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23.06.2009 11:23

Universität Koblenz-Landau startet DFG-Graduiertenkolleg "Unterrichtsprozesse"

Bernd Hegen Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universität Koblenz-Landau

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung des Graduiertenkollegs "Unterrichtsprozesse" an der Universität Koblenz-Landau bewilligt. Ziel des Graduiertenkollegs ist die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Lehr-Lern- bzw. Unterrichtsforschung unter Beteiligung von pädagogischer Psychologie, empirischer Pädagogik und mehreren Fachdidaktiken in Form qualitativ hochwertiger Promotionen. Das Graduiertenkolleg bietet ein an internationaler Forschung orientiertes Curriculum, welches Theorie- und Methodenkurse, Forschungskolloquien sowie die Teilnahme an nationalen und internationalen Tagungen umfasst. Das Kolleg wird bis zum Jahr 2014 mit rund 2,34 Millionen Euro von der DFG unterstützt. Am Graduiertenkolleg werden 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, 14 Kollegiatinnen und Kollegiaten sowie 16 assoziierte Doktorandinnen und Doktoranden beteiligt sein.

    "Die positive Entscheidung der DFG ist ein Meilenstein für die Profilierung der Universität, denn das Graduiertenkolleg "Unterrichtsprozesse" ist das erste DFG-geförderte Kolleg an unserer Hochschule", erklärte Professor Dr. Roman Heiligenthal, Präsident der Universität Koblenz-Landau. Heiligenthal sieht darin auch eine Bestätigung der Strategie der Universität, die Forschung auf ausgewählte Bereiche zu konzentrieren. Die Bildungsforschung gehöre zu den traditionellen wissenschaftlichen Schwerpunkten der Universität.

    Professor Dr. Wolfgang Schnotz, der Sprecher des Kollegs, nennt vor allem drei Merkmale, die den innovativen Charakter des neuen Kollegs ausmachen: Die Verbindung von ergebnis- und prozessorientierter Forschung, die Interdisziplinarität und die internationale Orientierung des Kollegs. Während in bisherigen Vergleichsstudien der Bildungsforschung der Schwerpunkt auf den Lernergebnissen lag, soll im Graduiertenkolleg auch der Prozess des Lehrens und Lernens genauer untersucht werden. Die stärkere Prozessorientierung soll den Blick auf bisher verborgene Hindernisse beim Erreichen von Lehr- und Lernzielen öffnen und damit günstigere Voraussetzungen schaffen, die Qualität von Unterricht nachhaltig zu verbessern. Die Interdisziplinarität des Kollegs realisiert sich in der Zusammenarbeit zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Psychologie, der empirischen Pädagogik und der Fachdidaktiken für Deutsch, Mathematik und Physik.

    Durch ein besonderes Rekrutierungsverfahren bei der Auswahl der Doktorandinnen und Doktoranden wird eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis angestrebt. Neben Universitätsabsolventinnen und -absolventen, die über differenziertes theoretisches Grundlagenwissen und forschungsmethodisches Know How verfügen, werden auch berufserfahrene Lehrerinnen und Lehrer, die fachdidaktische und unterrichtspraktischen Erfahrungen einbringen, in die Forschung einbezogen. Die Forschungsergebnisse sollen über Veranstaltungen der Lehrerfortbildung in die Schulpraxis weitergegeben werden.

    Zu den wesentlichen Merkmalen des Kollegs gehört auch die Stärkung der Internationalität in der fachdidaktischen Forschung, Deshalb werden die Kollegiatinnen und Kollegiaten aktiv an nationalen wie auch internationalen Tagungen teilnehmen und ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Ebenso ist ein mehrwöchiger Aufenthalt der Kollegiatinnen und Kollegiaten an einschlägigen ausländischen Forschungsstätten vorgesehen. Hierzu bestehen bereits Kooperationsbeziehungen mit Partnerhochschulen in Europa, Australien und den USA.

    Professor Schnotz sieht in der Prozess- und Ergebnisorientierung, der Interdisziplinarität und der internationalen Orientierung des Kollegs auch einen möglichen Ansatzpunkt für eine Neuorientierung der Bildungswissenschaften. Die engere Verzahnung von Theorie und Praxis solle zu einer Stärkung bildungswissenschaftlicher Forschung führen, die Unterricht nicht nur analysiert, sondern auch dazu beiträgt, ihn zu verbessern.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Wolfgang Schnotz
    Tel.: 06341/280-194 oder 990-234
    E-Mail: schnotz@uni-landau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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