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24.06.2009 17:36

Frankreich : ein Verschmutzungsmessgerat am Handgelenk

Marie de chalup Wissenschaftliche Abteilung
Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Obwohl sie auch die Zeit angibt, ist dies jedoch nicht ihre wichtigste Eigenschaft: "die Grune Uhr" [1], die seit dem 15. Mai 2009 im Grosraum Paris getestet wird. Die grune Uhr misst sowohl den Larmpegel, als auch
den Ozongehalt - die beiden grosten Verschmutzungsprobleme in Stadten.

Die Uhr ubermittelt anschliesenddie Daten an eine Internetzentrale. Dabei kann jeder Burger gleichzeitig zum mobilen Sensor sowie aktiven Umweltakteur werden, auf die Gefahr hin, dass der Stadtmensch noch haufiger auf seine Uhr sieht als zuvor.
An dem "Grune Uhr"-Projekt, das von der Stiftung fur das Internet der neuen Generation (FING fur "Fondation Internet nouvelle generation") entwickelt wurde, nehmen auch die Region Ile-de-France (Grosraum Paris), Unternehmen sowie die Universitaten Paris-VIII und Paris-I (CiTu) teil. Diese Initiative bietet die Moglichkeit, Tausende Luftdetektoren uber die ganze Stadt zu verteilen. Derzeit gibt es im Grosraum Paris lediglich 65 Luftstationen. "Die Luftsensoren von Airparif [2] sind viel besser als unsere und messen zudem nicht nur den Ozonspiegel. Die neue Uhr wirkt komplementar zum Airparif-Netzwerk, da sie
eine dynamische und detaillierte Kartographie der Pariser Ozonzusammensetzung ermoglicht", so Daniel Kaplan, Delegierter der FING.

Anlasslich des Festivals "Futur en Seine" [3] wurden die ersten 30 Prototypen der grunen Uhr der Offentlichkeit vorgestellt und getestet. Die grune Uhr besteht aus einem Plastikgehause mit einer LEDAnzeige.
Das Gehause birgt einen Gerausch- und einen Ozonsensor. Dazu kommt ein GPS-Ortungssystem, das den genauen Messpunkt zu lokalisieren erlaubt. Alle funf Sekunden werden die Daten von einem Bluetooth-Chip auf ein Handy ubertragen, das uber eine vom franzosischen Mobilfunkanbieter SFR entwickelte Anwendung verfugt. Von dort wird die enorme Datenmenge anschliesend auf eine Internetplattform weitergeleitet, auf der die Daten in Echtzeit in frei zuganglichen Karten gespeichert und zusammengefasst werden.
"Wir verfolgen keine lukrativen Ziele. Die Uhr und die Plattform basieren auf dem Prinzip der offenen Technologien: Jeder kann sie nutzen, verbessern oder sogar neue Daten einbringen", fugt Kaplan hinzu. In Zukunft soll die grune Uhr sowohl die Konzentration von CO2-Ausstosen, Feinstaubpartikeln und elektromagnetischen Wellen messen, als auch das Vorhandensein von Pollen uberprufen und quantifizieren.
Die Herstellungskosten belaufen sich derzeit auf 500,- € pro Uhr. Die Hersteller hoffen, dass die Industrie oder Gebietskorperschaften das Konzept der grunen Uhr ubernehmen. Dadurch konnten sie Tausende dieser Produkte vermarkten und somit die Herstellungskosten sinken.
Eine heikle Frage bleibt dennoch zu klaren: die grune Uhr gibt uber jede Bewegung seines Besitzers Auskunft. Um die Privatsphare nicht zu verletzen, untersucht die FING jetzt Moglichkeiten, wie die Daten anonym bleiben konnten. Die Informationsubertragungswege der Uhr-Besitzer sollen ebenfalls geloscht
werden.
Weitere Informationen zur grunen Uhr unter:
http://www.lamontreverte.org (Franzosisch und Englisch)
- [1] La montre verte - City Pulse
- [2] Das Institut Airparif analysiert taglich die Luftzusammensetzung in Paris.
- [3] Fest der digitalen Stadt, vom 29. Mai bis 7. Juni 2009: http://www.futur-en-seine.org/
Quelle: "Toutes les pollutions mesurees au poignet en temps reel" - Le Monde - 02.06.2009
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr


Weitere Informationen:

http://www.lamontreverte.org (Franzosisch und Englisch).


Bilder

Ergänzung vom 25.06.2009

EIN VERSCHMUTZUNGSMESSGERAT AM HANDGELENK

Obwohl sie auch die Zeit angibt, ist dies jedoch nicht ihre wichtigste Eigenschaft: "die Grüne Uhr" [1], die seit dem 15. Mai 2009 im Grosraum Paris getestet wird. Die grüne Uhr misst sowohl den Lärmpegel, als auch den Ozongehalt - die beiden größten Verschmutzungsprobleme in Städten. Die Uhr übermittelt anschließend die Daten an eine Internetzentrale.

Dabei kann jeder Burger gleichzeitig zum mobilen Sensor sowie aktiven Umweltakteur werden, auf die Gefahr hin, dass der Stadtmensch noch häufiger auf seine Uhr sieht als zuvor. An dem "Grüne Uhr-Projekt, das von der Stiftung für das Internet der neuen Generation (FING für "Fondation Internet nouvelle génération") entwickelt wurde, nehmen auch die Region Ile-de-France (Grosraum Paris), Unternehmen sowie die Universitäten Paris-VIII und Paris-I (CiTu) teil. Diese Initiative bietet die Möglichkeit, Tausende Luftdetektoren über die ganze Stadt zu verteilen. Derzeit gibt es im Grosraum Paris lediglich 65 Luftstationen. "Die Luftsensoren von Airparif [2] sind viel besser als unsere und messen zudem nicht nur den Ozonspiegel. Die neue Uhr wirkt komplementär zum Airparif-Netzwerk, da sie eine dynamische und detaillierte Kartographie der Pariser Ozonzusammensetzung ermöglicht", so Daniel Kaplan, Delegierter der FING.

Anlässlich des Festivals "Futur en Seine" [3] wurden die ersten 30 Prototypen der grünen Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt und getestet. Die grüne Uhr besteht aus einem Plastikgehäuse mit einer LED Anzeige.
Das Gehäuse birgt einen Geräusch- und einen Ozonsensor. Dazu kommt ein GPS-Ortungssystem, das den genauen Messpunkt zu lokalisieren erlaubt. Alle fünf Sekunden werden die Daten von einem Bluetooth-Chip auf ein Handy übertragen, das über eine vom französischen Mobilfunkanbieter SFR entwickelte Anwendung verfugt. Von dort wird die enorme Datenmenge anschließend auf eine Internetplattform weitergeleitet, auf der die Daten in Echtzeit in frei zugänglichen Karten gespeichert und zusammengefasst werden.
"Wir verfolgen keine lukrativen Ziele. Die Uhr und die Plattform basieren auf dem Prinzip der offenen Technologien: Jeder kann sie nutzen, verbessern oder sogar neue Daten einbringen", fugt Kaplan hinzu. In Zukunft soll die grüne Uhr sowohl die Konzentration von CO2-Ausstosen, Feinstaubpartikeln und elektromagnetischen Wellen messen, als auch das Vorhandensein von Pollen überprüfen und quantifizieren.
Die Herstellungskosten belaufen sich derzeit auf 500,- € pro Uhr. Die Hersteller hoffen, dass die Industrie oder Gebietskörperschaften das Konzept der grünen Uhr übernehmen. Dadurch konnten sie Tausende dieser Produkte vermarkten und somit die Herstellungskosten sinken.
Eine heikle Frage bleibt dennoch zu klaren: die grüne Uhr gibt über jede Bewegung seines Besitzers Auskunft. Um die Privatsphäre nicht zu verletzen, untersucht die FING jetzt Möglichkeiten, wie die Daten anonym bleiben konnten. Die Informationsübertragungswege der Uhr-Besitzer sollen ebenfalls gelöscht werden.

Weitere Informationen zur grünen Uhr unter: http://www.lamontreverte.org (Franzosisch und Englisch).
- [1] La montre verte - City Pulse
- [2] Das Institut Airparif analysiert täglich die Luftzusammensetzung in Paris.
- [3] Fest der digitalen Stadt, vom 29. Mai bis 7. Juni 2009: http://www.futur-en-seine.org/
Quelle: "Toutes les pollutions mesurées au poignet en temps réel" - Le Monde - 02.06.2009
Redakteur: Julien Sialelli, julien.sialelli@diplomatie.gouv.fr


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


 

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