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15.06.2009 18:00

Faschistische Diktaturregime im Vergleich

Dr. Harald Rosenbach Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland

    Welchen Einfluss übte der italienische Faschismus auf die rechtstotalitären Regime in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg aus? Worin waren sie sich gleich und worin unterschieden sie sich? Diesen und ähnlichen Fragen ging eine international besetzte Expertenrunde nach, die auf Einladung der Auslandsinstitute der Stiftung Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (DGIA) am 15. Juni 2009 in der Bonner Universität zusammenkam. Anlass war das Ausscheiden des langjährigen Vorsitzenden des Stiftungsrats der DGIA, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schieder, aus seinem Amt. Erst vor wenigen Monaten waren Schieders Schriften zum Faschismus aus den letzten Jahrzehnten in einem viel beachteten Sammelband neu erschienen.

    Die Veranstaltung wurde vom Vorsitzenden des DGIA-Stiftungsrats, Professor Heinz Duchhardt, eröffnet, der die Arbeit seines Amtsvorgängers eindringlich würdigte und ihm bescheinigte, ein wohlbestelltes Haus hinterlassen zu haben. Mit viel Fingerspitzengefühl habe Schieder die Historischen Auslandsinstitute in London, Paris, Rom, Warschau und Washington sowie die interdisziplinären Institute in Beirut und Tokyo in die neue Stiftung integriert und die Weichen für die Gründung bzw. Überführung neuer Institute in Paris, Istanbul und Moskau gestellt. Der Direktor des DHI Rom, Professor Michael Matheus, führte aus, Wolfgang Schieder habe die Struktur der Stiftung nachhaltig geprägt und könne als einer der Väter der jüngst neu gestalteten "Stiftungsverfassung" gelten, die den Auslandsinstituten eine gute Perspektive biete. In diesem Sinne bezeichnete Wolfgang Frühwald, Ehrenpräsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Schieder in einer herzlichen und von persönlichen Erinnerungen geprägten Laudatio als Glücksfall für die deutschen Geisteswissenschaften, der die Selbstverwaltung der Wissenschaft nicht als Last sondern als Aufgabe verstanden habe.

    Anschließend gaben Aram Mattioli (Luzern), Hans-Ulrich Thamer (Münster) und Hans Mommsen (Feldafing) unter der Moderation von Lutz Klinkhammer (Rom) jeweils ein kurzes Statement ab, in dem die aus nationaler Perspektive durchaus noch unterschiedlichen Einschätzungen des faschistischen Phänomens deutlich wurden. Sie spiegelten nicht nur den neuesten Forschungsstand zum italienischen Faschismus, sondern gaben wertvolle Anknüpfungspunkte für die lebhafte Diskussionsrunde, in die auch die zahlreichen Zuhörer eingebunden wurden.

    Die Veranstaltung wurde mit Unterstützung der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Fritz Thyssen Stiftung durchgeführt.


    Weitere Informationen:

    http://www.stiftung-dgia.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Personalia, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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