, z.B. beim Sehen, Hören oder Fühlen und Denken. Diese elektrischen Ströme werden in unserem EEG-Labor gemessen. Dadurch erhalten wir Informationen über die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns, insbesondere beim Hören, Lesen und Verstehen von Sprache", sagt der Wissenschaftler über seine Arbeit.

    Eulitz ist seit 2005 Professor für Allgemeine Sprachwissenschaften mit Schwerpunkt Neurolinguistik an der Universität. Er hat an der Russian State Medical University Moskau Medizin und Physik studiert. 1991 schloss er eine Weiterbildung zum Facharzt für Physiologie ab. 1992 promovierte zum Dr. med. an der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach der Promotion war er von 1992 bis 1995 an der Universität Münster tätig und wechselte 1996 an die Universität Konstanz, wo er 1999 die Habilitation an im Fachbereich Psychologie abschloss. Er setzte seine wissenschaftliche Tätigkeit im Fachbereich Psychologie und später als Hochschuldozent in der Sprachwissenschaft fort. Es folgte 2004 bis 2005 eine Hochschuldozentur für Neuropsychiatrie am Klinikum der RWTH Aachen.
    Seit 2006 ist Eulitz Studiendekan des Fachbereichs Sprachwissenschaft und vertritt die Universität Konstanz im Vorstand des Lurija Instituts für Rehabilitationswissenschaften und Gesundheitsforschung. Seit 2007 ist er Mitglied des Ausschuss für Forschungsfragen der Universität Konstanz. Seit 2006 war er Mitglied und seit 2009 Vorsitzender der Kommission für Landesgraduiertenförderung der Geisteswissenschaftlichen Sektion.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Personalia, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).